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Filter, UV oder Chemie

Filter, UV oder Chemie ist die Entscheidung über das Verfahren der Wasseraufbereitung im Gelände. Ein Filter trennt Erreger mechanisch ab. Die UV-Entkeimung schädigt ihre Erbsubstanz mit ultraviolettem Licht. Die chemische Aufbereitung tötet sie mit oxidierenden Mitteln ab.

Die Entscheidung gehört in das Segment der Trinkwasserversorgung unterwegs. Sie bestimmt, welche Erregergruppen erfasst werden, wie lange es dauert und welche Voraussetzungen das Rohwasser erfüllen muss.

Die Entscheidung ist von der Wasserqualität zu trennen. Keines der drei Verfahren entfernt Schwermetalle oder Chemikalien. NSF/ANSI P231 prüft diese ausdrücklich nicht.

Die Entscheidung hängt an zwei Fragen: ob Viren erfasst werden müssen und ob das Rohwasser klar ist. Ein Filter bei 0,1 bis 0,2 µm hält Viren nicht zurück. UV braucht klares Wasser und Strom. Chemie braucht Einwirkzeit, die mit sinkender Temperatur und steigender Trübung zunimmt.

Wasserfilter: Kerndaten

Trennt Schwebstoffe und Krankheitserreger mechanisch ab, indem er das Wasser durch eine Membran mit definierter Porengröße presst.

Wirkprinzip
mechanische Trennung an einer Membran
Typische Porengröße
0,1–0,2 µm
Giardia-Zysten, Hauptachse
8–12 µm — werden zurückgehalten
Cryptosporidium-Oozysten
3–6 µm — werden zurückgehalten
Bakterien
werden zurückgehalten
Viren
kleiner als die Porengröße; sie passieren
Voraussetzung
keine Einwirkzeit, kein Strom
Trübung
setzt den Filter zu

UV-Entkeimung: Kerndaten

Bestrahlt das Wasser mit ultraviolettem Licht, das die Erbsubstanz von Bakterien, Viren und Protozoen so schädigt, dass sie sich nicht mehr vermehren können.

Wirkprinzip
Schädigung der Erbsubstanz durch UV-Licht
Erfasste Erregergruppen
Bakterien, Viren und Protozoen
Dauer
Minuten
Voraussetzung Wasser
klar — Trübung schirmt die Erreger ab
Voraussetzung Gerät
Stromquelle
Schwebstoffe
werden nicht entfernt

Chemische Aufbereitung: Kerndaten

Tötet Krankheitserreger durch oxidierende Mittel ab, meist auf Chlor- oder Chlordioxidbasis.

Wirkprinzip
Oxidation
Mittel
meist Chlor- oder Chlordioxidbasis
Erfasste Erregergruppen
auch Viren, anders als beim mechanischen Filter
Voraussetzung
Einwirkzeit
Einwirkzeit steigt
mit sinkender Temperatur und steigender Trübung deutlich
Strom
keiner nötig
Schwebstoffe
werden nicht entfernt

Filter, UV oder Chemie abgrenzen

Was die Entscheidung ist

  • Eine Entscheidung über die erfassten Erregergruppen und die Voraussetzungen des Rohwassers.
  • Eine Abwägung zwischen sofortiger Verfügbarkeit und vollständiger Erfassung.

Was die Entscheidung nicht ist

  • Keine Entscheidung über Schwermetalle, Chemikalien, Geschmack oder Trübung — NSF/ANSI P231 prüft diese ausdrücklich nicht.
  • Keine Rangfolge: Ein Filter erfasst keine Viren, UV braucht klares Wasser, Chemie braucht Zeit.
  • Kein Ersatz für die Vorklärung: Alle drei Verfahren arbeiten schlechter oder nicht, wenn das Wasser trüb ist.

Fragen zu „Filter, UV oder Chemie“

Hält ein Wasserfilter Viren zurück?

Nein. Übliche Outdoor-Filter arbeiten bei 0,1 bis 0,2 Mikrometern. Viren sind kleiner und passieren. Zurückgehalten werden Protozoen — Giardia-Zysten messen 8 bis 12 µm, Cryptosporidium-Oozysten 3 bis 6 µm — und Bakterien.

Was verlangt NSF/ANSI P231?

Mindestens 6 log Reduktion bei Bakterien (99,9999 Prozent), 4 log bei Viren (99,99 Prozent) und 3 log bei Protozoen-Zysten (99,9 Prozent). Die Methodik stammt aus dem EPA Guide Standard and Protocol for Testing Microbiological Water Purifiers von 1987. Geprüft werden Geräte mit weniger als 5 Gallonen je Minute Durchfluss.

Warum dauert chemische Aufbereitung in kaltem Wasser länger?

Die Einwirkzeit nimmt mit sinkender Temperatur und steigender Trübung deutlich zu. Die auf der Packung genannte Zeit gilt für definierte Bedingungen, nicht für kaltes Gletscherwasser.

Filter, UV oder Chemie auf Outdoorberater

Quellen zu „Filter, UV oder Chemie“

  • NSF/ANSI P231 — Microbiological Water Purifiers Verlangt 6 log bei Bakterien, 4 log bei Viren, 3 log bei Protozoen. Prüft ausdrücklich nicht Schwermetalle, Chemikalien, Geschmack und Trübung.
  • EPA Guide Standard and Protocol for Testing Microbiological Water Purifiers, 1987 Die Methodik, aus der NSF/ANSI P231 übernommen ist.

Herausgeberin

Name
Sammeltresor UG (haftungsbeschränkt)
Sitz
Alatseestr. 28, 87629 Füssen, Deutschland
Handelsregister
HRB 13043, Amtsgericht Kempten (Allgäu)
USt-IdNr.
DE302485922
Vertreten durch
Markus Markert
E-Mail
info@outdoorberater.de
Impressum
vollständige Angaben
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Erstellt
Aktualisiert
Redaktionell geprüft
Sprache de-DE
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