Luftmatte, selbstaufblasende Matte oder Faltmatte
Luftmatte, selbstaufblasende Matte oder Faltmatte ist die Entscheidung über die Bauart einer Isomatte. Die Luftmatte besteht aus reinen Luftkammern. Die selbstaufblasende Matte hat einen offenporigen Schaumkern in luftdichter Hülle. Die Faltmatte besteht aus geschlossenzelligem Schaumstoff ohne Ventil.
Die Entscheidung gehört in das Segment der Schlafausrüstung. Sie bestimmt Gewicht, Packmaß, Wärmedurchgangswiderstand und das Verhalten bei einem Loch.
Die Entscheidung ist von der Wärmeangabe zu trennen. Der R-Wert wird nach ASTM F3340-22 für jede Bauart gleich gemessen — die Bauart sagt nur, in welchem Bereich die Werte üblicherweise liegen.
Die Entscheidung hängt am Verhalten bei einem Loch. Die Luftmatte verliert mit einem Loch ihre gesamte Dämmung, die selbstaufblasende dämmt über den Schaumkern weiter, und die Faltmatte kann gar nicht ausfallen. Erst danach entscheidet die Wärme: Nur die Luftmatte erreicht R-Werte über 8, die Faltmatte endet bei R 2,8.
Luftmatte: Kerndaten
Eine Isomatte aus reinen Luftkammern, meist mit Vliesen oder Reflexfolien im Inneren.
- Aufbau
- nur Luftkammern, dazu Isolationsvliese oder Reflexfolien im Inneren
- R-Wert
- R 1,1 bis 10, gemessen über 30 Datenblätter — die größte Spanne der drei Bauarten und als einzige über R 8,1 hinaus
- Eigengewicht
- 330 bis 1.420 g über dieselben 30 Datenblätter
- Wärme je Gramm
- das beste Verhältnis der drei Bauarten
- Packmaß
- das kleinste der drei Bauarten
- Luftkammer
- ja — die Dämmung besteht aus der eingeschlossenen Luft
- Verhalten mit einem Loch
- die Dämmung fällt vollständig aus
- Ventil
- ja
Selbstaufblasende Matte: Kerndaten
Ein offenporiger Schaumkern in einer luftdichten Hülle. Wird das Ventil geöffnet, dehnt sich der Schaum und zieht Luft nach.
- Aufbau
- offenporiger Schaumkern in luftdichter Hülle
- R-Wert
- R 3,0 bis 8,1, gemessen über 23 Datenblätter — die höchste Untergrenze der drei Bauarten
- Eigengewicht
- 605 bis 2.600 g über dieselben 23 Datenblätter — die schwerste der drei Bauarten
- Wärme je Gramm
- geringer als bei der Luftmatte, höher als bei der Faltmatte
- Packmaß
- größer als bei der Luftmatte, kleiner als bei der Faltmatte
- Luftkammer
- ja, zusätzlich zum Schaumkern
- Aufblasen
- der Schaum zieht Luft nach; die letzten Atemzüge macht der Mensch, weil die Selbstaufblasung am Druckgleichgewicht endet
- Verhalten mit einem Loch
- dämmt weiter — die einzige der drei Bauarten mit Luftkammer, die das tut
- Ventil
- ja
Faltmatte: Kerndaten
Eine Isomatte aus geschlossenzelligem Schaumstoff, im Zickzack zu einem flachen Block gefaltet.
- Aufbau
- geschlossenzelliger Schaum, gefaltet oder gerollt
- R-Wert
- R 0,5 bis 2,8, gemessen über 15 Datenblätter — die niedrigste Spanne der drei Bauarten
- Eigengewicht
- 85 bis 620 g über dieselben 15 Datenblätter — die leichteste der drei Bauarten
- Wärme je Gramm
- geringer als bei den beiden anderen Bauarten
- Packmaß
- das größte der drei Bauarten; braucht außen am Rucksack Platz
- Luftkammer
- keine
- Verhalten mit einem Loch
- nicht möglich — ohne Luftkammer kein Druckverlust
- Ventil
- keines
Luftmatte, selbstaufblasende Matte oder Faltmatte abgrenzen
Was die Entscheidung ist
- Eine Entscheidung über die Bauart, nicht über den R-Wert als solchen.
- Eine Abwägung zwischen Gewicht und Packmaß gegen Ausfallsicherheit.
Was die Entscheidung nicht ist
- Keine Entscheidung über die Wärmeleistung — gemessen wird jede Bauart gleich, nach ASTM F3340-22.
- Keine Abstufung: Die Faltmatte ist nicht die schlechtere Luftmatte, sondern die leichteste der drei Bauarten (85 bis 620 g) und die einzige, die unterwegs nicht ausfallen kann.
- Kein Ersatz für die Schlafsackangabe: ISO 23537-1 setzt eine Unterlage voraus, nennt aber keine Bauart.
Fragen zu „Luftmatte, selbstaufblasende Matte oder Faltmatte“
Welche Isomatte hat den höchsten R-Wert?
Die Luftmatte. Über 30 geprüfte Datenblätter reicht ihre Spanne von R 1,1 bis 10; keine andere Bauart kommt über R 8,1. Gemessen wird nach ASTM F3340-22 für alle drei gleich. Das niedrigste Eigengewicht hat dagegen die Faltmatte (85 bis 620 g) — sie erkauft es mit R-Werten bis höchstens 2,8.
Dämmt eine Matte mit einem Loch noch?
Bei der selbstaufblasenden Matte ja, weil der Schaumkern bleibt. Bei der Luftmatte nicht — ihre Dämmung besteht aus der eingeschlossenen Luft. Die Faltmatte kann kein Loch im Sinne eines Luftverlusts bekommen.
Warum muss man eine selbstaufblasende Matte nachpusten?
Die Selbstaufblasung endet am Druckgleichgewicht. Der Schaum dehnt sich, bis innen und außen derselbe Druck herrscht; die letzten Atemzüge erzeugen den Überdruck, der die Matte fest macht.
Luftmatte, selbstaufblasende Matte oder Faltmatte auf Outdoorberater
Quellen zu „Luftmatte, selbstaufblasende Matte oder Faltmatte“
- ASTM F3340-22 Das Prüfverfahren für den R-Wert, gleich für alle drei Bauarten.
Herausgeberin
- Name
- Sammeltresor UG (haftungsbeschränkt)
- Sitz
- Alatseestr. 28, 87629 Füssen, Deutschland
- Handelsregister
- HRB 13043, Amtsgericht Kempten (Allgäu)
- USt-IdNr.
- DE302485922
- Vertreten durch
- Markus Markert
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