Selbstaufblasende Matte Beratung & Ratgeber
Die selbstaufblasende Matte hat einen offenporigen Schaumkern, der in einer luftdichten Hülle sitzt. Geöffnetes Ventil, und der zusammengepresste Schaum dehnt sich wieder aus; dabei zieht er Luft nach. Das ist der Vorgang, der dem Bauteil seinen Namen gegeben hat — und der Name sagt die halbe Wahrheit. Die Selbstaufblasung endet dort, wo der Luftdruck innen dem Luftdruck außen entspricht, und das ist weicher, als die meisten Menschen schlafen wollen. Der Hersteller mit den sechs geprüften Blättern schreibt das selbst in seine Antwortsammlung: Die Matte blase sich deshalb nicht vollständig auf, weil die meisten Nutzer mehr Druck wollten als das Gleichgewicht liefere.
Wie lange das dauert — und wie viele es sagen
Eine Aufblaszeit nennen sechs der dreiundzwanzig Blätter, und alle sechs stammen von derselben Marke: Fünf bis fünfzehn Minuten für jede ihrer selbstaufblasenden Matten. Die Spanne von zehn Minuten begründet dieselbe Quelle mit vier Einflüssen — Aufbau des Kerns, Dauer der vorherigen Kompression, Höhenlage und Temperatur —, und sie nennt die Kompression als den wichtigsten davon: Eine werksseitig lange gerollte oder monatelang gepresst gelagerte Matte braucht länger.
Die siebzehn übrigen Blätter schweigen dazu. Das ist bei einem Bauteil, dessen Verkaufsargument im Namen steht, die auffälligste Lücke dieser Gattung. Wer wissen will, ob er am Lagerplatz zehn Minuten oder zwei hat, findet die Antwort bei genau einem von sechs Anbietern.
Die Kennwerte, die auf den Blättern stehen
Über die dreiundzwanzig Blätter reicht der R-Wert von 3,0 bis 8,1, das Gewicht von 605 bis 2.600 Gramm und die Aufbauhöhe von 2,5 bis 11 Zentimetern. Diese Spanne ist die größte der drei Bauarten, und sie trennt zwei völlig verschiedene Geräte: die dünne Dreijahreszeitenmatte um 3,8 Zentimeter, die man trägt, und die elf Zentimeter hohe Komfortmatte, die man fährt. Dass beide „selbstaufblasend“ heißen, ist eine Aussage über den Mechanismus und keine über den Einsatz.
Den Ventiltyp beim Namen nennen zwölf der dreiundzwanzig Blätter — Einwegventile für das Füllen, getrennte Wege für Füllen und Entlüften, Schraub- und Großventile. Vier weitere nennen nur das Material des Ventils und nicht seine Bauart, und sieben erwähnen es in der Spezifikation überhaupt nicht. Das ist eine ernste Lücke, weil das Ventil der Teil ist, den man jahrelang täglich bedient und der als Erstes versagt.
Die Schaumdichte: fünf Blätter, und ein Zusammenhang, der nicht gilt
Die Dichte des Polyurethanschaums im Kern steht auf fünf der dreiundzwanzig Blätter, und alle fünf gehören zu einer Marke: 13, 14 und 16 Kilogramm je Kubikmeter. Genau diese fünf Blätter erlauben die interessanteste Probe dieser Seite, weil drei von ihnen dieselbe Aufbauhöhe von fünf Zentimetern haben. Man würde erwarten, dass der dichtere Schaum den höheren R-Wert ergibt. Er tut es nicht: 13 Kilogramm je Kubikmeter stehen für R 4,2, 14 für R 6,5 und 16 für R 5,9.
Die Reihenfolge ist also nicht monoton, und die Erklärung steckt nicht im Schaum, sondern in der Hülle: Das Blatt mit dem niedrigsten R-Wert ist zugleich das mit dem dünnsten Obermaterial und dem geringsten Gewicht. „Dichter ist wärmer“ lässt sich an den einzigen fünf veröffentlichten Dichteangaben dieser Gattung nicht ablesen — und bei allen anderen achtzehn Blättern fehlt die Zahl ohnehin. Die Isolation entsteht hier eben nicht aus dem Schaum, sondern aus der Luft, die er festhält.
Wie viele Blätter das Prüfverfahren überhaupt nennen
Über dieselben dreiundzwanzig Blätter gezählt: zehn nennen das Prüfverfahren mit Normnummer, verteilt auf zwei Marken — bei der einen in einer allgemeinen Antwortsammlung, bei der anderen in einem eigenen Abschnitt neben der Zahl. Fünf beschriften das Feld mit „R-Value (ASTM)“ ohne Normnummer. Acht nennen kein Verfahren, und zwei nennen gar keinen R-Wert, obwohl sie eine Dämmmatte verkaufen.
Die Zahl beschreibt einen Widerstand gegen Wärmedurchgang und nicht die Temperatur, bei der man noch schläft. Zwei Zahlen aus verschiedenen Häusern sind nur dieselbe Größe, wenn in beiden Fällen dasselbe Verfahren dahintersteht; stapelt man zwei Matten, darf man die Widerstände summieren. Messaufbau, Streuung und die Fragen, die die Norm absichtlich offenlässt, behandelt die Normseite zu ASTM F3340. Die Gegenüberstellung aller drei Bauarten mit Modellzahlen führt der Glossareintrag zu den Isomattentypen, und was bauartunabhängig beim Kauf zählt, steht in der Nabe über Isomatten.
Die Eigenschaft, die keine andere Bauart hat: sie überlebt ein Loch
Bei einer reinen Luftkammermatte ist die Luft die Dämmung — entweicht sie, ist von der Dämmung nichts übrig. Bei der selbstaufblasenden Matte ist der Schaumkern selbst ein Dämmstoff, der auch drucklos noch Luft in seinen Poren hält. Ein Loch kostet sie deshalb Höhe und Liegekomfort, aber nicht die ganze Wärme. Das ist der eigentliche Grund, aus dem diese Bauart auf langen Touren abseits von Läden noch gekauft wird.
Beziffert ist das nirgends. Keines der dreiundzwanzig Blätter sagt, welcher R-Wert nach einem Loch übrig bleibt; sieben erwähnen die Panne überhaupt, und zwar ausschließlich als Reparaturhinweis. Wer eine Zahl dafür sucht, findet keine — die Aussage „sie dämmt noch“ ist belegbar aus der Bauform, ihr Umfang nicht aus den Datenblättern.
Woran man eine gute erkennt
Der Ventilweg. Ein Einwegventil hält fest, was man hineingepustet hat, statt es beim Absetzen zurückzugeben; zwei getrennte Öffnungen trennen zusätzlich das Füllen vom Leeren. Ein kleines Schraubventil wiegt weniger und braucht länger. Zwölf Blätter sagen, welche Bauart verbaut ist — bei den übrigen bleibt nur, das Teil im Laden selbst in die Hand zu nehmen.
Die Aufbauhöhe, nicht der R-Wert. Beides sind getrennte Eigenschaften: Unter den geprüften Blättern steht eine Matte mit fünf Zentimetern Höhe über einer mit 7,6 Zentimetern, was den R-Wert betrifft. Für Seitenschläfer entscheidet die Höhe, für die Wärme der R-Wert — und wer nach einem sucht, bekommt nicht automatisch das andere.
Die Aussparungen im Schaumkern. Mehrere Blätter beschreiben senkrechte Ausschnitte im Kern, die Gewicht und Packmaß senken. Eines begründet sie zusätzlich damit, dass sie die Isolierung verbesserten und Kältebrücken vermieden. Belegt ist von dieser Begründung nur die erste Hälfte: Dass weniger Schaum weniger wiegt und kleiner packt, zeigen die Zahlen desselben Blattes. Dass weniger Schaum besser dämmt, zeigt sie keines — eine Messung dazu veröffentlicht niemand.
Woraus das Gewicht besteht
Diese Bauart ist die schwerste der drei, und das ist kein Versäumnis der Konstrukteure, sondern eine Addition: Zum Gewebe und zum Ventil kommt der Schaumkern, der selbst Material ist. Eine Luftmatte hat an dieser Stelle Luft. Wie teuer das wird, zeigt der Katalog einer einzigen Marke: Ihre selbstaufblasende Komfortmatte wiegt in der mittleren Größe 2.070 Gramm bei R 8,1, ihre Luftmatte mit dem noch höheren R 8,8 wiegt 560 Gramm. Das ist bei praktisch gleicher Wärmeleistung der Faktor 3,7, und das Packmaß geht in dieselbe Richtung.
Eines folgt aus dieser Rechnung aber nicht, und es ist der verbreitetste Satz über diese Bauart: dass sie robuster sei. Die Fadenstärke der Hülle, in Denier angegeben, reicht über die geprüften selbstaufblasenden Blätter von 20 bis 75 — und über die Luftmatten derselben Häuser von 10 bis 75. Die beiden Bereiche überlagern sich fast vollständig. Es gibt also robuste und dünnhäutige Matten in beiden Bauarten, und nachlesbar ist das nur am Denierwert des einzelnen Blattes, nicht an der Gattung. Was die selbstaufblasende Matte wirklich zuverlässiger macht, ist nicht ihre Haut, sondern der Schaum dahinter — der Abschnitt dazu steht weiter oben.
Die erste Nacht mit einer neuen Matte
Eine ungebrauchte Matte verhält sich anders als eine eingewöhnte, und der einzige Hersteller mit einer Zeitangabe nennt den Grund: Der Kern war im Werk lange gerollt, und ein lange gepresster Schaum richtet sich träger auf. Am ersten Abend braucht sie deshalb eher die fünfzehn Minuten als die fünf. Wer sie vor der ersten Tour zu Hause einen Tag mit offenem Ventil flach liegen lässt, hat diesen Effekt hinter sich, bevor er im Dunkeln auffällt. Dieselbe lockere Lagerung erhält sie auch danach — mehr dazu im Ratgeber zur Pflege.
Für wen — und für wen nicht
Für jedes Lager, das mit Auto, Boot oder Packtier anreist und dann eine Woche stehen bleibt: Basislager, Standplatz, Wohnmobil, Hütte. Für alle, die ohne Pumpsack und ohne nennenswertes Pusten auskommen wollen. Und für lange Unternehmungen weit von jedem Laden, weil ein Loch hier das Ende des Komforts ist und nicht das Ende der Nacht.
Nicht für das Gewichtsbudget: Mit 605 Gramm beginnt diese Gattung dort, wo Luftmatten mit vergleichbarem R-Wert schon aufhören, und die Mitte des Feldes liegt um ein Kilogramm. Nicht für kleine Rucksäcke — ein Schaumkern lässt sich zusammendrücken, aber nicht wegzaubern, und das Packmaß bleibt deutlich über dem einer Luftmatte gleicher Wärmeleistung. Und nicht als Unterlage zum Stapeln: Dafür ist die gefaltete Schaummatte leichter und billiger. Nicht für wechselnde Lager jede Nacht, wenn es schnell gehen muss und die Matte dann doch von Hand gefüllt wird. Und nicht als vermeintlich bequemste Lösung: 2,5 Zentimeter Aufbauhöhe sind für Seitenschläfer zu wenig, obwohl das Blatt „selbstaufblasend“ sagt.
Was sie kostet, und was dabei schiefgeht
Preisklasse €€, bei den hohen und breiten Komfortmatten €€€. Innerhalb eines Katalogs liegt zwischen der einfachsten und der dicksten Einzelmatte dieser Bauart etwa der Faktor vier — eine größere Spannweite als bei den beiden anderen Bauarten.
Die vier häufigen Fehlkäufe: Erstens die Erwartung, dass sich die Matte vollständig allein aufbläst; sie tut es bauartbedingt nicht, und das ist kein Mangel. Zweitens die dünnste Fassung für Seitenschläfer. Drittens die Komfortmatte für eine Tour, auf der sie getragen werden muss — zweieinhalb Kilogramm trägt man nicht zweimal. Viertens der Vergleich zweier R-Werte, von denen einer nach Norm gemessen ist und der andere nicht; bei acht von dreiundzwanzig Blättern ist Letzteres der Fall, und dann sind die beiden Zahlen nicht dieselbe Größe.

