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Wassersäule

Wassersäule ist ein Maß für den Widerstand eines Textils gegen eindringendes Wasser. Angegeben wird der hydrostatische Druck, bei dem Wasser durch das Gewebe tritt. Die übliche Einheit ist Millimeter Wassersäule, physikalisch korrekt wäre Pascal.

Die Wassersäule gehört in den Bereich der textilen Prüfverfahren für Outdoorbekleidung, Zelte und Rucksäcke. Gemessen wird nach ISO 811:2018. Anforderungswerte legt erst EN 343:2019 fest, und zwar nur für Schutzkleidung gegen Regen.

Die Wassersäule ist von der Atmungsaktivität zu unterscheiden. Diese wird als RET nach ISO 11092:2014 gemessen und beschreibt den Durchgang von Wasserdampf nach außen, nicht den von Wasser nach innen.

Die Wassersäule misst den Druck beim Wasserdurchtritt, nicht die Haltbarkeit der Imprägnierung und nicht die Atmungsaktivität. 1.000 mm Wassersäule entsprechen 9.806,65 Pascal.

Wassersäule: Kerndaten

Entitätsklasse
Metric (Messgröße)
Gemessene Größe
Hydrostatischer Druck beim Wasserdurchtritt
Prüfnorm
ISO 811:2018, zweite Ausgabe — „Textiles — Determination of resistance to water penetration — Hydrostatic pressure test“
Deutsche Fassung
DIN EN ISO 811:2018-08, ersetzt DIN EN 20811:1992-08
Herausgeber
ISO/TC 38 „Textiles“
Einheit
Millimeter Wassersäule (mm); abgeleitet aus Pascal
Umrechnung
1 mm Wassersäule = 9,80665 Pa
Prüffläche
100 cm²
Abbruchkriterium
Druck beim Wasserdurchtritt an der dritten Stelle der Probe
Anforderungswerte in ISO 811
keine — die Norm legt nur das Verfahren fest
Anforderungswerte in EN 343:2019
vier Klassen; Klasse 4 verlangt 20.000 Pa, das sind 2.039 mm
Richtung
höherer Wert = höherer Widerstand

Wie die Wassersäule gemessen wird

Die Probe wird auf einer Fläche von 100 cm² von unten mit Wasser belastet. Der Druck steigt mit konstanter Rate. Gemessen wird der Druck in dem Moment, in dem an der dritten Stelle der Probe Wasser durchtritt.

Das Abbruchkriterium ist der Grund, warum die Wassersäule nichts über die Dichtigkeit im Gebrauch sagt: Zwei Tropfen an zwei Stellen beenden die Prüfung nicht. Gemessen wird ein Punkt, an dem das Material bereits an mehreren Stellen durchlässig ist.

Welche Werte vorkommen

EN 343:2019 ist die einzige der drei beteiligten Normen, die Anforderungen nennt. Sie staffelt Schutzkleidung gegen Regen in vier Klassen. Klasse 4 verlangt einen Wasserdurchgangswiderstand von 20.000 Pa, umgerechnet 2.039 mm Wassersäule.

Herstellerangaben streuen weit um diesen Wert. Über 75 Datenblätter von fünf Tarp-Herstellern reichte die angegebene Wassersäule von 350 bis 8.000 mm — das untere Ende liegt weit unter der höchsten EN-343-Klasse, das obere weit darüber.

Vergleichbar sind diese Zahlen trotzdem nicht: Keines der 75 Datenblätter nannte das Prüfverfahren, nach dem gemessen wurde. Ohne diese Angabe sagt eine höhere Zahl nicht, dass das Material dichter ist.

Wassersäule abgrenzen

Was die Wassersäule ist

  • Ein genormtes Prüfergebnis nach ISO 811:2018.
  • Ein Druckwert, umrechenbar zwischen Millimeter und Pascal.
  • Die Grundlage der vier Klassen in EN 343:2019.

Was die Wassersäule nicht ist

  • Kein Maß für Atmungsaktivität — dafür steht RET nach ISO 11092:2014.
  • Keine Aussage über die Haltbarkeit der Imprägnierung oder der Nahtbänder.
  • Keine vergleichbare Zahl, wenn das Prüfverfahren nicht genannt ist.
  • Keine Angabe darüber, ab welchem Wert ein Textil für einen Zweck genügt — das regelt erst EN 343.

Fragen zur Wassersäule

Wie viel Wassersäule braucht eine Regenjacke?

ISO 811 nennt keinen Mindestwert. EN 343:2019 verlangt für die höchste von vier Klassen 20.000 Pa, das sind 2.039 mm Wassersäule. Werte darüber sind nicht genormt.

Sind 20.000 mm Wassersäule doppelt so dicht wie 10.000 mm?

Nein. Der Wert bezeichnet den Druck, bei dem die Probe an der dritten Stelle durchlässig wird. Er ist kein Faktor für die Dichtigkeit im Gebrauch und nicht linear auf Nutzungsdauer oder Nässeschutz übertragbar.

Warum nennen Hersteller das Prüfverfahren nicht?

ISO 811 schreibt keine Angabepflicht vor, weil die Norm nur das Verfahren festlegt. Eine Pflicht zur Klassenangabe besteht allein bei Schutzkleidung nach EN 343:2019.

Wassersäule auf Outdoorberater

Die ausführliche Seite zur Wassersäule: Wassersäule und Atmungsaktivität: ISO 811, ISO 11092, EN 343.

Quellen zur Wassersäule

  • ISO 811:2018 — Textiles — Determination of resistance to water penetration — Hydrostatic pressure test Herausgeber ISO/TC 38 „Textiles“. Zweite Ausgabe. Legt das Verfahren fest, keine Anforderungswerte.
  • DIN EN ISO 811:2018-08 Deutsche Fassung. Ersetzt DIN EN 20811:1992-08.
  • EN 343:2019 — Schutzkleidung – Schutz gegen Regen Die einzige der drei Normen mit Anforderungswerten: vier Klassen.

Herausgeberin

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Sammeltresor UG (haftungsbeschränkt)
Sitz
Alatseestr. 28, 87629 Füssen, Deutschland
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