Giardia
Wasser & Aufbereitung Redaktion Outdoorberater Stand 10/2026
Giardia ist einer der beiden Parasiten, die bei der Wasseraufbereitung unterwegs regelmäßig genannt werden — und derjenige, der sich am einfachsten entfernen lässt.
Der Erreger
Giardia ist ein einzelliger Dünndarmparasit, der weltweit vorkommt.

Warum es ein Bündel ist und kein Schlauch
Die Hohlfasermembran ist heute die verbreitetste Filtertechnik für Wasserfilter im Rucksack. Sie löst das Grundproblem jeder Filtration: möglichst viel Filterfläche auf möglichst wenig Raum.

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Jedes Röhrchen ist ein eigener Filter
Das Wasser tritt durch die Wand ein und fließt im Inneren weiter. Jede Röhrchenwand bringt ihre eigene Filterfläche mit — hunderte davon ergeben die Fläche, die ein einzelner Schlauch nie hätte.
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Die Wand hält zurück, nicht das Loch
Gefiltert wird in der Wandstärke, nicht an der Öffnung. Deshalb ist die Porengröße eine Eigenschaft des Werkstoffs und nicht des sichtbaren Kanals.
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Frost zerstört sie unbemerkt
Bleibt Wasser in den Poren und gefriert, sprengen die Eiskristalle die Wandstruktur. Von außen sieht der Filter danach unverändert aus und filtert trotzdem nicht mehr.
Deshalb gehört ein benutzter Hohlfaserfilter im Winter in den Schlafsack und nicht in den Rucksack — und wer ihn einmal hat einfrieren lassen, ersetzt ihn. Es gibt keine Prüfung im Gelände, die einen Frostschaden sichtbar machen würde.

Die Dauerform entscheidet
Außerhalb eines Wirts überdauert Giardia als Zyste: eine von einer festen Hülle umgebene Ruheform, die in kühlem Wasser lange infektiös bleibt. Diese Zysten sind mit etwa 8 bis 12 Mikrometern auf der Hauptachse vergleichsweise groß.
Für die Praxis heißt das: Jeder Filter mit üblicher Porengröße von 0,1 bis 0,2 Mikrometern hält Giardia-Zysten sicher zurück. Mechanische Filtration ist hier der verlässliche Weg.
Warum Chlor allein nicht genügt
Gegen die Hülle der Zyste sind die in der Trinkwasseraufbereitung üblichen Chlorkonzentrationen bemerkenswert wenig wirksam. Chemische Verfahren brauchen deshalb deutlich längere Einwirkzeiten als gegen Bakterien — und bei Cryptosporidium verschärft sich das noch einmal.
Daraus folgt die verbreitete Kombination: Der Filter übernimmt die Protozoen, die Chemie die Viren.
Was eine Infektion bedeutet
Eine Giardiose äußert sich typischerweise mit Durchfall und Bauchbeschwerden, oft erst mit einigen Tagen Verzögerung nach der Aufnahme. Das erschwert die Zuordnung zur Quelle — wer auf einer langen Tour erkrankt, kann den Zeitpunkt der Aufnahme selten rekonstruieren. Umso mehr zählt, dass die Aufbereitung von Anfang an konsequent gemacht wird und nicht erst, wenn das Wasser verdächtig aussieht.
Wo das Risiko liegt
Giardia-Zysten gelangen über Fäkalien in Gewässer, menschliche wie tierische. Oberflächenwasser unterhalb von Weideflächen, Siedlungen oder stark begangenen Routen ist deshalb stärker belastet als Quellwasser oberhalb davon. Das macht die Wahl der Entnahmestelle zum ersten Schritt der Aufbereitung — noch vor der Gerätefrage.

