Zum Inhalt springen

Maßstab: das Verkleinerungsverhältnis einer Karte

Navigation & Orientierung Redaktion Outdoorberater Stand 10/2026

Der Maßstab gibt das Verhältnis zwischen einer Strecke auf der Karte und derselben Strecke in der Natur an. Das Bundesamt für Landestopografie schreibt die Rechnung in seiner Kartenlesebroschüre hin: 1:25.000 bedeutet, dass ein Zentimeter auf der Karte 25.000 Zentimetern in der Natur entspricht, also 250 Metern. Das sächsische Landesamt für Geobasisinformation nennt dasselbe für 1:10.000, wo ein Zentimeter 100 Meter sind.

Die Umrechnung unterwegs

Gebraucht wird die Rechnung unterwegs aber umgekehrt, und dafür gibt dasselbe Amt eine Umrechnungshilfe: Kartenstrecke in Zentimetern geteilt durch 4 ergibt bei 1:25.000 die Naturstrecke in Kilometern, geteilt durch 2 bei 1:50.000, und bei 1:100.000 ist ein Zentimeter ein Kilometer. Bei 1:10.000 sind zehn Zentimeter ein Kilometer.

Auf den schweizerischen Landeskarten der Maßstäbe 1:25.000 und 1:50.000 ist dieselbe Hilfe schon eingedruckt: Das Koordinatengitter ist ein 1-Kilometer-Netz mit einer Maschenweite von 4 beziehungsweise 2 Zentimetern. Wer Gitterfelder zählt, braucht kein Lineal.

Wie man die Strecke überhaupt abgreift

Die Rechnung setzt eine gemessene Kartenstrecke voraus, und die ist bei einem Wanderweg selten gerade. Das sächsische Landesamt beschreibt dafür vier Wege, die ohne Rechnen auskommen. Eine gerade Strecke wird mit dem Lineal abgenommen und an der Maßstabsleiste am Kartenrand abgelesen. Für kurvige Strecken dient die Papierstreifenmethode: Die Knickpunkte des Weges werden nacheinander auf einem Papierstreifen markiert, der Streifen danach an die Maßstabsleiste gelegt. Mit einem Stechzirkel geht es auch durch Abschlagen gleicher Schritte — vier Zirkelschläge zu einem Zentimeter ergeben auf einer Karte 1:25.000 genau 4 × 1 cm × 25.000 = 100.000 cm, also einen Kilometer. Der vierte Weg ist ein Faden, der dem Weg folgt und anschließend ausgelegt wird.

Ein Teil dieser Arbeit steckt schon im Gerät. Die Grundplatten mehrerer Kompassmodelle tragen sogenannte Romer-Skalen für 1:25.000 und 1:50.000, mit denen sich Abstände direkt abgreifen lassen; bei einer Wettkampfausführung sind es drei wechselbare Linealstreifen, beidseitig bedruckt und damit sechs Skalen. Und für Kurven führt derselbe Hersteller ein eigenes Messrädchen mit acht einstellbaren Maßstäben zwischen 1:15.000 und 1:750.000 — ein Werkzeug, dessen bloße Existenz zeigt, dass der Maßstab eine Einstellung ist und keine Eigenschaft der Strecke.

Was der Maßstab mit dem Karteninhalt macht

Daraus folgt die Generalisierung: Für dieselbe Landesfläche steht bei 1:100.000 hundertmal weniger Platz zur Verfügung als bei 1:10.000, weshalb der Inhalt nach Bedeutung ausgewählt, vereinfacht und zusammengefasst wird. Was auf der Übersichtskarte fehlt, hatte keinen Platz.

Welcher Maßstab wofür gedacht ist, sagt dasselbe Amt ausdrücklich: 1:10.000 für die lokale Orientierung, 1:25.000 für Wandern, Bergsteigen und Mountainbiken, 1:50.000 für Wandern und Radfahren, 1:100.000 als Übersicht. Der Maßstab taucht auch an der Ausrüstung auf — die Maßstabsleisten am Trageriemen eines Kompasses sind für bestimmte Maßstäbe ausgelegt und an einer anderen Karte nutzlos. Was er über den Höhenlinienabstand nicht sagt, steht bei Äquidistanz; die vollständige Beurteilung einer Karte behandelt der Ratgeber Kartenmaterial.

Inhalt

Gefällt dir, was du hier liest?

Teilen-Bild zu Maßstab: 1:25.000, 4 cm je Kilometer, Generalisierung

Gefällt dir, was du hier liest?

Wir stecken viel Arbeit in outdoorberater.de — gemessene Angaben statt Werbesprüche, keine Bezahlschranke, keine Werbeflut. Wenn dir das hilft, ist Weiterempfehlen die schönste Art, Danke zu sagen. Jedes Teilen hilft anderen, uns zu finden, und hält das Projekt am Leben.

Zurück zum Seitenanfang