Sprengung (Drop): der Höhenunterschied von Ferse zu Vorfuß
Schuh & Fuß Redaktion Outdoorberater Stand 10/2026
Die Sprengung — englisch Drop, auch Fersensprengung — ist der Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorfuß, angegeben in Millimetern. Gemeint ist die Differenz der Zwischensohlendicke zwischen Rück- und Vorfuß: um wie viel die Ferse höher steht.
Der Begriff stammt aus dem Laufschuhbereich und ist von dort in die Wanderschuhe gewandert. Die Werte reichen von 0 Millimetern — dann spricht man von Zero Drop — bis zu 12 Millimetern und mehr.
Was weniger Sprengung bewirkt
Die Sprengung verändert den Winkel im Sprunggelenk und damit die Verteilung der Belastung. Eine Untersuchung von Besson (2019) hat gemessen, dass Schuhe ohne Sprengung höhere Dorsalflexionsmomente im Sprunggelenk erzeugen, während die Kniestreckmomente niedriger ausfielen als bei Schuhen mit 6 oder 10 Millimetern.
Das ist die belastbare Kernaussage, und sie ist eine Verlagerung, keine Verbesserung: Weniger Sprengung nimmt Last vom Knie und gibt sie an Sprunggelenk, Achillessehne und Wade weiter. Eine höhere Sprengung tut das Umgekehrte und entlastet tendenziell Achillessehne und Wade.

Was die Sprengung wirklich misst
Die Sprengung — englisch Drop — ist der Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorfuß, gemessen an der Dicke der Zwischensohle. Der Begriff stammt aus dem Laufschuhbereich; bei Wanderschuhen ist er eine Nebengröße, über die trotzdem viel gesprochen wird.
Hohe Sprengung
Die Ferse steht deutlich höher

Der Fuß steht hinten höher. Das verlagert Last auf den Vorfuß und verkürzt die Wadenmuskulatur etwas — spürbar vor allem bergauf.
- Was sich ändert
- Mehr Dämpfung an der Ferse, gewohnteres Gefühl
Zero Drop
Ferse und Vorfuß gleich hoch

Der Fuß steht waagerecht wie barfuß. Das belastet die Wadenmuskulatur und die Achillessehne anders — wer umsteigt, braucht dafür Zeit.
- Was sich ändert
- Natürlichere Fußstellung, Umstellung nötig
Für Wanderschuhe ist die Sprengung eine Nebengröße: Sie sagt nichts über Dämpfung, nichts über Stabilität und nichts über die Passform. Eine dicke Sohle mit 8 mm Drop kann weicher dämpfen als eine dünne mit 0 mm — die Zahl beschreibt nur die Differenz, nicht die Höhe.

Was die Zahl nicht sagt
Sprengung und Dämpfung sind verschiedene Größen. Ein Schuh kann 0 Millimeter Sprengung und eine dicke, weiche Zwischensohle haben oder 10 Millimeter und fast keine. Die eine Zahl beschreibt den Höhenunterschied, die andere das Material dazwischen.
Ebenso wenig sagt sie etwas über die Verwindungssteifigkeit oder die Stützwirkung. Ein Schuh mit geringer Sprengung ist nicht automatisch „natürlicher" — er ist anders geneigt, mehr nicht.
Für Wanderschuhe eine Nebengröße
Im Laufschuhbereich wird die Sprengung intensiv diskutiert, weil dort viele tausend gleichartige Schritte auf ebenem Grund stattfinden. Beim Wandern ist das Gelände uneben, das Tempo niedriger und die Schrittform wechselnd — der Einfluss der Sprengung tritt gegenüber Passform, Steifigkeit und Profil zurück.
Bei Bergschuhen kommt hinzu, dass eine ausgeprägte Sprengung im Steilgelände unerwünscht sein kann: Beim Antreten auf kleinen Tritten liegt die Last vorn, und eine hohe Ferse hebt den Schwerpunkt. Deshalb fallen die Werte dort meist niedriger aus als bei Laufschuhen — ohne dass daraus eine Regel würde.
Wer die Angabe nutzen will, nutzt sie am besten als Vergleichsgröße zum eigenen bisherigen Schuh: Ein Wechsel um wenige Millimeter fällt kaum auf, ein Wechsel um acht sehr wohl.

