FSME
Erste Hilfe & Notfall Redaktion Outdoorberater Stand 10/2026
FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine von Zecken übertragene Viruserkrankung. Für die Tourenplanung ist an ihr vor allem eine Eigenschaft bedeutsam: Sie tritt regional ungleich auf, und wo, legt eine Behörde Jahr für Jahr neu fest.
Jede Angabe trägt ein Stichjahr
Welche Kreise als Risikogebiet gelten, legt das Robert Koch-Institut jedes Jahr neu fest und gibt es im Epidemiologischen Bulletin bekannt. In der Fassung mit dem Stichtag 15. Januar 2026 aus Bulletin 9/2026 sind es 185 Kreise; dazugekommen sind der Landkreis Nordsachsen und der Stadtkreis Halle (Saale). Für 2025 wurden dem Institut 693 Erkrankungen gemeldet — die dritthöchste Zahl seit Beginn der Erfassung 2001; 98 Prozent der Erkrankten waren nicht oder nicht ausreichend geimpft.
Praktisch zählt daran weniger die Zahl als ihr Verfallsdatum. Eine abgedruckte Karte ist nach einem Jahr überholt, und eine Kreiszahl ohne Stichjahr ist keine Auskunft. Für ein konkretes Gebiet gilt deshalb die Fassung des laufenden Jahres beim Institut — nicht die Grafik in einem Ratgeber. Und das Institut setzt selbst eine Grenze dazu: Einzelne Erkrankungen wurden auch in Bundesländern beobachtet, die kein Risikogebiet führen.
Abgrenzung zur Borreliose
Die zweite durch Zecken übertragene Krankheit verhält sich geografisch genau umgekehrt: Die Borreliose kommt nach demselben Institut bundesweit vor, und eine Impfung gegen sie gibt es bislang nicht. Für die Ausrüstung folgt daraus eine klare Rangfolge: Nur wer den Stich verhindert, schützt sich gegen beide Krankheiten zugleich. Was dafür hilft und was nur so klingt, steht im Ratgeber zu Insekten und Zecken; die beiden verbreiteten Wirkstoffe behandelt der Eintrag zu DEET und Icaridin.
Zur Impfung nur eine Tatsachenangabe, keine Empfehlung dieser Seite: Bei Aufenthalt in Risikogebieten und Kontakt zu Zecken empfiehlt die Ständige Impfkommission die Impfung gegen FSME. Die Entscheidung gehört in eine Arztpraxis, nicht in einen Ausrüstungsratgeber.
