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Karte einnorden: die Karte in die Lage des Geländes drehen

Navigation & Orientierung Redaktion Outdoorberater Stand 10/2026

Einnorden heißt, eine Karte so zu drehen, dass ihre Nordrichtung mit der Nordrichtung im Gelände zusammenfällt. Erst danach liegt das Kartenbild wie die Landschaft davor: Was auf dem Papier rechts steht, steht auch im Gelände rechts. Das ist der Schritt, der aus einem Plan eine Orientierungshilfe macht.

Warum es überhaupt nötig ist

Dass eine Karte gedreht werden muss, liegt an einer Festlegung, die man leicht für selbstverständlich hält: Alle topografischen Karten sind genordet, ihr oberer Rand zeigt also immer nach Norden. Gedruckt ist die Karte damit auf eine einzige Lage festgelegt — die Landschaft davor nimmt darauf keine Rücksicht. Wer die Karte liest, ohne sie zu drehen, muss jede Richtung im Kopf umrechnen, und zwar bei jedem Blick erneut.

Dass das nicht trägt, begründet das sächsische Landesamt mit einem Befund und nicht mit einer Mahnung: Menschen, die sich verirren, laufen häufig im Kreis, ohne es zu bemerken — das Richtungsgefühl allein hält keine gerade Linie, sobald äußere Orientierungspunkte wie Berge, Sonne oder Mond fehlen. Das Einnorden ersetzt dieses Gefühl durch eine Außenreferenz, und das ist sein eigentlicher Zweck.

Die Handgriffe

Das Bundesamt für Landestopografie beschreibt das Verfahren mit dem Kompass in zwei Schritten: den Kompass längs an das Koordinatengitter anlegen und beides gemeinsam drehen, bis die Magnetnadel zur Nordmarkierung zeigt. Dieselbe Broschüre nennt den Weg ohne Kompass gleich daneben — die Karte lässt sich auch an gut erkennbaren Linien in der Natur ausrichten, an Straßen, Flussläufen oder Waldrändern. Und sie beschreibt den Zweck: Ist die Karte nach Norden ausgerichtet, sucht man markante Punkte in der Umgebung, etwa einen Kirchturm, eine Brücke oder eine Straßenkreuzung, ordnet sie der Karte zu und hat damit den eigenen Standort.

Dasselbe Amt gibt auch den Behelf für den Fall ohne Kompass im Gepäck: die Kompassfunktion des Telefons nutzen und das Gerät entlang der Koordinatengitterlinien auf die Papierkarte legen, dann beides zusammen nach Norden drehen.

Zwei Einschränkungen

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens die Störquellen: Dieselbe amtliche Quelle nennt die Nähe von Metallgegenständen, Fahrzeugen und Hochspannungsleitungen; beim Einnorden liegt die Karte oft auf dem Rucksack, und genau dort steckt das Metall. Zweitens die Deklination — die Anleitung des Bundesamtes erwähnt sie beim Einnorden auf keiner Seite, und das ist keine Lücke, sondern eine Entscheidung über die erreichbare Genauigkeit. Die Begründung steht im Ratgeber Kompass.

Unterwegs bleibt die Karte eingenordet: Das Amt empfiehlt den Daumengriff, also die auf einen handlichen Ausschnitt gefaltete Karte stets nach Norden zu halten und den Daumen auf den Standort zu legen.

Damit ist das Einnorden kein einmaliger Handgriff am Wegweiser, sondern eine Haltung für die ganze Tour — und der erste von zwei Schritten. Erst die eingenordete Karte erlaubt den zweiten: den eigenen Standort über markante Punkte zu bestimmen, wie es bei der Peilung beschrieben ist. Fehlt der Kompass ganz, bleibt die Nordrichtung aus Sonne und Sternen — mit welchen Fehlerspannen die vier gebräuchlichen Verfahren dabei arbeiten, führt der Ratgeber Orientierung ohne Gerät vor. Welche Kartenwerke überhaupt ein Gitter führen, steht beim Kartenmaterial.

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