Silpoly
Fasern & Garne Redaktion Outdoorberater Stand 10/2026
Silpoly ist die Kurzform für silikonbeschichtetes Polyestergewebe, wie es für Außenzelte und Tarps verwendet wird — kein Markenname, sondern eine Materialbezeichnung aus Silikon und Polyester. Ein Zelthersteller führt das Kürzel SP am Modellnamen und löst es im Datenblatt mit „Fabric name: Silpoly“ auf, dahinter stehen 100 Prozent Polyester in Ripstop-Konstruktion, 20 Denier und eine fluorfreie Imprägnierung.
Gegen Silnylon: dieselben Felder, derselbe Wert
Ein Händler führt beide Stoffe in derselben Qualität, und die Spezifikationstabellen sind nicht zu unterscheiden: 37,3 Gramm je Quadratmeter Grundgewicht, rund 42 mit der Silikon-Polyurethan-Schicht, 20 × 20 Denier Fadenstärke, rund 2.000 Millimeter Wassersäule, beidseitig beschichtet. Kein Feld weicht ab.
Was Silpoly voraushaben soll, erfährt man nur im Werbetext: weniger Wasseraufnahme, mehr UV-Beständigkeit, geringeres Durchsacken bei Nässe. Keine dieser drei Angaben trägt eine Zahl — es sind Eigenaussagen des Anbieters, und sie bleiben hier als solche stehen.
Die Ursache ist dagegen belegt
Sie liegt in der Faser. Der Feuchterückgewinn beträgt im Normklima nach ISO 139 für Polyamid 4,0 Prozent und für Polyester 0,4 — der Faktor zehn. Eine Nylonbahn nimmt deshalb Wasser auf und hängt nach einer Regennacht spürbar durch, eine Polyesterbahn kaum.
Eine offene Stelle gehört dazu: Ein Prozentwert für die Dehnung bei Nässe stand auf keinem der ausgewerteten Datenblätter — nicht bei Nylon und nicht bei Polyester. Die Richtung ist belegt, der Betrag nicht. Welche vier Bauarten im Ultraleichtbereich gegeneinanderstehen und wie ihre Flächengewichte sich verteilen, behandelt der Ratgeber zu Ultraleicht-Materialien; die dichte Alternative ohne Gewebe ist das DCF-Laminat.
