Brennwert
Messwerte & Normen Redaktion Outdoorberater Stand 10/2026
Brennwert und Heizwert sind zwei Angaben für dieselbe Verbrennung, die sich um einen Posten unterscheiden: die Wärme, die frei wird, wenn der bei der Verbrennung entstehende Wasserdampf wieder kondensiert.
Der Unterschied in einem Satz
Der Brennwert — auch oberer Heizwert — zählt diese Kondensationswärme mit. Der Heizwert — unterer Heizwert — lässt sie weg. Der Brennwert ist deshalb bei jedem Brennstoff die größere Zahl.
Für Heizungstechnik ist die Unterscheidung wesentlich: Ein Brennwertkessel kühlt die Abgase gezielt so weit ab, dass der Dampf kondensiert, und gewinnt dadurch zusätzliche Wärme. Ein Campingkocher tut das nicht — bei ihm zieht der Wasserdampf heiß ab. Für die Abschätzung des Brennstoffbedarfs unterwegs ist deshalb der Heizwert die richtige Größe.

Schraub oder Stich: was das Ventil ausmacht
Eine Gaskartusche ist ein Druckbehälter, der einmal im Werk befüllt und danach geprüft wird — nachfüllen lässt sie sich nicht. Der Unterschied zwischen den beiden Bauarten steckt oben: Die eine trägt ein Ventil, die andere wird beim Aufsetzen angestochen.
Schraubkartusche
Selbstschließendes Ventil mit Gewinde

Lässt sich jederzeit abnehmen, auch halbvoll. Das Gewinde ist zwischen den Herstellern weitgehend vereinheitlicht.
- Im Gebrauch
- Übliche Füllgewichte 100, 230 und 450 Gramm
Stechkartusche
Geschlossene Kuppe, wird angestochen

Einmal aufgesetzt, lässt sie sich bis zur vollständigen Entleerung nicht mehr trennen. Dazu sind mehrere zueinander unverträgliche Bauformen im Umlauf.
- Im Gebrauch
- Leichter und billiger, dafür unflexibel
Beide Bauarten fallen bei Frost aus demselben Grund aus: Das Gas muss im Behälter nachverdampfen, und unterhalb seines Siedepunkts hört das auf. Dagegen hilft nicht die Bauart, sondern die Füllung — oder ein Kocher, der flüssig fördert.

Zahlen für die gängigen Brennstoffe
Propan und Butan liegen also dicht beieinander, Ethanol — der Hauptbestandteil von Brennspiritus — deutlich darunter: rund 59 Prozent der Energie je Kilogramm. Das ist der Grund, warum ein Spirituskocher für dieselbe Wärmemenge spürbar mehr Brennstoffmasse braucht.
Wo die Angabe herkommt
Beide Werte werden im Labor bestimmt, indem eine abgewogene Menge des Stoffs unter festgelegten Bedingungen vollständig verbrannt und die freigesetzte Wärme gemessen wird. Angegeben werden sie meist in Megajoule je Kilogramm, seltener in Kilowattstunden. Für den Vergleich zweier Brennstoffe muss man darauf achten, dass dieselbe der beiden Größen verglichen wird — Brennwert gegen Heizwert zu stellen, verzerrt das Bild um mehrere Prozent.
Was die Zahl nicht sagt
Der Heizwert beschreibt, wie viel Energie im Brennstoff steckt — nicht, wie viel davon im Topf ankommt. Ein offener Brenner im Wind verliert einen erheblichen Teil an die Umgebung, ein eingehaustes System mit Wärmetauscher deutlich weniger. Die Rechnung „Heizwert mal Menge" ist deshalb eine Obergrenze. Wie groß der Unterschied ausfällt, hängt stark von Deckel und Windschutz ab.

