Zum Inhalt springen

Isobutan

Physik & Klima Redaktion Outdoorberater Stand 10/2026

Isobutan ist eine der beiden Formen, in denen Butan vorkommt. Chemisch hat es dieselbe Summenformel wie n-Butan, aber eine verzweigte statt einer geraden Molekülkette. Dieser bauliche Unterschied verschiebt den Siedepunkt deutlich — und genau das macht den Stoff für Gaskocher interessant.

Der Siedepunkt ist der Punkt

n-Butan siedet bei −0,5 °C, Isobutan bei −11,7 °C. In einer Gaskartusche liegt das Gas überwiegend flüssig vor; damit es zum Brenner strömt, muss ständig Flüssigkeit nachverdampfen. Unterhalb des Siedepunkts hört dieser Vorgang auf: Der Druck fällt, die Flamme wird kleiner und erlischt, obwohl die Kartusche noch gefüllt ist.

Die elf Grad Unterschied verschieben diese Grenze also spürbar nach unten. Deshalb tragen Kartuschen, die für kalte Bedingungen gedacht sind, Isobutan statt n-Butan — meist gemischt mit Propan, das mit −42 °C noch weit tiefer siedet.

Infografik
Outdoor Beratung und Ratgeber
Brennstoff

Warum die Flamme bei Frost kleiner wird

In einer Gaskartusche liegt das Gas überwiegend flüssig vor. Damit es zum Brenner strömt, muss ständig Flüssigkeit nachverdampfen — und unterhalb des Siedepunkts hört das auf. Genau dort liegt der Unterschied zwischen den Butansorten: n-Butan siedet bei −0,5 °C, Isobutan erst bei −11,7 °C.

Über dem Siedepunkt

Flüssigkeit verdampft nach

Gaskartusche im Schnitt bei milder Temperatur: Von der Flüssigkeitsoberfläche steigen Dampfschwaden auf und füllen den Gasraum darüber. Dampf Flüssiggas

Von der Oberfläche verdampft ständig Flüssigkeit nach. Der Druck bleibt erhalten, und der Brenner bekommt gleichmäßig Gas.

Was passiert
Die Flamme brennt gleichmäßig

Unter dem Siedepunkt

Die Verdampfung hört auf

Dieselbe Kartusche bei Frost: Die Flüssigkeitsoberfläche ist ruhig, der Gasraum darüber leer, und außen hat sich Reif gebildet. Reif kein Dampf Flüssiggas

Es verdampft nichts mehr. Der Druck fällt, die Flamme wird kleiner und erlischt — obwohl die Kartusche noch voll ist.

Was passiert
Voll und liefert trotzdem nichts

Die elf Grad Unterschied zwischen n-Butan und Isobutan verschieben diese Grenze spürbar nach unten. Deshalb tragen Wintermischungen Isobutan statt n-Butan, meist zusammen mit Propan, das bei −42 °C siedet. Reines Propan scheidet aus: Sein Druck wäre für die dünnwandigen Kartuschen zu hoch.

Mit KI-Unterstützung erstellt Schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung.

Warum nicht reines Propan

Propan allein wäre kältetechnisch ideal, baut aber bei warmen Temperaturen so hohen Druck auf, dass der Behälter deutlich schwerer gebaut sein müsste. EN 417 begrenzt den Fülldruck auf 13,2 bar bei 50 °C. Die Mischung aus Isobutan und Propan ist der Kompromiss: tief genug siedend für den Winter, zahm genug im Sommer.

Warum es Isomere gibt

n-Butan und Isobutan bestehen aus denselben Atomen in derselben Zahl, nur anders verknüpft: einmal als gerade Kette, einmal verzweigt. Solche Verbindungen heißen Isomere. Die Verzweigung verändert, wie stark sich die Moleküle gegenseitig anziehen — und davon hängt der Siedepunkt ab.

Was das in der Praxis bedeutet

Beim Kauf lohnt der Blick auf die Zusammensetzung, die auf dem Etikett steht. „Butan/Propan" ist nicht dasselbe wie „Isobutan/Propan" — bei Frost liegen zwischen beiden rund elf Grad Einsatzbereich. Zusätzlich gilt: Propan entweicht aus einem Gemisch zuerst, weil es den höchsten Dampfdruck hat. Eine angebrochene Kartusche verhält sich deshalb kälteempfindlicher als eine volle.

Inhalt

Gefällt dir, was du hier liest?

Teilen-Bild zu Isobutan: warum Wintergas tiefer siedet

Gefällt dir, was du hier liest?

Wir stecken viel Arbeit in outdoorberater.de — gemessene Angaben statt Werbesprüche, keine Bezahlschranke, keine Werbeflut. Wenn dir das hilft, ist Weiterempfehlen die schönste Art, Danke zu sagen. Jedes Teilen hilft anderen, uns zu finden, und hält das Projekt am Leben.

Zurück zum Seitenanfang