Gaskartusche
Ausrüstungsteile Redaktion Outdoorberater Stand 10/2026
Eine Gaskartusche ist der Druckbehälter, aus dem ein Campingkocher sein Flüssiggas bezieht. Sie ist nicht nachfüllbar: Der Behälter wird einmal unter Werksbedingungen befüllt und danach geprüft. Die europäische Norm dafür ist EN 417; sie gilt für Kartuschen mit 50 bis 1.000 Millilitern Gesamtvolumen und verlangt unter anderem, dass der Fülldruck bei 50 °C 13,2 bar nicht überschreitet.
Zwei Bauarten
Schraubkartuschen tragen ein selbstschließendes Ventil. Sie lassen sich jederzeit vom Kocher abnehmen, auch halbvoll, und sind im Trekkingbereich die verbreitete Bauform. Übliche Füllgewichte sind 100, 230 und 450 Gramm. Das Gewinde ist zwischen den Herstellern weitgehend vereinheitlicht — das ist eine Branchenübereinkunft, kein Inhalt der Norm.
Stechkartuschen werden beim Aufsetzen angestochen und können bis zur vollständigen Entleerung nicht mehr getrennt werden. Sie sind leichter und billiger, aber unflexibel; zudem sind mehrere zueinander inkompatible Bauformen im Umlauf.

Schraub oder Stich: was das Ventil ausmacht
Eine Gaskartusche ist ein Druckbehälter, der einmal im Werk befüllt und danach geprüft wird — nachfüllen lässt sie sich nicht. Der Unterschied zwischen den beiden Bauarten steckt oben: Die eine trägt ein Ventil, die andere wird beim Aufsetzen angestochen.
Schraubkartusche
Selbstschließendes Ventil mit Gewinde

Lässt sich jederzeit abnehmen, auch halbvoll. Das Gewinde ist zwischen den Herstellern weitgehend vereinheitlicht.
- Im Gebrauch
- Übliche Füllgewichte 100, 230 und 450 Gramm
Stechkartusche
Geschlossene Kuppe, wird angestochen

Einmal aufgesetzt, lässt sie sich bis zur vollständigen Entleerung nicht mehr trennen. Dazu sind mehrere zueinander unverträgliche Bauformen im Umlauf.
- Im Gebrauch
- Leichter und billiger, dafür unflexibel
Beide Bauarten fallen bei Frost aus demselben Grund aus: Das Gas muss im Behälter nachverdampfen, und unterhalb seines Siedepunkts hört das auf. Dagegen hilft nicht die Bauart, sondern die Füllung — oder ein Kocher, der flüssig fördert.

Worauf es beim Kauf ankommt
Nicht auf die Bauform, sondern auf den Inhalt. Die Norm regelt den Behälter, nicht das Gasgemisch — und davon hängt ab, bis zu welcher Temperatur der Kocher arbeitet. Reines n-Butan hört bei −0,5 °C auf zu verdampfen, Isobutan erst bei −11,7 °C, Propan bei −42 °C. Welche Mischung in der Dose ist, steht auf dem Etikett.
Ein zweiter Punkt betrifft Gemische: Propan hat den höchsten Dampfdruck und entweicht zuerst. Eine halbvolle Butan-Propan-Kartusche ist deshalb kälteempfindlicher als eine volle derselben Sorte.
Füllstand und Entsorgung
Den Restinhalt bestimmt man über das Gewicht: Nettofüllgewicht und meist auch das Leergewicht stehen auf der Dose. Eine Kartusche gilt erst als leer, wenn sie drucklos ist; mit Restgas gehört sie zur Schadstoffsammlung und nicht in den Hausmüll.

