CLO-Wert: Einheit für Bekleidungsisolation
Wärme & Isolation Redaktion Outdoorberater Stand 10/2026
Der Clo-Wert ist die Einheit für den Wärmedurchlasswiderstand von Bekleidung. Er beschreibt, wie stark ein Kleidungsstück den Wärmeverlust des Körpers bremst — gemessen an einer beheizten Gliederpuppe in ruhender Luft.
Die Einheit ist nicht veraltet: Sie ist sowohl in ISO 9920 als auch in ANSI/ASHRAE 55 die geführte Größe für Bekleidungsisolation. Je höher der Wert, desto langsamer geht Wärme durch die bedeckte Fläche nach außen.
Clo-Werte lassen sich nicht addieren
Der meistgenannte Zusatz zu dieser Definition ist falsch. Jeder Clo-Wert aus einer Tabelle ist ein Iclu — die Isolation des allein getragenen Einzelstücks. Beim Übereinanderziehen presst jede Lage die Luftschicht der darunterliegenden zusammen, und diese ruhende Luft ist der eigentliche Wärmewiderstand.
Icl = 0,161 + 0,835 × ΣIclu — statt der einfachen SummeISO 9920 führt beide Gleichungen nebeneinander: die einfache Summe und die obige Korrektur. Kuklane und Toma haben sie 2021 in Industrial Health an Thermopuppenmessungen geprüft — die einfache Summe lag im Mittel 7,26 Prozent daneben, und über andere Datensätze hinweg nennen die Autoren Abweichungen „far above 20 %".

Drei Lagen, drei Aufgaben
Das Zwiebelprinzip wärmt nicht dadurch, dass man viel anzieht, sondern dadurch, dass jede Lage eine andere Aufgabe hat — und dass man einzelne davon ablegen kann, wenn die Aufgabe gerade nicht ansteht.
Außenschicht
Wind und Wasser abhalten
Sie wärmt nicht. Sie schützt die Isolation davor, nass oder vom Wind leergeblasen zu werden.
Häufiger Fehler: Dauerhaft getragen — ohne Belüftung staut sich die eigene Feuchte darunter.
Isolationsschicht
Ruhende Luft festhalten
Hier entscheidet allein die aufgebaute Dicke, nicht das Material. Die Wärme steckt in der Luft zwischen den Fasern.
Häufiger Fehler: Zu dick für die Tätigkeit — wer schwitzt, durchnässt die Lage von innen.
Basisschicht
Feuchte von der Haut wegführen
Sie wärmt ebenfalls nicht. Sie sorgt dafür, dass die Haut trocken bleibt — nasse Haut kühlt aus, egal was darüberliegt.
Häufiger Fehler: Baumwolle — sie saugt die Feuchte auf und gibt sie nicht weiter.
Der eigentliche Gewinn ist nicht die Wärme, sondern die Regelbarkeit: Drei dünne Lagen lassen sich einzeln ablegen, eine dicke Jacke nur ganz. Wer am Anstieg leicht friert, hat alles richtig gemacht — nach zehn Minuten stimmt es.

Umrechnung in TOG
1 TOG entspricht 0,1 m²·K/W und damit rund 0,645 clo. Der Faktor ist gerundet — 0,1 geteilt durch 0,155 ergibt 0,64516…
| TOG-Wert | CLO-Wert | Wärmedurchlasswiderstand in m²·K/W |
|---|---|---|
| 1 | 0,645 | 0,1 |
| 4 | 2,6 | 0,4 |
| 8 | 5,2 | 0,8 |
| 12 | 7,7 | 1,2 |
| 15 | 9,7 | 1,5 |
| 18 | 11,6 | 1,8 |
Warum hier keine Temperatur steht
Tabellen dieser Art tragen oft eine vierte Spalte mit einer „Standardtemperatur". Sie fehlt hier aus zwei Gründen. Erstens folgt aus dem Clo-Wert allein keine Wohlfühltemperatur — dazu gehören Aktivität, Wind, Feuchtigkeit und Körperbau, und keine dieser Größen steckt in der Zahl. Zweitens wird in ruhender Luft gemessen; schon leichter Wind verschiebt das Ergebnis erheblich.

