Flächengewicht: die Grammatur in Gramm je Quadratmeter
Gewebe & Verarbeitung Redaktion Outdoorberater Stand 10/2026
Das Flächengewicht gibt an, wie viel ein Quadratmeter eines Stoffes wiegt. Die Einheit ist Gramm je Quadratmeter, geschrieben g/m², im englischen Sprachraum gsm für grams per square metre. Bei Fleece und Baselayern steht die Zahl oft im Produktnamen — „Fleece 200" meint 200 g/m².
Sie ist die unmittelbarste Vergleichsgröße, die es für Flächengebilde gibt, und ergänzt den Denier: Denier beschreibt die Feinheit des einzelnen Fadens, das Flächengewicht die Masse der fertigen Fläche. Ein feiner Faden kann dicht verwoben schwerer wiegen als ein grober, locker verarbeiteter.
Zwei Normen, zwei Anwendungsfälle
Für die Messung gibt es zwei Verfahren, die sich im Prüfgut unterscheiden. ISO 3801 behandelt Webgewebe und bestimmt sowohl die Masse je Längeneinheit als auch je Flächeneinheit; sie setzt Ware in voller Breite oder mittig gefaltet voraus und beschreibt fünf Verfahren. EN 12127 arbeitet dagegen mit kleinen, ausgestanzten Proben und gilt für Web- und Maschenware gleichermaßen; geprüft wird im Normklima oder ofentrocken.
Der Unterschied ist praktischer Natur: An einer Warenbahn im Lager lässt sich nach ISO 3801 messen, an einem fertigen Kleidungsstück nur nach EN 12127. Die zweite Norm verweist deshalb auf die erste und ergänzt sie, statt mit ihr zu konkurrieren.

Warum die Innenseite ein Gitter trägt
Ein Gitterfleece ist auf der Innenseite nicht flach, sondern trägt ein Raster aus erhabenen Stegen. Das ist kein Muster, sondern Konstruktion: Jeder Steg und jedes Tal dazwischen hat eine eigene Aufgabe.

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Die Stege berühren die Haut
Nur sie liegen auf. Dadurch ist die Berührungsfläche klein, und was an Feuchtigkeit entsteht, bleibt nicht zwischen Haut und Stoff stehen.
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Die Täler sind Luftkanäle
Zwischen den Stegen bleibt ein durchgehendes Netz aus Hohlräumen. Dort zieht feuchte Luft ab — und dort steht im Ruhezustand die Luft, die wärmt.
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Weniger Material, gleiche Wirkung
Weil nur die Stege dick sind, wiegt das Gewebe weniger als ein durchgehend gleich dickes Fleece — bei vergleichbarer Dämmung und deutlich schnellerem Trocknen.
Das ist der Grund, warum solche Stoffe fast immer als erste Lage direkt auf der Haut sitzen: Sie puffern Feuchtigkeit, ohne sie zu halten. Als alleinige Isolationsschicht taugen sie nicht — dafür ist zu wenig Material da.

Was die Zahl kann — und was nicht
Innerhalb einer Bauart ist sie aussagekräftig: Zwei Fleece desselben Typs lassen sich über g/m² vergleichen, und bei Baselayern trennt die Zahl die Sommer- von der Winterausführung zuverlässiger als jede Produktbezeichnung. Auch für das Packgewicht ist sie der direkte Hebel.
Über Bauarten hinweg trägt sie nicht. Ein 200er Fleece und ein 200er Merinostrick wiegen gleich und wärmen sehr unterschiedlich, weil die Wärmeleistung an der aufgebauten Dicke hängt und nicht an der Masse — siehe Wärmedurchlasswiderstand. Dasselbe gilt für Gewebe: Ein dicht gewebter, dünner Stoff kann schwerer sein als ein luftiger dicker und trotzdem schlechter dämmen.
Und sie sagt nichts über Haltbarkeit. Wie robust ein Stoff ist, hängt an Faserart, Garnkonstruktion und Bindung; ein schweres Gewebe aus kurzstapeliger Faser ist nicht zwangsläufig stabiler als ein leichtes aus hochfestem Filament.
Übliche Größenordnungen bei Fleece und Baselayer
Als grobe Orientierung — keine Normwerte, sondern Marktgewohnheit: Baselayer werden meist zwischen etwa 120 und 260 g/m² angeboten, Fleece in den Stufen 100, 200 und 300. Die Zahlen sind deshalb so rund, weil sie als Produktbezeichnung eingeführt wurden; dahinter steht kein Prüfwert, sondern eine Reihe, die sich am Markt durchgesetzt hat.
Für Gewebe ist die Angabe seltener, weil dort Denier die gewohnte Größe ist. Bei Zelten und Rucksäcken trifft man beide nebeneinander — und dann beschreiben sie verschiedene Dinge, nicht dasselbe in anderen Worten.

