Log-Stufe
Wasser & Aufbereitung Redaktion Outdoorberater Stand 10/2026
Angaben zur Wirksamkeit von Wasseraufbereitern werden nicht in Prozent gemacht, sondern in log-Stufen. Der Grund ist die Größenordnung: Bei Keimzahlen geht es um Faktoren von Millionen, und dafür sind Prozentangaben unhandlich.
Herkunft des Begriffs
Die Bezeichnung kommt vom dekadischen Logarithmus, also der Zehnerpotenz.

Warum Aktivkohle kein Filter ist
Aktivkohle ist in vielen Filtersystemen als zusätzliche Stufe verbaut und wird dabei regelmäßig missverstanden: Sie ist kein Filter im Sinne einer mechanischen Trennung. Was sie leistet, hat mit ihrer inneren Struktur zu tun.

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Die Oberfläche liegt innen
Das Material ist von Poren in allen Größen durchzogen. Dadurch entfällt auf wenige Gramm eine innere Oberfläche, die ein massiver Block nie hätte — und genau diese Fläche arbeitet.
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Stoffe lagern sich an, sie bleiben nicht hängen
Gelöste Moleküle haften an der Porenwand. Das ist keine Siebwirkung: Ein Erreger, der kleiner ist als die Pore, wird dadurch nicht zurückgehalten.
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Irgendwann ist die Fläche belegt
Ist die Oberfläche gesättigt, hört die Wirkung auf — ohne dass sich am Durchfluss etwas ändert. Deshalb hat eine Kohlestufe eine Standzeit und keine Rückspülung.
Sie ist damit eine Ergänzung und kein Ersatz: Gegen Chlor, Geschmack, Geruch und einen Teil der gelösten Chemikalien wirkt sie, gegen Bakterien, Protozoen und Viren nicht. Wer nur eine Kohlestufe hat, hat keinen Wasserfilter.

Was eine Stufe bedeutet
Eine log-Stufe ist eine Verringerung um den Faktor zehn. Jede weitere Stufe multipliziert das.
Aus 1.000.000 Keimen werden bei 6 log also rechnerisch ein einziger. Entscheidend ist dabei das Verständnis, dass die Stufen nicht addiert, sondern multipliziert wirken: Der Abstand zwischen 3 log und 6 log ist nicht doppelt so gut, sondern tausendmal.
Wo die Zahlen auftauchen
Das EPA-Protokoll, dessen Methodik NSF/ANSI P231 übernimmt, verlangt für einen mikrobiologischen Wasseraufbereiter drei Werte gleichzeitig: 6 log für Bakterien, 4 log für Viren, 3 log für Protozoen. Die unterschiedlichen Anforderungen bilden ab, wie viele Erreger der jeweiligen Gruppe üblicherweise vorkommen und wie infektiös sie sind.
Umrechnen im Kopf
Die Umrechnung ist einfach, wenn man sie einmal gesehen hat: Die Zahl der log-Stufen entspricht der Zahl der Neunen hinter dem Komma, beginnend bei 90 Prozent. 2 log sind 99 Prozent, 4 log sind 99,99 Prozent. Jede weitere Neun bedeutet eine weitere Zehnerpotenz — und damit, dass von den verbliebenen Keimen wieder nur ein Zehntel übrig bleibt.
Warum nicht einfach „100 Prozent"
Eine vollständige Entfernung lässt sich weder messen noch garantieren. Jedes Prüfverfahren arbeitet mit einer bekannten Belastung des Rohwassers und misst, was danach übrig ist. Die log-Stufe beschreibt genau dieses Verhältnis — sie ist eine Messgröße, keine Werbeaussage.

