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Füllgewicht: die Daunenmenge in Gramm

Wärme & Isolation Redaktion Outdoorberater Stand 10/2026

Das Füllgewicht ist die Masse der Füllung in einem Schlafsack oder einer Daunenjacke, angegeben in Gramm. Es beantwortet die Frage „wie viel Daune ist drin?" — und ist damit etwas grundsätzlich anderes als die Bauschkraft, die beantwortet „wie gut ist sie?".

Die beiden Zahlen werden im Handel regelmäßig verwechselt, und die Verwechslung geht fast immer in dieselbe Richtung: Ein Sack mit hoher Bauschkraft gilt als warm. Das ist er nicht automatisch. Warm wird er erst durch das Volumen, das die Füllung aufbaut — und das ist Bauschkraft mal Füllgewicht.

Grammdie Einheit des Füllgewichts
cuindie Einheit der Bauschkraft
Menge × Qualitätwas das wärmende Volumen ergibt
IDFB Part 16das genormte Prüfverfahren

Die Rechnung, die den Unterschied zeigt

Die Bauschkraft gibt an, welches Volumen 30 Gramm Daune im Prüfzylinder aufbauen (IDFB Part 10-B). Ein Wert von 750 cuin bedeutet also: 30 Gramm dieser Daune füllen 750 Kubikzoll. Daraus lässt sich das Volumen einer ganzen Füllung ausrechnen:

Volumen = Bauschkraft ÷ 30 g × Füllgewicht

Mit Zahlen: 120 Gramm einer 750er-Daune ergeben 750 ÷ 30 × 120 = 3.000 cuin. 200 Gramm einer 600er-Daune ergeben 600 ÷ 30 × 200 = 4.000 cuin. Der Sack mit der schlechteren Daune baut ein Drittel mehr Volumen auf — und wärmt damit mehr, obwohl die auffälligere Zahl auf dem Etikett kleiner ist.

Was das Füllgewicht nicht ist

Nicht gemeint ist das Gesamtgewicht des Produkts. Ein Schlafsack mit 600 Gramm Füllgewicht wiegt insgesamt deutlich mehr: Außenstoff, Innenfutter, Kammerwände, Reißverschluss und Kordeln kommen hinzu. Je nach Bauweise liegt das Gesamtgewicht beim Zwei- bis Dreifachen der Füllung.

Nicht gemeint ist auch die Füllmenge einer einzelnen Kammer. Hersteller verteilen das Füllgewicht ungleich: oben mehr als unten, an den Füßen oft mehr als am Rumpf. Zwei Säcke mit identischem Füllgewicht können deshalb unterschiedlich warm sein — die Verteilung steht aber auf keinem Etikett. Wie die Kammern dafür gebaut sind, steht unter Kammersystem.

Wie das Füllgewicht gemessen wird

Das Füllgewicht hat ein eigenes, genormtes Prüfverfahren: IDFB Part 16, „Net Fill Weight (Mass)" in der Fassung von Juni 2017. Geprüft wird am fertigen Produkt, und zwar erst, nachdem es mindestens 24 Stunden im Klimaraum bei 20 ± 2 °C und 65 ± 4 Prozent relativer Luftfeuchte gelegen hat, bis sich ein Gleichgewichtsgewicht einstellt.

Infografik
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Messverfahren

Wie Bauschkraft gemessen wird

Die Zahl auf dem Etikett — 600, 700, 850 cuin — kommt aus einem Glaszylinder. Wer den Aufbau kennt, versteht auch, warum zwei gleiche Zahlen nicht dasselbe bedeuten müssen.

Glaszylinder auf schwerem Fuß: Im unteren Drittel liegt eine lockere Daunenfüllung, darauf eine runde Scheibe mit senkrechtem Stab, die die Füllung leicht zusammendrückt.
  1. 30 Gramm Daune, nicht eine Unze

    Eingewogen werden 30 Gramm — obwohl die Einheit „cubic inches per ounce" heißt. Die Probe lagert vorher im Klimaraum, damit Temperatur und Luftfeuchte bei jeder Messung gleich sind.

  2. Ein Zylinder von 288 Millimetern

    Der Durchmesser ist festgelegt, damit die Füllhöhe vergleichbar wird. Ein engerer Zylinder ergäbe bei derselben Daune eine höhere Säule — und damit eine andere Zahl.

  3. 94,25 Gramm Auflast, 60 Sekunden

    Immer dieselbe Scheibe, immer dieselbe Zeit. Danach wird die Füllhöhe abgelesen und in Kubikzoll umgerechnet. Jede Abweichung an einer dieser Stellen verschiebt das Ergebnis.

Die Bauschkraft sagt, wie gut eine Daune ist — nicht, wie warm die Jacke ist. Dafür braucht es die zweite Zahl: das Füllgewicht. Eine Jacke mit 850 cuin und 80 Gramm Füllung ist kühler als eine mit 650 cuin und 200 Gramm. Und weil es zwei Prüfnormen gibt, die unterschiedlich messen, sind zwei gleiche Zahlen nur dann vergleichbar, wenn dieselbe Norm dahintersteht.

Mit KI-Unterstützung erstellt Schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung.

Der Grund für diesen Aufwand ist, dass Daune Feuchtigkeit aufnimmt. Eine Füllung, die zwei Tage im feuchten Keller lag, wiegt messbar mehr als dieselbe Füllung aus dem Trockenraum. Ohne Klimatisierung wäre die Angabe auf dem Etikett eine Frage des Wetters am Prüftag.

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