Handschlaufe
Ausrüstungsteile Redaktion Outdoorberater Stand 10/2026
Die Handschlaufe ist das Band am Kopf eines Stockgriffs. Man greift von unten durch sie hindurch, sodass das Band zwischen Daumen und Zeigefinger über den Handrücken läuft — die Hand hängt dann in der Schlaufe und muss den Griff nicht dauerhaft umklammern. Beim Trekkingstock wird sie auf die Handweite eingestellt; eine Zahl zu ihrer Belastbarkeit veröffentlicht, wie bei allen Bauteilen dieser Gattung, kein Hersteller.
Was im Datenblatt steht
Im Datenblatt hat sie zwei Angaben: einen Namen und eine Weite. Im Kategorieprogramm eines Herstellers (31 Wanderstöcke, Oktober 2026) stehen sechs verschiedene Schlaufenbezeichnungen — „Soft Strap 2.0" auf zwölf Blättern, „Skin Strap 5.0" auf sieben, „D-Loop Mesh Strap" auf sechs, dazu drei weitere. Das Feld zur Weite nennt auf 28 von 31 Blättern „Einheitsgröße (stufenlos verstellbar)", auf drei nur „Einheitsgröße" — dort ist die Schlaufe also nicht verstellbar, und das steht nur im Unterschied zweier sonst gleich aussehender Zeilen.
Beim zweiten nachgesehenen Hersteller (37 Blätter der Trekking- und Trailreihe) trägt die Schlaufe auf 18 Blättern einen Namen, meist „Comfort Padded" oder „Air Padded" mit dem Zusatz „besonders weiche Schlaufe"; auf den übrigen 19 steht nichts dazu. Daraus folgt die praktische Regel: Wo kein Name und keine Weite dasteht, steht auch keine Zusage — die Schlaufe ist dann das Bauteil, bei dem im Laden hineingegriffen werden muss.
Die Gegenposition: gar nicht hineingreifen
Alle diese Angaben beschreiben, wie gut eine Schlaufe ist — nicht, ob man sie benutzen soll. Zu dieser Frage gibt es eine Position, die auf keinem Datenblatt steht, und sie kommt vom DAV-Lehrteam Bergsteigen: Alle Trekkingstöcke haben Handschlaufen, aber „ohne Schlaufen ist man deutlich flexibler". Drei Gründe führt der Text an, und jeder beschreibt einen Vorgang, den die Schlaufe verhindert: Man kann beide Stöcke schnell in eine Hand geben, man kann den Stock in unterschiedlicher Höhe greifen oder den Griff anders anfassen — und bei einem Sturz ist die Verletzungsgefahr geringer.
Der dritte Grund wiegt am schwersten, denn er betrifft genau die Lage, in der die Schlaufe ihren Nutzen hätte. Eine Hand, die in der Schlaufe hängt, kommt beim Stolpern nicht frei; der Stock bleibt am Arm, und der Arm folgt dem Stock. Die beiden ersten Gründe sind dagegen Gebrauchsvorteile: Der Wechsel der Griffhöhe ist bei einem steilen Querweg die Standardtechnik — bergseitig fasst man unterhalb des Griffs, talseitig auf den Knauf —, und mit durchgezogener Schlaufe ist das umständlich.
Daraus folgt keine Regel, sondern eine Unterscheidung: Auf langen, gleichmäßigen Wegen nimmt die Schlaufe Gewicht von der Hand und spart Griffkraft; in steilem, wechselndem oder ausgesetztem Gelände steht sie dem im Weg, was dort gebraucht wird. Wer sich für die Schlaufe entscheidet, greift von unten durch sie hindurch — sonst trägt sie nicht, sondern fesselt nur.
Zwei Abgrenzungen
Zwei Abgrenzungen gehören dazu. Erstens: Beim Nordic-Walking-Stock ist die verstellbare Schlaufe durch ein Einklicksystem zwischen Handschuh und Griff ersetzt, und zwar bei dieser Gattung nach Herstellerangabe immer — es ist eines der Merkmale, an denen die Gattungen auseinandergehalten werden. Zweitens: Ein Hersteller führt eigens ein Feld „Griff – Schlaufe/Handschuh System"; steht dort „Classic Adjustment System", heißt das ausdrücklich „Griff mit verstellbarer Schlaufe ohne integriertes Handschuh-System".
Mit der Schlaufe arbeitet die verlängerte Griffzone unter dem Griffkopf zusammen: Wer dort zugreift, verkürzt den Stock im steilen Anstieg ohne Verstellen des Klemmsystems. Auch sie steht nicht auf jedem Blatt. Ein Hersteller führt sie als eigenes Feld „Griffverlängerung" — aber nur auf 8 von 20 Blättern, nachgezählt im Ratgeber zu Trekkingstöcken. Welche Längen am Teleskopstock einzustellen sind, steht dort ebenfalls.
