MOLLE und PALS: Modulsystem und Befestigungsraster
Tragesysteme Redaktion Outdoorberater Stand 10/2026
An vielen Rucksäcken sitzen außen Reihen aufgenähter Bänder, in die sich Taschen einfädeln lassen. Dafür kursieren zwei Namen, und sie bedeuten nicht dasselbe.
PALS — Pouch Attachment Ladder System — ist das Raster: die Bänder selbst. MOLLE — Modular Lightweight Load-carrying Equipment — ist die Ausrüstungsfamilie, die darauf aufbaut. Wer „MOLLE-Schlaufen" sagt, meint fast immer PALS.
Das Raster ist genormt
PALS besteht aus waagerechten Reihen Nylonband von einem Zoll Breite — 2,54 Zentimeter —, im Abstand von ebenfalls einem Zoll angeordnet und alle anderthalb Zoll, also 3,81 Zentimeter, am Untergrund festgenäht. Durch diese regelmäßigen Nähte entsteht je Band eine Reihe nach oben und unten offener Schlaufen, und die Schlaufen benachbarter Bänder liegen übereinander.
Genau diese Maßhaltigkeit macht das System aus: Eine Tasche, die für PALS gebaut ist, passt auf jeden PALS-Rucksack — unabhängig vom Hersteller. Spezifiziert ist auch das Material, nämlich Nylonband nach Mil-W-43668 Typ III; im zivilen Markt wird meist Typ IIIa verwendet.
Die Geschichte erklärt die Begriffsverwirrung: PALS wurde Jahre vor MOLLE entwickelt und nie patentiert, während MOLLE 1996 von der US Army patentiert und 1997 eingeführt wurde — als Ablösung des älteren ALICE-Systems. Der jüngere, geschützte Name hat sich durchgesetzt und wird heute für das ältere, ungeschützte Raster mitverwendet.

Wie das Gurtbandraster hält
Ein Raster aus aufgenähten Gurtbändern sieht nach Zubehör aus, ist aber ein Befestigungssystem mit einer festen Regel.

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Die Reihen
Waagerechte Gurtbänder in gleichem Abstand übereinander. Abstand und Schlaufenbreite sind genormt — deshalb passt Zubehör verschiedener Hersteller aufeinander.
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Die Quernähte
Kurze senkrechte Nähte teilen jedes Band in Schlaufen. Sie tragen die Last, nicht das Band selbst.
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Abwechselnd gefädelt
Der senkrechte Streifen läuft mal vor, mal hinter einer Reihe. Dadurch verzahnt er mehrere Reihen und kann sich nicht herausziehen.
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Das freie Ende
Unten wird der Streifen gesichert — meist mit Druckknopf oder Klettlasche. Ohne diese Sicherung arbeitet sich die Fädelung bei Bewegung wieder heraus.
Das Raster kostet Gewicht und Angriffsfläche: Jedes Gurtband wiegt mit, fängt Äste und saugt Wasser. Es lohnt sich dort, wo wirklich wechselndes Zubehör angebaut wird — und ist an einem Rucksack, der immer gleich gepackt wird, mitgetragener Ballast.

Was es im Outdoorbereich bringt
Der Gewinn ist die Modularität: Taschen lassen sich dort anbringen, wo man sie braucht, und wieder abnehmen. Für Ausrüstung, die je nach Einsatz wechselt, ist das praktisch.
Die Kosten sind ebenso klar und werden beim Kauf oft übersehen. Das Bandraster wiegt — ein vollflächig besetzter Rucksack trägt mehrere Hundert Gramm nur an Befestigungsmaterial. Es bleibt an Zweigen und Felskanten hängen. Und jede außen angebrachte Tasche verschiebt den Schwerpunkt nach hinten, also genau in die Richtung, die der Hüftgurt nicht mag.
Neuere Bauformen
Seit etwa 2012 schneiden Hersteller das Raster auch direkt per Laser in das Gewebe, statt Bänder aufzunähen — meist in Cordura. Das spart Gewicht und Bauhöhe und behält die Rastermaße bei, sodass gewöhnliche PALS-Taschen passen.
Zu unterscheiden ist PALS von einfachen Kompressions- oder Daisy-Chain-Schlaufen: Letztere sind eine Reihe einzelner Schlaufen zum Einhängen von Karabinern, ohne Rastermaß und ohne Verzahnung.

