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Taft: glattes Filamentgewebe für Futter und Zelt

Gewebe & Verarbeitung Redaktion Outdoorberater Stand 10/2026

Taft ist ein dicht gewebtes, glattes Gewebe aus Filamentgarn in Leinwandbindung. Charakteristisch ist der leichte Glanz, die papierartige Festigkeit und das Rascheln — Letzteres kommt von der glatten Oberfläche und der dichten Verkreuzung, die dem Stoff wenig Dämpfung lässt.

Ursprünglich bezeichnete der Begriff ein Seidengewebe; heute meint er die Konstruktion unabhängig vom Rohstoff. Im Outdoorbereich besteht Taft fast immer aus Polyamid oder Polyester.

Leinwandbindungdichteste Verkreuzung, keine Flottungen
Filamentgarnendlose Fäden, daher die glatte Oberfläche
Futter + Innenzeltdie beiden Hauptanwendungen
20–70Dübliche Feinheiten im Outdoorbereich

Warum Taft das Standardfutter ist

Für ein Futter zählen drei Eigenschaften, und Taft bringt alle drei mit. Es muss glatt sein, damit die Jacke über den Lagen darunter gleitet statt zu haken — dafür sorgt das endlose Filamentgarn ohne herausstehende Faserenden. Es muss leicht sein, weil es nichts zur Funktion beiträgt. Und es muss formstabil sein, damit sich das Futter nicht im Ärmel verdreht; dafür sorgt die Leinwandbindung mit ihrer dichten Verkreuzung.

Beim Innenzelt kommt ein vierter Punkt dazu: Die dichte Bindung lässt wenig Zwischenraum und ist damit eine brauchbare Grundlage für eine Beschichtung, die das Zeltboden- oder Außenzeltmaterial dicht macht. Beim Innenzelt wird stattdessen oft ein offeneres Gewebe oder Mesh verwendet, damit Feuchte abziehen kann.

Was der Name nicht verrät

„Taft" sagt nichts über die Faser, nichts über die Feinheit und nichts über die Festigkeit. Ein 20D-Nylontaft und ein 70D-Polyestertaft heißen beide Taft und unterscheiden sich in Gewicht und Reißfestigkeit erheblich. Wer vergleichen will, braucht die Denier-Angabe und die Faserart dazu.

Ebenso wenig sagt der Name etwas über Wasserdichtigkeit. Taft ist als Gewebe nicht dicht; was dicht ist, ist die Beschichtung darauf. Eine Angabe wie „190T Taft, PU-beschichtet" trennt beides sauber — die erste Zahl beschreibt die Fadendichte, die zweite die Ausrüstung.

Abgrenzung: Taft, Ripstop, Mesh

Gegen Ripstop trennt nichts Grundsätzliches — Ripstop-Taft gibt es, und dann liegt das Verstärkungsgitter in der Leinwandbindung des Tafts. Die beiden Begriffe beschreiben verschiedene Ebenen: Taft die Bindung und das Garn, Ripstop die eingelegte Verstärkung.

Infografik
Outdoor Beratung und Ratgeber
Gewebe

Wie Kette und Schuss sich kreuzen

Zwei Stoffe aus demselben Garn und mit demselben Flächengewicht können sich völlig verschieden verhalten. Der Grund ist die Bindung — das Muster, nach dem die Fäden einander kreuzen. Je häufiger sie das tun, desto fester und steifer wird der Stoff.

Leinwandbindung

Dichteste Verkreuzung

Makroaufnahme einer Leinwandbindung: Jeder waagerechte Faden läuft abwechselnd über und unter den senkrechten, es entsteht ein gleichmäßiges Schachbrettmuster aus Kreuzungspunkten. Kreuzung bei jedem Faden

Jeder Schussfaden wechselt bei jedem Kettfaden die Seite. Mehr Kreuzungspunkte gehen nicht — daher die Festigkeit und daher die Steifigkeit.

Typisch für
Taft, Innenzelt, Futter, die meisten Ripstop-Stoffe

Köperbindung

Schrägrippe

Makroaufnahme einer Köperbindung: Der Kreuzungspunkt wandert in jeder Reihe seitlich weiter, dadurch zieht sich eine diagonale Rippe über die Fläche. diagonale Rippe

Der Kreuzungspunkt wandert je Reihe seitlich weiter. Weniger Kreuzungen bedeuten weicheren Fall — und erlauben, dichter zu weben.

Typisch für
Trekkinghosen, robuste Oberstoffe

Atlasbindung

Lange Flottungen

Makroaufnahme einer Atlasbindung: Die Fäden überspannen mehrere andere frei, die wenigen Kreuzungspunkte liegen verstreut, die Oberfläche wirkt glatt und geschlossen. lange Flottung

Wenige Kreuzungspunkte, lange frei überspannte Strecken. Eine Seite zeigt fast nur Kette — deshalb der Glanz und die geringe Reibung.

Typisch für
Gleitfutter, glatte Innenseiten

Ripstop

Keine Bindung, ein Gitter

Makroaufnahme eines Ripstop-Gewebes: In eine feine Leinwandbindung sind in regelmäßigen Abständen deutlich dickere Fäden eingewebt, die ein grobes Gitter aus Quadraten bilden. dickerer Faden

Alle paar Millimeter läuft ein dickerer Faden mit. Ein Riss läuft bis zum nächsten dieser Fäden und bleibt dort stehen.

Typisch für
Zeltbahnen, Daunenjacken, leichte Rucksäcke

Ripstop ist keine vierte Grundbindung. Das Gitter wird in eine vorhandene Bindung eingelegt, meist in eine Leinwandbindung — deshalb sagt die Angabe „Ripstop" nichts darüber, wie der Stoff sonst gewebt ist, und auch nichts über seine Reißfestigkeit. Ein Ripstop aus schwachem Garn bleibt schwach; der Riss bleibt nur kleiner.

Mit KI-Unterstützung erstellt Schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung.
Mehr dazu: Ripstop · Taft · Denier

Gegen Mesh trennt die Dichte: Mesh ist bewusst offen gewebt oder gewirkt, damit Luft hindurchgeht. Im Zelt sitzt deshalb Mesh dort, wo belüftet werden soll, und Taft dort, wo es windstill bleiben soll.

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