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Konduktion: Wärmeleitung durch direkten Kontakt

Physik & Klima Redaktion Outdoorberater Stand 10/2026

Konduktion ist Wärmeleitung durch unmittelbaren Kontakt. Wärme wandert vom wärmeren zum kälteren Ort, ohne dass sich Material bewegt — Molekül gibt an Nachbarmolekül weiter. Wie schnell das geht, sagt die Wärmeleitfähigkeit des Stoffes, Formelzeichen Lambda, Einheit Watt je Meter und Kelvin.

Für Outdoorausrüstung ist das die wichtigste der vier Übertragungsarten, weil sie eine schlichte Einsicht erzwingt: Kein Dämmstoff dämmt selbst. Daune, Fleece und Kunstfaser wärmen nicht, weil ihr Material schlecht leitet, sondern weil sie Luft festhalten. Die Luft dämmt, der Stoff hält sie am Platz.

0,026 W/(m·K)Wärmeleitfähigkeit ruhender Luft
0,6 W/(m·K)dieselbe Größe für Wasser
23um diesen Faktor leitet Wasser besser
35 %Anstieg schon bei 1,5 % Feuchte in leichter Faserdämmung

Die Rechnung hinter der Isomatte

Der Wärmestrom durch eine ebene Schicht folgt dem Fourierschen Gesetz: Er wächst mit der Temperaturdifferenz und der Leitfähigkeit und fällt mit der Dicke. Umgekehrt gelesen ergibt dasselbe den Wärmedurchlasswiderstand.

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Physik

Vier Wege, auf denen Wärme verlorengeht

Wärme verlässt den Körper auf vier physikalisch verschiedenen Wegen — und sie tun es gleichzeitig. Welcher überwiegt, hängt von der Lage ab, und dagegen hilft jeweils etwas anderes. Deshalb lässt sich nicht pauschal sagen, was eine kalte Nacht wärmer macht.

Längsschnitt durch einen schlafenden Menschen im Schlafsack auf einer Isomatte: unten der kalte Erdboden, darüber die Matte, darauf der Schlafsack mit Daunenfüllung und der liegenden Silhouette darin, oben der Nachthimmel.
  1. Konduktion — nach unten in den Boden

    Wo der Körper aufliegt, ist die Füllung zusammengedrückt und leitet. Der Boden ist der größte Wärmeabnehmer der Nacht. Dagegen hilft nur die Matte — der R-Wert, nicht der Schlafsack.

  2. Konvektion — seitlich mit der Luft

    Warme Luft strömt aus jeder Öffnung ab und kalte nach. Deshalb wirken Wärmekragen und Kapuzenzug: Sie schließen die Stelle, an der die Strömung entsteht.

  3. Strahlung — nach oben in den Himmel

    Jeder Körper strahlt Wärme ab, auch durch die Luft hindurch. Unter klarem Nachthimmel ist das messbar — ein Tarp oder Zeltdach darüber bricht diesen Weg, ohne zu dämmen.

  4. Verdunstung — mit der Feuchte

    Jedes Gramm Wasser, das verdunstet, nimmt Wärme mit. Deshalb kühlt feuchte Kleidung aus und deshalb ist trockene Wäsche fürs Schlafen wichtiger als eine dickere Jacke.

Daraus folgt die Reihenfolge beim Nachrüsten: erst die Matte, dann die Abdichtung nach oben, dann trockene Wäsche — und erst danach ein wärmerer Schlafsack. Wer bei Bodenkälte einen dickeren Sack kauft, bekämpft den falschen der vier Wege.

Mit KI-Unterstützung erstellt Schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung.
Fouriersches Gesetz für eine ebene Schicht:
q = λ · ΔT / d          [W/m²]
R = d / λ               [m²·K/W]
Haut 33 °C, Boden 5 °C  →  ΔT = 28 K
Schicht aus ruhender Luft:
5 mm:  q = 146 W/m²   R = 0,19 m²K/W  = R(US) 1,09
20 mm:  q =  36 W/m²   R = 0,77 m²K/W  = R(US) 4,37
50 mm:  q =  15 W/m²   R = 1,92 m²K/W  = R(US) 10,92
Dieselben Schichten mit Wasser statt Luft:
5 mm:  q = 3.360 W/m²
20 mm:  q =   840 W/m²
50 mm:  q =   336 W/m²

Daraus folgt beides, was im Lager zählt. Erstens: Dicke schlägt Material. Eine Matte mit 20 Millimetern eingeschlossener Luft kommt rechnerisch auf R 4,4 — mehr als jedes dünne Hochleistungsgewebe. Zweitens: Im Liegen presst das Körpergewicht die Isolation des Schlafsacks unter sich flach. Dort trägt nur noch, was die Isomatte an Dicke mitbringt.

Warum nasse Isolation nicht mehr wärmt

Mit Lambda 0,6 gegen 0,026 leitet Wasser rund 23-mal besser als ruhende Luft. Wo in einem Dämmstoff Wasser steht, steht keine Luft mehr — und genau dort wird die Dämmung zur Brücke. Gemessen reicht wenig: Schon 1,5 Prozent Feuchte heben den Leitwert leichter Faserdämmung um etwa 35 Prozent, und durchnässte Mineralwolle kann je nach Material ein Vielfaches ihrer trockenen Leitfähigkeit erreichen.

Das ist der physikalische Kern hinter mehreren Ratschlägen, die sonst wie Faustregeln klingen: warum Daune im Nassen wertlos wird, warum ein feuchtes Innenfutter kälter wirkt, warum Baumwolle in der ersten Lage ungeeignet ist.

Abgrenzung: die anderen drei Wege

Konduktion braucht Kontakt. Wärme, die mit bewegter Luft fortgetragen wird, ist Konvektion; Wärme, die ohne Materie als Strahlung abgeht, ist Wärmestrahlung; und Energie, die beim Verdunsten von Schweiß gebunden wird, ist Verdunstungskälte. In der Praxis laufen alle vier gleichzeitig — getrennt werden sie nur, um sie rechnen zu können.

Eine Einschränkung zur Rechnung oben: Sie gilt für ruhende Luft. Sobald eine Luftschicht dick genug ist, kommt in ihr eine Walzenströmung in Gang, und dann leitet sie nicht mehr nur, sondern transportiert. Deshalb bringt eine beliebig dicke Luftschicht nicht beliebig viel — Dämmstoffe unterteilen sie in kleine Kammern, damit sie ruhig bleibt.

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