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Membranschuh: wasserdicht, aber langsam trocknend

Schuh & Fuß Redaktion Outdoorberater Stand 10/2026

Ein Membranschuh trägt zwischen Obermaterial und Innenfutter eine wasserdichte, wasserdampfdurchlässige Schicht — meist als Socke verarbeitet, die den Fuß vollständig umschließt. Funktionsweise und Grenzen entsprechen denen jeder Membran; die Besonderheit liegt im Einsatzort.

Denn ein Schuh unterscheidet sich von einer Jacke in drei Punkten: Er ist oben offen, er steht im Wasser statt im Regen, und er hat ein sehr ungünstiges Verhältnis von Fläche zu eingeschlossener Feuchtigkeit.

oben offenWasser läuft über den Schaftrand hinein
0,8–1,4 l/hSchweißmenge, zu der die Füße beitragen
nur als Dampfso kann Wasser den Schuh wieder verlassen
TageTrocknungszeit eines durchnässten Membranschuhs

Der entscheidende Punkt: das Trocknen

Eine Membran arbeitet in beide Richtungen gleich. Sie lässt flüssiges Wasser nicht durch — weder von außen nach innen noch umgekehrt. Solange der Schuh dicht hält, ist das der Zweck. Sobald Wasser im Schuh steht, wird es zum Problem: Es kann nur noch als Dampf durch die Membran entweichen, und das dauert um Größenordnungen länger als das Abfließen und Verdunsten bei einem offenen Schuh.

Und Wasser kommt hinein. Über den Schaftrand bei einer Bachquerung, bei Regen, der am Bein herunterläuft, oder schlicht von innen: Füße gehören zu den Körperregionen mit hoher Schweißabgabe, und die Gesamtmenge beim Wandern liegt bei 0,8 bis 1,4 Litern je Stunde (siehe Schwitzrate).

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Warum er so lange braucht zum Trocknen

Ein Membranschuh trägt zwischen Obermaterial und Futter eine wasserdichte Schicht, meist als Socke verarbeitet. Funktionsweise und Grenzen entsprechen denen jeder Membran — die Besonderheit liegt im Einsatzort: Ein Schuh ist oben offen, steht im Wasser statt im Regen und hat ein ungünstiges Verhältnis von Fläche zu eingeschlossener Feuchtigkeit.

Querschnitt durch die Seitenwand eines Membranschuhs: Links das Leder, in dem sich Wasser gesammelt hat, in der Mitte die geschlossene Membran als Socke, rechts das trockene Innenfutter.
  1. Das Wasser steht im Leder

    Von außen saugt sich das Obermaterial voll. Die Membran hält es auf — aber damit bleibt das Wasser in der Lederschicht, statt nach innen durchzugehen.

  2. Die Membran hält nach beiden Seiten

    Sie lässt Dampf durch, aber kein flüssiges Wasser. Also kann die Nässe aus dem Leder nicht nach innen entweichen — und von innen trocknet der Schuh nur über die obene Öffnung.

  3. Innen bleibt es trocken

    Das ist der Zweck und er wird erfüllt. Nur dauert es zwei bis drei Tage, bis das Wasser aus dem Obermaterial heraus ist — ohne Membran wäre der Schuh über Nacht trocken.

Daraus folgt die Entscheidung: Für kaltes, nasses Wetter und kurze Touren ist die Membran richtig. Für mehrtägige Touren in der Wärme, bei denen der Schuh ohnehin nass wird, ist ein gut belüfteter Schuh ohne Membran oft besser — er wird genauso nass und ist am nächsten Morgen wieder trocken.

Mit KI-Unterstützung erstellt Schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung.

Wann die Membran die richtige Wahl ist

Umgekehrt gibt es klare Fälle für sie: kaltes, nasses Gelände, in dem ein nasser Fuß nicht nur unangenehm, sondern gefährlich ist; Schnee und Matsch, bei denen Wasser ständig von außen andrückt; und Touren, bei denen der Schuh über Nacht nicht trocknen kann, aber auch nicht durchnässt werden soll.

Dazu kommt ein Nebeneffekt, der selten genannt wird: Die Membransocke macht den Schuh etwas wärmer, weil sie den Luftaustausch bremst. Im Winter ist das erwünscht, im Sommer nicht.

Was die Membran nicht leistet

Sie macht den Schuh nicht wartungsfrei. Das Obermaterial saugt sich voll, wenn seine wasserabweisende Ausrüstung nachlässt — die Membran hält zwar weiter dicht, aber der Schuh wird schwer, kalt und trocknet noch langsamer. Pflege des Obermaterials bleibt also nötig, bei Leder ebenso wie bei Textil (siehe Lederarten).

Und sie altert. Die Membransocke ist mechanisch belastet — sie wird bei jedem Schritt gebogen —, und Scheuerstellen von innen, etwa durch eine verrutschte Einlegesohle oder einen Fremdkörper, sind die häufigste Ursache für eine undicht gewordene Stelle. Reparieren lässt sich das in der Regel nicht.

Abgrenzung: Membran, Imprägnierung, Leder

Eine Imprägnierung lässt Wasser abperlen, hält aber keinem anhaltenden Druck stand; die Membran ist die eigentliche Sperre. Fettgegerbtes Leder wiederum kann über lange Zeit sehr wasserabweisend sein, ohne dampfdicht zu werden — das ist der klassische Weg vor der Membran und einer der Gründe, warum schwere Bergschuhe sie bis heute nicht alle haben.

Für die Frage, warum ein Membranschuh sich innen feucht anfühlen kann, ohne undicht zu sein, gilt dieselbe Rechnung wie bei der Jacke: Es ist Kondensat, wenn mehr Dampf entsteht, als die Membran abführen kann.

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