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Osmose: warum sie in keiner Regenjacke wirkt

Physik & Klima Redaktion Outdoorberater Stand 10/2026

Osmose bezeichnet in der Physik den Durchtritt eines Lösungsmittels — meist Wasser — durch eine halbdurchlässige Membran. Angetrieben wird er von einem Unterschied in der Konzentration gelöster Stoffe: Das Wasser wandert dorthin, wo die Lösung konzentrierter ist, bis der Druckunterschied den Konzentrationsunterschied ausgleicht. Dieser Druck heißt osmotischer Druck — er ist der Gegendruck, bei dem der Wasserstrom zum Stillstand kommt.

Das ist ein Vorgang in Flüssigkeiten. In einer Regenjacke findet er nicht statt.

gelöste Stoffewas Osmose voraussetzt
flüssiges Wasserdas zweite Erfordernis
Dampfdruckwas in der Jacke tatsächlich antreibt
Diffusionder zutreffende Begriff dafür

Was in der Jacke wirklich passiert

Durch eine Funktionsmembran wandert Wasserdampf, nicht flüssiges Wasser. Der Antrieb ist der Unterschied im Dampfdruck: Innen ist die Luft wärmer und feuchter, also steht dort mehr Dampfdruck an als außen, und der Dampf wandert zum niedrigeren Druck. Dieser Vorgang heißt Diffusion.

Bei mikroporösen Membranen geht der Dampf als Gas durch die Poren; bei porenlosen wandert er von Molekülbaustein zu Molekülbaustein. Beides steht unter Membran.

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Wasser

Wohin das Wasser wandert

Osmose erklärt, warum eine Umkehrosmoseanlage Druck braucht — und warum salziges Wasser den Durst nicht löscht, sondern vergrößert.

Zwei Wasserräume, getrennt durch eine von feinen Kanälen durchzogene Wand: Links stauen sich große gelöste Teilchen und der Wasserspiegel steht höher, rechts ist das Wasser klar und steht tiefer.
  1. Die halbdurchlässige Wand

    Ihre Kanäle sind weit genug für Wassermoleküle und zu eng für die gelösten Teilchen. Genau diese Auswahl macht sie halbdurchlässig.

  2. Was nicht durchkommt

    Die großen Teilchen stauen sich an der Wand. Sie bleiben, wo sie sind — auf dieser Seite steigt ihre Zahl nicht, wohl aber die Wassermenge.

  3. Was durchkommt

    Wasser läuft in beide Richtungen durch die Kanäle, netto aber dorthin, wo mehr gelöst ist. Es verdünnt die stärkere Seite.

  4. Der höhere Spiegel

    Links steht das Wasser höher, obwohl dort schon mehr drin ist. Dieser Höhenunterschied ist der osmotische Druck — gegen ihn muss eine Umkehrosmose arbeiten.

Weil Wasser zur stärkeren Lösung wandert, entzieht salziges Trinkwasser dem Körper Flüssigkeit, statt sie ihm zuzuführen. Umgekehrt beruht jede Umkehrosmoseanlage darauf, diesen natürlichen Weg mit Druck umzukehren — deshalb braucht sie eine Pumpe und liefert immer auch Abwasser.

Mit KI-Unterstützung erstellt Schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung.

Warum der Begriff trotzdem auftaucht

Weil beide Vorgänge dasselbe Bild erzeugen: Etwas geht durch eine Schicht hindurch, die nicht alles durchlässt. Das Wort „semipermeabel" gehört zu beiden, und von dort ist der Weg zur Osmose kurz.

Für das Verständnis einer Jacke ist der Unterschied aber wesentlich: Osmose würde bedeuten, dass Schweiß als Flüssigkeit durch die Membran gezogen wird. Das tut er nicht — er muss erst verdunsten. Deshalb hilft eine Membran nichts gegen bereits nasse Kleidung, und deshalb ist der Taupunkt die wichtigere Größe.

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