Lestra Schlafsack Marke
Die Marke führt die Gattung weiter, und zwar in vollem Umfang: 27 Schlafsäcke in vier Reihen, nachgezählt in der Schlafsackrubrik des Herstellers am 8. Oktober 2026 — sieben in der Extrem series, acht in der Authentic series, acht in der Discovery series und vier in der Discovery junior. Zwanzig davon sind dort als lieferbar gekennzeichnet, sieben als nicht vorrätig. Daneben stehen elf selbstaufblasende Matten und 36 Jacken und Parkas. Die Zählung ist nötig, weil die Seite selbst einen anderen Eindruck macht: Der Seitenfuß trägt eine Jahresangabe aus der Mitte der 2010er Jahre, und die jüngste Meldung der Nachrichtenspalte ist ebenso alt — der Lagerstand ist es nicht.
Was diese Marke von den Nachbarn im Schlafsackregal trennt, ist die Breite der Füllungen in einem einzigen Programm. Neben Enten- und Gänsedaune und neben zwei Kunstfasern mit eigenem Namen stehen drei Säcke mit Schurwolle — eine Füllung, die der Hersteller selbst als Neuerung seiner Kollektion von 2015 einführt und die keine zweite Marke dieses Silos in dieser Form führt. Der Hersteller kommt aus der Bettwarenfertigung und bezeichnet sich selbst als einen der wenigen in Europa, die Daune und Kunstfaser gleichermaßen verarbeiten.
Die vier Reihen und ihre Füllungen
Alle Werte sind Herstellerangaben vom 8. Oktober 2026 aus den Datenblättern, nicht aus dem Werbetext. Die Gewichtsspannen nennen die leichteste und die schwerste Länge der Reihe.
| Reihe | Modelle | Füllung | Komfort / Grenze / Extrem | Gewicht | Preisklasse |
|---|---|---|---|---|---|
| Extrem series | 7 | Ente 90/10, Gans 95/5, Micro-Thermo | −1 bis −19 °C Komfort | 1,2 bis 2,8 kg | €€€ |
| Authentic series | 8 | Ente 90/10, Gans 90/10, Schurwolle | +14 bis −4 °C Komfort | 410 g bis 1,7 kg | €€ |
| Discovery series | 8 | Lestra Loft | +13 bis +2 °C Komfort | 890 g bis 2,2 kg | € |
| Discovery junior | 4 | Lestra Loft | +8 bis +2 °C Komfort | 1,25 bis 1,5 kg | € |
Die vier Reihen sind keine Ausstattungsstufen, sondern Klimaklassen: Extrem für arktisches Klima und Hochgebirge, Authentic für den Winter in gemäßigtem Klima, Discovery für warme Zonen und das Zelt. Daraus folgt eine Falle, die man nicht erraten kann: Das kälteste Modell ist kein Daunensack. Der Arctic Expe nennt −19 °C Komfort und ist mit Kunstfaser in fünf Lagen gefüllt; der teurere Yukon Expe trägt 1.500 Gramm Gänsedaune im Verhältnis 95/5 und kommt auf −16 °C.
Kennwerte: drei Temperaturen, obwohl der Leitfaden vier verspricht
Jedes Datenblatt nennt drei Werte, beschriftet mit „comfort", „limit" und „extrem". Der Kaufleitfaden derselben Seite kündigt dagegen vier an und erklärt sie ausführlich: Höchst-, Komfort-, Grenz- und Extremtemperatur. Eine Höchsttemperatur steht bei keinem der 27 Säcke. Als Grundlage benennt der Leitfaden eine europäische Norm, und zwar EN 13537 — geschrieben ohne Leerzeichen. Zurückgezogen ist diese Fassung seit dem 26. Oktober 2016, ersetzt durch ISO 23537-1. Der Leitfaden beruft sich also auf ein Regelwerk, das es nicht mehr gibt, und die Beschriftung der Datenblätter hängt daran.

Die drei Temperaturen nach ISO 23537-1
Auf dem Etikett stehen drei Zahlen. Sie kommen aus einer einzigen Messung an einer beheizten Puppe — alles Weitere rechnet ein Modell. Was die Norm dazu festlegt und was nicht, steht hier.
T_comf Komforttemperatur
Untere Grenze des Komfortbereichs, bis zu der eine Person in entspannter Haltung — etwa auf dem Rücken liegend — im Wärmegleichgewicht bleibt und gerade anfängt zu frieren.
Der Wert, an dem sich ein Kauf ausrichten lässt.
T_lim Grenztemperatur
Untere Grenze, bei der eine Person in zusammengerollter Körperhaltung noch im Wärmegleichgewicht ist und gerade anfängt zu frieren.
Die Kauerstellung wird nicht gemessen, sondern gerechnet.
T_ext Extremtemperatur
Sehr niedrige Temperatur, bei der ein Gesundheitsschaden durch Unterkühlung möglich ist. Anmerkung der Norm: ein Gefahrenpunkt, der zum Tod führen kann.
Kein zugesichertes Überlebensfenster — ein Warnwert.
So entstehen die drei Zahlen
- Gemessen wird
- eine einzige Liegeposition: Puppe auf dem Rücken, Sack zu, Kapuze über dem Kopf
- Prüfklima
- (10 ± 5) °C in einer windstillen Kammer — nicht bei der ausgewiesenen Temperatur
- Unterlage
- Schaumstoffmatratze mit R_ct = (0,85 ± 0,06) m²·K/W, das sind rund R 4,8
- Bekleidung der Puppe
- zweiteiliger Anzug und kniehohe Socken — keine Mütze
- Prüfungen
- drei getrennte Läufe, gebildet wird das arithmetische Mittel
- Nicht erfasst
- Bewegung, Wetterwechsel, Aufwärmphase — bewertet wird nur der stationäre Zustand
Beispielwerte aus Tabelle 1 der ISO 23537-1:2022 für einen Schlafsack mit R_c(1) = 0,900 m²·K/W; die Bandbreiten sind maßstäblich. Die Tabelle endet bei T_lim = −19,5 °C — Schlafsäcke mit niedrigerer Grenztemperatur liegen außerhalb des Geltungsbereichs der Norm. Eine vierte Angabe, die obere Komfortgrenze T_max, steht nur in einem informativen Anhang und ist damit freiwillig.

Daune. Sieben Säcke tragen Daunenfüllung, und der Hersteller nennt bei jedem das Verhältnis. Sechs liegen bei 90/10 weißer Entendaune: Alaska Extrem und das Deckenmodell Cocoon mit je 1.000 Gramm, Tradition mit 700, Alaska mit 600, Heritage mit 300, Aporia Light mit 250. Der Air Premium führt 90/10 weiße Gänsedaune mit 190 beziehungsweise 170 Gramm je Länge, der Yukon Expe 95/5. Das Daunen-Blend-Verhältnis steht damit vollständig da, und das Füllgewicht ebenfalls. Zwei Datenblätter widersprechen sich dabei: Heritage und Aporia Light nennen dieselben 760 Gramm Gesamtgewicht und dieselben drei Temperaturen, obwohl der eine 300 und der andere 250 Gramm Daune trägt.
Bauschkraft — mit einer Lücke. Drei Werte kommen vor: 650 cuin bei sechs Modellen, 700 cuin beim Yukon Expe und 800 cuin beim Air Premium, der damit die höchste Angabe des Programms bei der kleinsten Füllmenge trägt. Welches der beiden Prüfverfahren dahintersteht, sagt der Hersteller auf keinem Datenblatt; sein Kaufleitfaden erklärt den Wert über das Volumen einer Unze Daune und nennt damit eine andere Bezugsmenge als die Prüfvorschrift, auf die sich die Bauschkraft stützt. Die Zahl ist deshalb innerhalb des Programms brauchbar und gegen fremde Angaben nur mit diesem Vorbehalt.
Kunstfaser, und der Name, der kaum vorkommt. Zwei eigene Füllungen stehen in den Datenblättern. Lestra Micro-Thermo, eine Mischung aus Polyesterfasern von 0,8 und 1,3 Denier, trägt genau zwei der 27 Säcke: den Greenland Extrem mit drei Lagen von je 125 g/m² und den Greenland mit zwei. Alle übrigen zwölf Kunstfasermodelle führen Lestra Loft, eine silikonisierte Hohlfaser, bei fünf Modellen ausdrücklich als Vierkanalfaser. Der Arctic Expe schließlich nennt keine der beiden Marken, sondern „Microfiber x 3 + 4 holes fiber x 2" und fünf Lagen — und sein Datenblatt steht mitten im französischen Shop auf Englisch.
Schurwolle. Drei Säcke der Authentic series sind mit reiner Schurwolle gefüllt, und der Hersteller gibt die Füllung hier als Flächengewicht an statt in Gramm: 80 g/m² beim Wool Premium, 300 g/m² beim Wool Original in zwei Lagen von je 150, 400 g/m² beim Wool Comfort in zwei Lagen von je 200. Entsprechend fallen die Komfortwerte, von +12 über +7 auf +5 °C. Das Flächengewicht steht hier an der Stelle, an der bei den Daunensäcken das Füllgewicht steht — gegeneinander rechnen lassen sich die beiden nicht. Zur Faser nennt der Hersteller weder Feinheit noch Herkunft; was bei Merinowolle dazugehört, steht hier nicht.
Technologien und Bauweisen
Gestapelte Vliese statt Kammerbau. Bei den Kunstfasermodellen nennt der Hersteller das Steppmuster je Modell: horizontal beim Greenland Extrem, Diamant beim Alpine, Pflaster von 18 × 18 cm beim Mount Fuji, Raute von 40 × 30 cm beim Athabaska Junior. Beim Alpine bleibt die Unterseite ausdrücklich ungesteppt, um die Dämmung nicht zu durchbrechen — die Logik dahinter erklärt Durchgesteppt (Sewn-Through), die Kammerformen der Daunensäcke der Ratgeber Füllkammern.
Phytopure ist der einzige Markenname, den der Hersteller einem Innenstoff gibt: ein Polyester-Mikrofaserfutter mit nach eigener Angabe natürlicher Ausrüstung gegen Mücken und Milben, verbaut in den vier Modellen der Alpine-Familie samt Kinderfassungen. Beim Yukon Expe heißt das Futter „Gold Reflect Line" — was das technisch bedeutet, lässt das Datenblatt offen.
Koppelbar und seitengleich. Mehrere Modelle gibt es mit Reißverschluss rechts oder links, und zwei gleiche Säcke lassen sich verbinden. Fünf Säcke sind Deckenmodelle mit Fußverlängerung — Cocoon und Tradition mit 190 plus 40 cm, Sajama mit 200 plus 45 cm —, der Rest Mumienform; die Unterschiede verhandelt der Ratgeber Schlafsackformen. Zu jedem Sack gehört ein Kompressionssack, dessen Volumen das Datenblatt doppelt angibt: beim Greenland Extrem 20 gegen 16 Liter, beim Alpine Light 13 gegen 5 Liter. Das Packmaß ist damit vollständig dokumentiert.
Preisniveau
€€. Das Programm deckt im eigenen Shop das ganze Feld ab: Zwischen dem günstigsten Sommersack der Discovery series und dem Yukon Expe liegt mehr als das Sechzehnfache. Die Kinderreihe und die Wollmodelle bilden das untere Drittel, die Daunensäcke der Authentic series das Mittelfeld, und oben stehen allein die beiden Expe-Modelle, die sich preislich vom Rest deutlich lösen. Ein Markenaufschlag über das ganze Programm ist daran nicht zu erkennen.
Für wen — und für wen nicht
Geeignet ist Lestra, wenn die Füllung die eigentliche Frage ist: Daune in zwei Vogelarten und zwei Verhältnissen, zwei Kunstfasern und Schurwolle, jeweils mit Angabe von Menge oder Flächengewicht. Passend auch für den sehr kalten Rand — zwei Säcke mit −16 und −19 °C Komfortangabe, davon einer in Kunstfaser. Und passend für Familien: vier Kinderfassungen mit um 30 cm verstellbarer Länge.
Nicht passend ist sie, wenn der Sack hier und heute gebraucht wird. Der Hersteller schreibt in seinen Lieferbedingungen, dass Bestellungen nur innerhalb des französischen Mutterlandes ausgeliefert werden; Übersee ist ausdrücklich ausgenommen. Nicht passend auch, wenn ein nach geltender Norm geprüfter Wert die Kaufgrundlage sein soll: Der Leitfaden beruft sich auf die zurückgezogene Vorgängernorm, und ein Prüfbericht liegt zu keinem Modell bei. Nicht passend, wenn die Bauschkraft gegen andere Hersteller gestellt werden soll: Ohne Prüfverfahren fehlt dafür die Grundlage, und wer es benannt haben will, ist bei Valandre besser bedient. Und nicht passend, wenn Sack und Unterlage zusammen gekauft werden sollen: Die elf Matten nennen eine hohe Dämmung, aber keinen R-Wert nach ASTM F3340.
Alternativen
- Carinthia — wenn der Kunstfasersack für den Winter das Ziel ist und mehr Auswahl gebraucht wird als zwei Modelle.
- Exped — die zweite Marke im Bestand mit Wolle im Programm, dazu Daune mit benannter Bauschkraft und zwei Quilts.
- Marmot — wenn die Auswahl groß sein soll; dort stehen zehn Baureihen gegen vier.
- Deuter — wenn die Temperaturangabe nach geltender Norm dastehen soll.
Häufige Fragen zu Lestra-Schlafsäcken
Gibt es Lestra-Schlafsäcke noch?
Ja. Der eigene Shop führt am 8. Oktober 2026 genau 27 Schlafsäcke, zwanzig davon als lieferbar. Die alte Jahresangabe im Seitenfuß sagt über die Verfügbarkeit nichts — darüber entscheidet der Lagerstand.
Kommt ein Sack nach Deutschland?
Über den Shop des Herstellers nicht. Die Lieferbedingungen nennen das französische Mutterland als Liefergebiet und schließen Übersee aus — für alle 27 Säcke gleichermaßen. Wer die Marke hier beziehen will, braucht einen Händler; eine Händlerliste veröffentlicht der Hersteller nicht.
Was ist Lestra Micro-Thermo, und wo steckt es?
Eine Polyesterfüllung aus Fasern von 0,8 und 1,3 Denier. Sie steckt in genau zwei Modellen, dem Greenland Extrem und dem Greenland. Die übrigen zwölf Kunstfasersäcke tragen Lestra Loft, eine silikonisierte Hohlfaser — wer Micro-Thermo sucht, findet sie also nur in der Extrem series.
Taugt ein Wollschlafsack für Touren?
Für Sommer- und Dreijahreszeitentouren gibt der Hersteller +12 bis +5 °C Komfort an. Die Füllung steht als Flächengewicht in g/m² da, nicht in Gramm, und ist damit nicht gegen ein Daunenfüllgewicht zu rechnen. Für Nässe ist Wolle unempfindlicher als Daune — die Abwägung führt der Ratgeber Kunstfaserschlafsack.
Welche Größe für Kinder?
Alle vier Modelle der Discovery junior sind 190 cm lang und von 160 auf 190 cm einstellbar. Temperaturwerte nennt der Hersteller auch hier: +8 °C Komfort bei drei Modellen, +2 °C beim Mount Everest Junior. Der Rest steht im Ratgeber Kinderschlafsack.

