Ajungilak Schlafsack Beratung & Ratgeber
Die Marke bedient die Gattung — und nur sie: Die Produktübersicht des Herstellers führt neun Modellseiten, acht Erwachsenenmodelle und einen Kinderschlafsack, und nichts anderes (abgerufen am 8. Oktober 2026). Zwei Baureihen tragen das Programm, Aputi für Frühjahr bis Herbst und Siku für den Winter, jede als Daunen- und als Kunstfasermodell und jede zusätzlich als Damenfassung. Im skandinavischen Handel ist das Programm gelistet: Die Markenseite eines norwegischen Sportfilialisten meldet „Viser 8 av 8 produkter", davon sieben Schlafsäcke und eine Luftmatte (abgerufen am 8. Oktober 2026).
Wer dagegen die Modellnamen sucht, unter denen die Marke bekannt geworden ist, findet sie nicht mehr: Kompakt, Tyin, Igloo und Denali stehen auf keiner der neun Modellseiten — der Name Igloo lebt nur noch an der Luftmatte der Marke weiter. Die Marke sagt selbst, was aus zwei davon geworden ist — der Aputi wird als „moderne Fassung des legendären Kompakt" geführt, der Siku als die des Tyin. Von den Nachbarmarken des Silos trennt Ajungilak damit vor allem die Enge: keine Deckenschlafsäcke, keine Innenschlafsäcke, keine Biwaksäcke, acht Erwachsenenmodelle aus zwei Schnitten. Dafür nennt jedes Datenblatt die Grenztemperatur — und genau die bildet den Modellnamen.
Die Baureihen und wofür sie gebaut sind
Alle Temperatur- und Gewichtswerte unten sind Herstellerangaben vom 8. Oktober 2026. Die Preisklassen folgen der Reihenfolge der Preise beim norwegischen Händler; die beiden Damen-Daunenmodelle sind dort nicht gelistet.
| Modell | Füllung | Für wen | Kennwerte | Preisklasse |
|---|---|---|---|---|
| Aputi Fiber -7C | Kunstfaser | Frühjahr bis Herbst, feuchte Lager | Komfort -1 °C, Grenze -7 °C, 1.550 g, Füllung 990 g, Reißverschluss 160 cm | €€ |
| Aputi Down -7C | Entendaune | dieselbe Jahreszeit bei knappem Packmaß | Komfort -1 °C, Grenze -7 °C, 1.020 g, Füllung 450 g, Reißverschluss 160 cm | €€€ |
| Siku Fiber -18C | Kunstfaser | nordische Winternächte, Nässe | Komfort -10 °C, Grenze -18 °C, 2.370 g, Reißverschluss 137 cm | €€€ |
| Siku Down -18C | Entendaune, 950 g | Winter, wenn das Gewicht zählt | Komfort -10 °C, Grenze -18 °C, 1.700 g, Reißverschluss 137 cm | €€€ |
| Women's Aputi Fiber -10C | Kunstfaser | drei Jahreszeiten, Körperlänge bis 180 cm | Komfort -3 °C, Grenze -10 °C, 1.720 g, Füllung 1.100 g | €€ |
| Women's Aputi Down -10C | Daune | wie oben, leichter gedacht | Datenblatt nennt dieselben Werte wie die Kunstfaserfassung | nicht gelistet |
| Women's Siku Fiber -21C | Kunstfaser | Winter, Körperlänge bis 180 cm | Komfort -13 °C, Grenze -21 °C, 2.380 g, Füllung 1.800 g | €€€ |
| Women's Siku Down -21C | Entendaune, 950 g | Winter, Körperlänge bis 180 cm | Komfort -13 °C, Grenze -21 °C, als Gesamtgewicht stehen 2.380 g | nicht gelistet |
| Kannik Fiber | Kunstfaser | Kinder, Körperlänge 120 bis 160 cm | Komfort +5 °C ohne Normangabe, 1.000 g, Außenstoff 20 Denier, Länge 140 bis 160 cm verstellbar | € |
Kennwerte der Gattung, auf Ajungilak bezogen
Die Zahl im Namen ist die Grenztemperatur. Das Datenblatt des Aputi Down -7C schreibt in ein Feld mit der Aufschrift „Komforttemperatur" zwei Werte: „-7 t-limit, -1 t-comfort". Die -7 im Modellnamen ist also die Grenze, der Wohlfühlbereich liegt sechs Kelvin darüber; beim Siku -18C sind es acht, bei den Damenmodellen sieben beziehungsweise acht. Als Prüfgrundlage nennt der Hersteller durchweg „EN13537" beziehungsweise „EN 13537: 2012". Diese Normfassung ist zurückgezogen, gültig ist ISO 23537-1. Innerhalb des Ajungilak-Programms bleiben die Werte untereinander vergleichbar, gegen einen nach der geltenden Fassung geprüften Schlafsack nur mit diesem Vorbehalt. Eine Extremtemperatur veröffentlicht die Marke für kein Modell.

Die drei Temperaturen nach ISO 23537-1
Auf dem Etikett stehen drei Zahlen. Sie kommen aus einer einzigen Messung an einer beheizten Puppe — alles Weitere rechnet ein Modell. Was die Norm dazu festlegt und was nicht, steht hier.
T_comf Komforttemperatur
Untere Grenze des Komfortbereichs, bis zu der eine Person in entspannter Haltung — etwa auf dem Rücken liegend — im Wärmegleichgewicht bleibt und gerade anfängt zu frieren.
Der Wert, an dem sich ein Kauf ausrichten lässt.
T_lim Grenztemperatur
Untere Grenze, bei der eine Person in zusammengerollter Körperhaltung noch im Wärmegleichgewicht ist und gerade anfängt zu frieren.
Die Kauerstellung wird nicht gemessen, sondern gerechnet.
T_ext Extremtemperatur
Sehr niedrige Temperatur, bei der ein Gesundheitsschaden durch Unterkühlung möglich ist. Anmerkung der Norm: ein Gefahrenpunkt, der zum Tod führen kann.
Kein zugesichertes Überlebensfenster — ein Warnwert.
So entstehen die drei Zahlen
- Gemessen wird
- eine einzige Liegeposition: Puppe auf dem Rücken, Sack zu, Kapuze über dem Kopf
- Prüfklima
- (10 ± 5) °C in einer windstillen Kammer — nicht bei der ausgewiesenen Temperatur
- Unterlage
- Schaumstoffmatratze mit R_ct = (0,85 ± 0,06) m²·K/W, das sind rund R 4,8
- Bekleidung der Puppe
- zweiteiliger Anzug und kniehohe Socken — keine Mütze
- Prüfungen
- drei getrennte Läufe, gebildet wird das arithmetische Mittel
- Nicht erfasst
- Bewegung, Wetterwechsel, Aufwärmphase — bewertet wird nur der stationäre Zustand
Beispielwerte aus Tabelle 1 der ISO 23537-1:2022 für einen Schlafsack mit R_c(1) = 0,900 m²·K/W; die Bandbreiten sind maßstäblich. Die Tabelle endet bei T_lim = −19,5 °C — Schlafsäcke mit niedrigerer Grenztemperatur liegen außerhalb des Geltungsbereichs der Norm. Eine vierte Angabe, die obere Komfortgrenze T_max, steht nur in einem informativen Anhang und ist damit freiwillig.

Füllung. Bei den Daunenmodellen steht ein Gramm-Wert und sonst nichts: 450 g beim Aputi Down, 950 g „andedun" — Entendaune — beim Siku Down. Eine Bauschkraft nennt der Hersteller nicht, und auch kein Daunen-Blend-Verhältnis. Damit fehlt die Angabe, ohne die sich zwei Daunenschlafsäcke nicht vergleichen lassen: Gleiches Füllgewicht bedeutet bei unterschiedlicher Bauschkraft unterschiedliche Wärme. Die Kunstfaserfüllung trägt den Markennamen selbst — auf dem Kinderschlafsack als „Ajungilak Polyester", bei den Erwachsenenmodellen als „synthetisches Faserfüll von Ajungilak". Eine Faserfeinheit oder ein Flächengewicht gibt es dazu nicht.
Füllgewicht und Gesamtgewicht — und wo die Datenblätter sich widersprechen. Die Marke baut dieselbe Temperaturklasse zweimal, und der Vergleich ist deutlich: Aputi Down und Aputi Fiber nennen beide -1 °C Komforttemperatur, der Daunensack mit 1.020 g, der Kunstfasersack mit 1.550 g; beim Siku stehen 1.700 g gegen 2.370 g. Was dafür an Nässeempfindlichkeit und Pflegeaufwand eingetauscht wird, wiegen Daunenschlafsack und Kunstfaserschlafsack gegeneinander ab. Bei den Füllgewichten geht die Rechnung allerdings nicht auf: Aputi Fiber -7C und Siku Fiber -18C nennen dasselbe Füllgewicht von 990 g — bei 1.550 gegen 2.370 g Gesamtgewicht. Women's Aputi Down -10C und Women's Aputi Fiber -10C führen Zeile für Zeile dieselben Werte, 1.720 g, 1.100 g Füllung, 145 cm Reißverschluss, und der Beschreibungstext der Daunenseite handelt durchgehend von der Kunstfaserfassung. Beim Women's Siku Down -21C stehen 2.380 g bei 950 g Daune, während das Siku Down -18C mit derselben Daunenmenge auf 1.700 g kommt. Bei den Damenmodellen gehört die Gewichtsangabe deshalb vor dem Kauf beim Händler gegengeprüft.
Form. Einen Formnamen vergibt die Marke nicht, statt dessen stehen drei Maße im Datenblatt — und sie sind bei allen acht Erwachsenenmodellen dieselben: 80 cm maximale Innenweite, 55 cm am Fuß, dazu 220 cm Innenlänge bei den Unisexmodellen und 205 cm bei den Damenfassungen. Die Innenweiten unterscheiden damit kein Modell vom anderen; wer einen breiteren Schnitt sucht, muss die Begriffe der Schlafsackformen daneben legen. Als maximale Körperlänge nennt der Hersteller 195 cm unisex und 180 cm bei den Damenfassungen; Längenvarianten eines Modells, wie der alte Kompakt sie hatte, gibt es nicht.
Was auf dem Kinderschlafsack fehlt. Der Kannik Fiber nennt +5 °C als Komforttemperatur — ohne jede Norm- oder Verfahrensangabe, während alle acht Erwachsenenmodelle ihre Prüfgrundlage benennen. Für einen Kinderschlafsack ist das die empfindlichste Lücke im ganzen Programm. Belegt ist dagegen das Obermaterial: recyceltes Polyamid mit 20 Denier, also ein ausgesprochen dünner Stoff für ein Kinderprodukt.
Technologien und was sie technisch sind
Der Mittelreißverschluss. Alle Erwachsenenmodelle haben den Reißverschluss nicht an der Seite, sondern vorn in der Mitte — die Marke nennt es „senterglidelås" — mit isolierter Abdeckleiste darunter und einer Reißverschlussgarage am Fußende. Die Siku-Modelle tragen zusätzlich zwei eigene Reißverschlussöffnungen für die Arme, beim Siku Down mit isolierten Kammern unter allen drei Verschlüssen. Die Länge fällt dabei auf: 160 cm am Aputi, 137 cm am Siku, 122 cm am Women's Siku Fiber — der Wintersack lässt sich deutlich weniger weit öffnen als der Dreijahreszeitensack.
Kapuze und Halsabschluss. Jedes Erwachsenenmodell hat eine umlaufende Isolationskammer um die Kapuzenöffnung; die Siku-Modelle und die Damen-Aputi dazu einen Wärmekragen mit Magnetverschluss. Jedes Erwachsenenmodell führt außerdem ein geräuschdämpfendes Material in der Kapuze, das das Rascheln des Obermaterials am Ohr mindern soll. Beim Siku Down und beim Women's Siku Down sitzt eine wasserdichte Membran in Kapuze und Fußende — genau an den beiden Stellen, an denen Zeltkondensat auf den Schlafsack trifft.
Stoffe und Ausrüstung. Das Obermaterial ist nach Herstellerangabe PFC-frei imprägniert — eine Angabe zur DWR-Ausrüstung, nicht zur Membran —, das Innenmaterial besteht aus recyceltem Polyester; beides steht wortgleich auf allen acht Erwachsenendatenblättern von Aputi bis Siku, eine Faserherkunft oder ein Prüfzeichen dagegen auf keinem. Im Lieferumfang liegen bei allen acht Schlafmaske, Ohrstöpsel sowie je ein Kompressions- und ein Lagerungssack — ob dieses Zubehör in den 1.020 bis 2.380 g steckt, weist das Datenblatt nicht aus; sein Gewichtsfeld heißt dort „Vekt sovepose", also Gewicht des Schlafsacks.
Dieselben Zahlen unter einem zweiten Namen. Der Aputi Down -7C ist mit 450 g Füllung, 1.020 g Gesamtgewicht, 80 und 55 cm Innenweite und -1 °C Komforttemperatur ausgewiesen. Genau diese fünf Werte stehen auf dem Datenblatt des Perform Down Bag -7C beim Markeninhaber (abgerufen am 8. Oktober 2026). Die beiden Datenblätter ergänzen sich: Ajungilak nennt die Grenztemperatur, die dort fehlt, die andere Seite Extremtemperatur und Bauschkraft, die bei Ajungilak fehlen. Ob dieselbe Daune drinsteckt, sagt keines von beiden.
Preisniveau
€€€. Beim norwegischen Händler stehen die beiden Daunenmodelle an der Spitze der Markenliste, der Siku Down an deren oberem Ende; die Kunstfasermodelle liegen im oberen Mittelfeld, und zwischen dem Kinderschlafsack und dem Siku Down liegt mehr als das Siebenfache. Ein Einstiegssegment für Erwachsene gibt es nicht — das günstigste Erwachsenenmodell ist der Aputi Fiber, und unter den Schlafsäcken liegt nur noch die Luftmatte der Marke.
Für wen — und für wen nicht
Passend ist Ajungilak, wenn die Entscheidung zwischen Daune und Kunstfaser bei gleicher Temperaturklasse bewusst fallen soll: 1.020 gegen 1.550 g beim Aputi, 1.700 gegen 2.370 g beim Siku, bei je identischen Temperaturwerten. Passend auch, wenn es wirklich kalt wird — mit -18 und -21 °C Grenztemperatur deckt die Marke einen Bereich ab, in dem viele Hersteller nichts mehr führen. Und passend für Damenfassungen, die nicht nur enger geschnitten, sondern wärmer ausgelegt sind: -10 statt -7 °C beim Aputi, -21 statt -18 °C beim Siku.
Nicht passend ist die Marke, wenn der Daunenschlafsack gegen andere Hersteller gestellt werden soll. Ohne Bauschkraft und ohne Daunenanteil fehlen genau die zwei Angaben, mit denen man das täte; wer sie braucht, ist bei Valandre besser bedient. Nicht passend auch für alles außerhalb der zwei Baureihen: Deckenschlafsäcke, Innenschlafsäcke und Hüttenbedarf führt die Marke nicht — dafür gibt es den Hüttenschlafsack als eigene Gattung und mit Cocoon eine Marke, die darauf gebaut ist. Und nicht passend, wenn es um die Bezugsquelle im deutschsprachigen Raum geht: Belegt ist die Listung im skandinavischen Handel, und für den Aputi Down steht derselbe Satz Zahlen beim Markeninhaber unter anderem Modellnamen.
Alternativen
- Das Schlafsackprogramm des Markeninhabers — vier Reihen statt zwei, mit deutschsprachigem Datenblatt und einer Bauschkraftangabe, die Ajungilak nicht veröffentlicht.
- Carinthia — im Winter, wenn der Kunstfasersack das Ziel ist und nicht der schwerere Zwilling eines Daunenmodells.
- Valandre — wenn die Bauschkraft in cuin dastehen soll, bevor der Daunensack gekauft wird.
- Grüezi Bag — wenn eine Füllung mit Wollanteil in Frage kommt; Ajungilak führt nur Daune und Polyester.
- Therm-a-Rest — wenn Schlafsack und Unterlage aus einer Hand kommen sollen; Ajungilak führt dort nur ein einziges Modell.
Häufige Fragen zu Ajungilak-Schlafsäcken
Gibt es Ajungilak-Schlafsäcke noch?
Ja. Der Hersteller führt neun Modellseiten, und im norwegischen Handel sind sieben Schlafsäcke der Marke gelistet (beides abgerufen am 8. Oktober 2026). Was es nicht mehr gibt, sind die alten Modellnamen: Kompakt, Tyin, Igloo und Denali stehen auf keiner der neun Modellseiten. Aputi und Siku sind nach Angabe des Herstellers die Nachfolger von Kompakt und Tyin.
Was bedeutet die Zahl im Modellnamen?
Die Grenztemperatur. Beim Aputi Down -7C nennt das Datenblatt „-7 t-limit, -1 t-comfort" — die Komforttemperatur liegt also bei -1 °C. Für die Kaufentscheidung zählt der Komfortwert, und der liegt bei jedem Modell sechs bis acht Kelvin über der Zahl im Namen.
Warum steht auf den Datenblättern EN 13537?
Weil der Hersteller die Felder so beschriftet. Diese Normfassung ist zurückgezogen; geltend ist ISO 23537-1. Innerhalb des Programms bleiben die Werte untereinander vergleichbar, nach außen nur mit diesem Vorbehalt. Eine Extremtemperatur nennt die Marke ohnehin für kein Modell.
Wie viel Daune steckt im Siku Down?
950 Gramm Entendaune, und mehr sagt das Datenblatt nicht. Weder eine Bauschkraft noch ein Verhältnis von Daune zu Federn ist veröffentlicht, und ohne diese zwei Angaben ist der Wert nur innerhalb der Marke aussagekräftig. Dasselbe Füllgewicht steht auch beim Women's Siku Down -21C.
Welche Körperlänge deckt das Programm ab?
Die vier Unisexmodelle sind mit 195 cm maximaler Körperlänge ausgewiesen, die vier Damenfassungen mit 180 cm, der Kannik Fiber mit 120 bis 160 cm. Längenvarianten eines Modells, wie sie der alte Kompakt hatte, führt das heutige Programm nicht.
Braucht der Schlafsack eine bestimmte Unterlage?
Die Pflegeanleitung der Marke verlangt eine Unterlage, die so viel Kälte aushält wie der Schlafsack. Die Marke führt dazu nur eine einzige Luftmatte, deren R-Wert beim Händler ohne Prüfverfahren dasteht — vergleichbar wird er erst nach ASTM F3340. Die Auswahl steht bei den Isomatten, Waschen und Lagern bei der Pflege des Schlafsackes und die Temperaturwahl bei den Kriterien bei der Schlafsackauswahl.

