Mammut Schlafsack Marke
Das Schlafsackprogramm von Mammut ist in vier Reihen gegliedert, und jede gibt es zweimal: als Daunen- und als Kunstfasermodell. Relax deckt Sommer und Hütte ab, Comfort die kalte Nacht mit Platz, Perform die mehrtägige Tour mit knappem Packmaß, Protect den Winter. Darüber steht der Tyin MTI als eigene Expeditionslinie, die Mammut ausdrücklich für feucht-kalte Gebiete im hohen Norden führt. Wer in der Sortimentsübersicht der Schlafsäcke (abgerufen am 7. Oktober 2026) nachsieht, findet jede Reihe zusätzlich in einer Damenfassung mit eigener Temperaturangabe.
Die entscheidende Eigenheit steht im Namen. Die Zahl hinter dem Reihennamen — „Perform Down Bag -7C" — ist nicht die Komforttemperatur, sondern die Grenztemperatur. Das Datenblatt des Protect Down Bag -18C beschriftet genau diesen Wert als „Komforttemperatur Limit" und nennt ihn mit -18 °C; die Komforttemperatur liegt dort bei -10 °C. Wer den Modellnamen für den Wohlfühlbereich nimmt, rechnet acht Kelvin zu optimistisch — bei den Comfort-Modellen sechs.
Die Reihen und wofür sie gebaut sind
Alle Temperaturwerte unten sind Herstellerangaben. Mammut beschriftet sie mit „EN 13537:2012" — diese Normfassung ist zurückgezogen, gültig ist ISO 23537-1. Für den Vergleich innerhalb der Marke bleiben die Zahlen brauchbar; für den Vergleich mit einem Schlafsack, der nach der geltenden Fassung geprüft wurde, sind sie es nur mit diesem Vorbehalt.
| Reihe | Füllung | Für wen | Kennwerte eines Modells | Preisklasse |
|---|---|---|---|---|
| Relax Down 0C | Daune, 90/10 | Sommernächte, Hütte | 300 g Füllung, 960 g gesamt, keine Temperaturangabe veröffentlicht | €€€ |
| Relax Fiber 0C | Kunstfaser | Sommer, feuchte Lager | Gegenstück zur Daunenfassung derselben Reihe | €€ |
| Comfort Down -15C | Daune, 80/20, 650 cuin | kalte Nächte mit Platzbedarf | Komfort -9 °C, Extrem -38 °C, 1.662 g, Packvolumen 12,5 l | €€€ |
| Comfort Fiber -15C | Kunstfaser | dieselbe Nacht bei Nässe | gleiche Temperaturen, 2.519 g, Packvolumen 19,7 l | €€ |
| Perform Down -7C | Daune, 90/10, 700 cuin | Mehrtagestour, knappes Packmaß | Komfort -1 °C, Extrem -22 °C, 450 g Füllung, 1.020 g | €€€ |
| Perform Fiber -7C | Ajungilak Fiber | Mehrtagestour bei Feuchtigkeit | Komfort -1 °C, Extrem -18 °C, 1.103 g Füllung, 1.550 g | €€ |
| Protect Down -18C | Daune, 90/10, 700 cuin | Winter, Hochtour | Komfort -10 °C, Extrem -40 °C, 950 g Füllung, 1.706 g | €€€ |
| Protect Fiber -18C | Kunstfaser, in drei Längen | Winter bei Nässe | als S, L und XL geführt | €€ |
| Tyin MTI 5-Season | Kunstfaser | Expedition, Tundra und Taiga | Komfort -13 °C, Grenze -25 °C, Extrem -45 °C, 2.430 g | €€€ |
Kennwerte der Gattung, auf Mammut bezogen
Die drei Temperaturen. Mammut veröffentlicht Komfort-, Grenz- und Extremtemperatur, allerdings nicht überall vollständig: Beim Perform Down Bag -7C stehen Komfort- und Extremwert im Datenblatt, der Grenzwert fehlt. Die Spanne zwischen Komfort und Extrem ist weit — beim Comfort Down Bag -15C liegen zwischen -9 °C und -38 °C neunundzwanzig Kelvin. Warum nur der Komfortwert eine Kaufzahl ist, erklären die Kriterien bei der Schlafsackauswahl.

Die drei Temperaturen nach ISO 23537-1
Auf dem Etikett stehen drei Zahlen. Sie kommen aus einer einzigen Messung an einer beheizten Puppe — alles Weitere rechnet ein Modell. Was die Norm dazu festlegt und was nicht, steht hier.
T_comf Komforttemperatur
Untere Grenze des Komfortbereichs, bis zu der eine Person in entspannter Haltung — etwa auf dem Rücken liegend — im Wärmegleichgewicht bleibt und gerade anfängt zu frieren.
Der Wert, an dem sich ein Kauf ausrichten lässt.
T_lim Grenztemperatur
Untere Grenze, bei der eine Person in zusammengerollter Körperhaltung noch im Wärmegleichgewicht ist und gerade anfängt zu frieren.
Die Kauerstellung wird nicht gemessen, sondern gerechnet.
T_ext Extremtemperatur
Sehr niedrige Temperatur, bei der ein Gesundheitsschaden durch Unterkühlung möglich ist. Anmerkung der Norm: ein Gefahrenpunkt, der zum Tod führen kann.
Kein zugesichertes Überlebensfenster — ein Warnwert.
So entstehen die drei Zahlen
- Gemessen wird
- eine einzige Liegeposition: Puppe auf dem Rücken, Sack zu, Kapuze über dem Kopf
- Prüfklima
- (10 ± 5) °C in einer windstillen Kammer — nicht bei der ausgewiesenen Temperatur
- Unterlage
- Schaumstoffmatratze mit R_ct = (0,85 ± 0,06) m²·K/W, das sind rund R 4,8
- Bekleidung der Puppe
- zweiteiliger Anzug und kniehohe Socken — keine Mütze
- Prüfungen
- drei getrennte Läufe, gebildet wird das arithmetische Mittel
- Nicht erfasst
- Bewegung, Wetterwechsel, Aufwärmphase — bewertet wird nur der stationäre Zustand
Beispielwerte aus Tabelle 1 der ISO 23537-1:2022 für einen Schlafsack mit R_c(1) = 0,900 m²·K/W; die Bandbreiten sind maßstäblich. Die Tabelle endet bei T_lim = −19,5 °C — Schlafsäcke mit niedrigerer Grenztemperatur liegen außerhalb des Geltungsbereichs der Norm. Eine vierte Angabe, die obere Komfortgrenze T_max, steht nur in einem informativen Anhang und ist damit freiwillig.

Form. Eine Formbezeichnung veröffentlicht Mammut nicht. Statt „Mumienform" nennen die Datenblätter zwei Maße: die maximale Innenweite und die Innenweite im Fußbereich. Daraus liest man die Verjüngung ab — beim Perform Down Bag -7C 80 cm oben gegen 55 cm am Fuß, beim breiter geschnittenen Comfort Down Bag -15C 85 gegen 60 cm. Das ist nützlicher als ein Formname, verlangt aber den eigenen Maßstab; die Schlafsackformen ordnen die Begriffe dahinter ein.
Füllung und Bauschkraft. Die Daunenmodelle laufen über zwei Stufen: 650 cuin in der Comfort-Reihe, 700 cuin in Perform und Protect, jeweils als RDS-zertifizierte Daune ausgewiesen. Die Verhältnisse unterscheiden sich mit: Comfort trägt 80 % graue Entendaune zu 20 % Entenfedern, Perform und Protect 90 % zu 10 %. Eine reine Daunenfüllung gibt es nicht, und beide Zahlenpaare gehören zusammen gelesen. Die cuin-Angaben stammen aus dem US-Verfahren; einen belastbaren Faktor zum europäischen Prüfweg gibt es nicht, die Zahlen tragen also nur innerhalb desselben Verfahrens. Hintergrund bei der Bauschkraft und beim Daunen-Blend-Verhältnis.
Füllgewicht und Gesamtgewicht. Hier liegt die aussagekräftigste Zahl des ganzen Programms, weil Mammut dieselbe Temperatur zweimal baut. Perform Down und Perform Fiber nennen beide -1 °C Komforttemperatur: der Daunensack mit 450 g Füllung und 1.020 g Gesamtgewicht, der Kunstfasersack mit 1.103 g Füllung und 1.550 g. Noch deutlicher die Comfort-Reihe: 1.662 g gegen 2.519 g bei identischen Temperaturwerten, dazu 12,5 gegen 19,7 Liter Packvolumen. Was an Pflegeaufwand und Nässeempfindlichkeit dagegensteht, wiegen Daunenschlafsack und Kunstfaserschlafsack gegeneinander ab.
Was nicht dasteht. Beim Relax Down Bag 0C veröffentlicht Mammut überhaupt keine Temperaturwerte — kein Komfort-, kein Grenz-, kein Extremwert, nur Füllgewicht und Innenweiten. Die 0 im Namen ist dort also durch nichts belegt. Für einen Schlafsack ist das die wichtigste Lücke, die es gibt, und sie taucht bei keinem anderen Modell der Marke auf.
Technologien und was sie technisch sind
Ajungilak Fiber. Der Name der Kunstfaserfüllung ist der Name eines eigenen Unternehmens: Mammut hat den norwegischen Schlafsackhersteller Ajungilak nach eigener Darstellung Anfang der 2000er Jahre übernommen und führt dessen Namen heute als Füllungsbezeichnung weiter. Technisch beschreibt Mammut sie als pflegeleicht und unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit; eine Faserfeinheit oder ein Flächengewicht nennt der Hersteller nicht. Die Materialangabe lautet schlicht 100 % Polyester.
Kältebrücken am Reißverschluss. Der mittig geführte Zweiwege-Reißverschluss ist das auffälligste Baumerkmal der Reihen Perform und Protect: Er sitzt nicht an der Seite, sondern vorn und lässt sich von oben und unten öffnen, was die Temperaturregelung ohne Auskühlen der Füße erlaubt. Dahinter liegt nach Herstellerangabe eine isolierte Abdeckleiste gegen die Kältebrücke, am unteren Ende eine Reißverschlussgarage. Verbaut ist ein YKK-Reißverschluss mit Schutz gegen das Einklemmen des Stoffs.
Wärmekragen und Kapuze. Die wärmeren Reihen tragen eine umlaufende Isolationskammer um die Kapuzenöffnung und einen Wärmekragen, bei einzelnen Modellen mit Magnetverschluss. Dazu kommt eine anatomisch geformte Fußbox, die Mammut als überarbeitet ausweist. Beim Perform Down Bag liegen außerdem eine Schlafmaske und Ohrstöpsel im Lieferumfang — Zubehör, das die Gewichtsangabe nicht enthält.
Preisniveau
€€€. Die Daunenmodelle liegen im oberen Drittel, die Protect- und Comfort-Reihe an der Spitze des Mammut-Schlafsackprogramms; zwischen dem günstigsten Kunstfasermodell und dem teuersten Daunenmodell der Übersicht liegt fast das Vierfache. Die Kunstfaserfassungen derselben Reihe liegen durchweg deutlich darunter und sind der Einstieg in die Marke — mit dem Gewicht als Preis. Ein Einstiegssegment unterhalb der Relax-Reihe gibt es nicht.
Für wen — und für wen nicht
Passend ist Mammut, wenn die Entscheidung zwischen Daune und Kunstfaser bewusst fallen soll. Kaum ein Hersteller baut dieselbe Temperaturklasse so konsequent zweimal; wer 1.662 g gegen 2.519 g bei identischen Temperaturwerten legt, entscheidet mit Zahlen statt mit Gefühl. Passend auch für Winter und Expedition: Protect und Tyin MTI decken Bereiche ab, in denen viele Hersteller gar nichts mehr führen.
Nicht passend ist die Marke, wenn die Temperaturangabe gegen andere Hersteller gestellt werden soll. Solange die Datenblätter die zurückgezogene Normfassung nennen, bleibt der Vergleich nach außen mit einem Vorbehalt behaftet. Nicht passend auch für den Sommerschlafsack: Beim Relax Down Bag steht kein einziger Temperaturwert, und ein Sommersack ohne Komfortwert ist eine Katze im Sack. Und nicht für Deckenschlafsäcke oder Hüttenbedarf — dafür gibt es die Reihe nicht, wohl aber den Hüttenschlafsack als eigene Gattung.
Alternativen
- Ajungilak — die Vorgeschichte der eigenen Kunstfaserfüllung, wenn Altbestand oder Herkunft interessieren.
- Carinthia — im Winter die Adresse, wenn der Kunstfasersack das Ziel ist und nicht der Kompromiss.
- Mountain Equipment — zu vergleichen, wenn höhere Bauschkraftstufen und ausführlichere Daunenangaben gefragt sind.
- Yeti — für den Fall, dass das Packmaß das einzige harte Kriterium ist.
- Deuter — eine Preisklasse darunter, wenn der Sack für wenige Nächte im Jahr gedacht ist.
Häufige Fragen zu Mammut-Schlafsäcken
Was bedeutet die Zahl im Modellnamen?
Die Grenztemperatur, nicht die Komforttemperatur. Beim Protect Down Bag -18C nennt das Datenblatt -18 °C als „Komforttemperatur Limit" und -10 °C als Komforttemperatur. Für die Kaufentscheidung zählt der Komfortwert, und der liegt bei jedem Modell deutlich über der Zahl im Namen.
Warum steht auf den Datenblättern EN 13537?
Weil Mammut die Felder so beschriftet. Diese Normfassung ist zurückgezogen; gültig ist ISO 23537-1 — die geltende Fassung und ihr Prüfaufbau stehen auf der Normseite. Innerhalb des Mammut-Programms bleiben die Werte untereinander vergleichbar, nach außen nur mit diesem Vorbehalt.
Daune oder Kunstfaser — was ist bei Mammut der Unterschied?
Rund ein Drittel Gewicht und zwei Drittel Packmaß. Comfort Down und Comfort Fiber sind mit denselben Temperaturen ausgewiesen, wiegen aber 1.662 gegen 2.519 Gramm und packen auf 12,5 gegen 19,7 Liter. In der Perform-Reihe stehen 1.020 gegen 1.550 Gramm bei je -1 °C Komforttemperatur.
Welche Form haben die Schlafsäcke?
Das sagt Mammut nicht. Stattdessen stehen zwei Innenweiten im Datenblatt: 80 cm maximal und 55 cm am Fuß beim Perform Down Bag, 85 und 60 cm beim Comfort. Wer breit schläft, liest die Comfort-Reihe aus diesen Zahlen heraus, nicht aus einem Formnamen.
Gibt es Damenfassungen mit eigenen Werten?
Ja, jede Reihe wird zusätzlich als Women's-Modell geführt, und zwar mit anderer Temperaturangabe im Namen — etwa Women's Protect Down Bag -21C gegen -18C in der Unisexfassung. Die Damenmodelle sind also nicht nur anders geschnitten, sondern wärmer ausgelegt.

