Wanderschuhe richtig pflegen – Schuhpflege
Die Schuhpflege ist ein wichtiges Thema, denn moderne Wanderschuhe sind meist nicht ganz billig. Durch eine gute Pflege ist es möglich, die Lebensdauer von Wanderschuhen zu erhöhen.
Zunächst einmal sollten Sie als Wanderschuhe-Besitzer folgendes verinnerlichen:
- Jeder Wanderschuh benötigt Pflege.
- Eine Schuhpflege sollte nach jeder Tour bzw. nach jeder Verschmutzung stattfinden.
Bevor eine Behandlung mit einem Pflegemittel stattfindet, ist es wichtig, die Wanderschuhe gründlich zu reinigen. Dabei gehen Sie am besten wie folgt vor:
Wanderschuhe reinigen
- Einlegesohlen entfernen (je nach Hersteller waschbar)
- Schnürsenkel entfernen (nicht nötig bei leichten Verschmutzungen)
- Mit einer nicht zu harten Bürste den gröbsten Schmutz entfernen.
- Bei Bedarf unter fließendem Wasser (maximal lauwarm und ohne Seife!) den restlichen Schmutz entfernen.
- Spezielle Lederreinigungsmittel sind meist überflüssig und nur empfehlenswert, wenn sich der Schmutz mit Wasser und Bürste nicht entfernen lässt.
- Innenfutter (nur bei Bedarf) mit Wasser und einem Schwamm reinigen.

Waschen, wärmen, erst dann imprägnieren
Funktionsbekleidung wird nicht schlechter, weil sie gewaschen wird — sondern weil sie falsch gewaschen wird. Und weil viele zum Imprägnierspray greifen, wo Wärme gereicht hätte.
- Etikett lesen. Dort steht die Waschtemperatur und ob die Jacke in den Trockner darf. Beides entscheidet über die nächsten vier Schritte, und beides unterscheidet sich von Material zu Material.
- Spezialwaschmittel nehmen. Es neutralisiert im Stoff abgelagerte Waschmittelreste, statt neue zu hinterlassen. Reste sind der häufigste Grund, warum eine Jacke nicht mehr abperlt.
- Zweimal spülen, kaum schleudern. „Wasser plus" oder „Spülen +" einschalten; den Schleudergang auf 400 Umdrehungen reduzieren oder ganz abstellen.
- Wärme geben. Trockner auf niedriger Stufe, wenn das Etikett es erlaubt — sonst bügeln mit Tuch dazwischen. Die Wärme richtet die vorhandene Imprägnierung wieder auf.
- Erst jetzt prüfen, ob neu imprägniert werden muss. Wasser auf den trockenen Stoff tropfen: Perlt es ab, ist nichts zu tun. Zieht es ein, kommt das Imprägniermittel an die Reihe.
Die Tropfenprobe ist der ganze Unterschied zwischen Pflege und Rateverfahren: Sie dauert zehn Sekunden und beantwortet, ob Schritt 5 überhaupt nötig ist.
Wie oft gewaschen werden muss, hängt am Gebrauch und nicht am Kalender. Eine Jacke gehört in die Maschine, wenn sie sichtbar verschmutzt ist oder nicht mehr abperlt — beides ist ein Zustand, kein Zeitraum. Zu seltenes Waschen schadet übrigens mehr als zu häufiges: Schmutz in den Fasern ist genau das, was die Imprägnierung blockiert.

Wanderschuhe trocknen
- Mit einem fusselfreien Tuch (z.B. aus Mikrofaser) den Schuh innen und außen abtrocknen
- Laschen weit öffnen
- Lederschuhe: Mit Zeitung ausstopfen (gegebenenfalls während des Trocknungsprozesses wechseln)
- Schuhe mit Membran: Ohne Zeitung trocken lassen
- Schuhe an einem trockenen Ort deponieren und trocknen lassen
- Temperatur sollte nicht über Zimmertemperatur liegen
Unbedingt vermeiden:
- Schuhe an schlecht belüftetem Ort trocknen lassen (Tüte, Kofferraum etc.)
- Schuhe an einem feuchten Ort trocknen lassen (feuchter Keller, Garage)
- Schuhe unter einer Heizung, vor einem Ofen oder an einem Kamin trocknen lassen (Leder wird spröde, Schuhkleber ist hitzeempfindlich)
Wanderschuhe imprägnieren
- Schuhe regelmäßig mit einem Imprägnierspray behandeln.
- Wahl des Imprägniersprays: Hersteller-Hinweise beachten (richtige Lederart!). Ab dem 10. Oktober 2026 dürfen Imprägniermittel für die breite Öffentlichkeit nach Verordnung (EU) 2024/2462 kein PFHxA, keine PFHxA-Salze und keine verwandten Stoffe mehr ab 25 ppb beziehungsweise 1.000 ppb enthalten; früher gekaufte Dosen bleiben davon ausgenommen.
- ALLE Wanderschuhe sollten regelmäßig imprägniert werden, auch wenn das Obermaterial synthetisch ist.
- Imprägnierung am besten nach der Reinigung durchführen, denn das Obermaterial nimmt das Imprägniermittel im feuchten Zustand besser auf als im Trockenen.
- Vorgaben des Herstellers beachten.
- Falls nicht anders angegeben: Mehr Spray bringt mehr Imprägnierung, deswegen ordentlich einsprühen und die Sprühflasche beim Sprühen relativ nah am Schuh halten — je näher, desto weniger Sprühnebel verweht in die Atemluft.
- Imprägnierung immer im Freien durchführen — nicht nur des Geruchs wegen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung führt schwere Vergiftungsfälle mit Imprägniersprays darauf zurück, dass sehr feine Tröpfchen in das Alveolargewebe der Lunge eindringen und dort Atemnot oder Lungenödeme auslösen; diese Tropfengröße entsteht beim Ausbringen mittels Treibgas, bei einem Pumpmechanismus dagegen nicht. Auch im Freien gilt: Windrichtung und Windstärke berücksichtigen, damit Helfer oder Unbeteiligte nicht mit dem Sprühnebel in Kontakt kommen.
- Besonders auf versteckte Ecken, z.B. an der Lasche, achten.
- Schnürsenkel können ebenfalls imprägniert werden, aber beim Imprägnieren ist es sinnvoll, die Schnürsenkel zu entfernen (falls nicht ohnehin schon geschehen).
- Imprägnierung muss eintrocknen. Das dauert in der Regel etwa 24 Stunden.
Wanderschuhe aus Leder pflegen

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Leder ist ein natürliches Material, das zum Austrocknen tendiert. Leder wird ohne Pflege irgendwann spröde. Deswegen ist es wichtig, kontinuierlich Lederpflege zu betreiben. Leder ist sehr atmungsaktiv und diese Funktion ist bei Membran-Wanderschuhen entscheidend für die Funktionalität. Bei klassischen Leder-Wanderschuhen empfiehlt sich deswegen als Standard-Pflegemittel ein Imprägnierspray. Imprägnierwachs sollte nur dünn aufgetragen werden, wenn die Atmungsaktivität erhalten bleiben soll. Nur wenn die Leder-Wanderschuhe wasserdicht gemacht werden sollen, muss viel Imprägnierwachs in das Leder eingearbeitet werden.
- Leder regelmäßig mit Schuhwachs behandeln
- Besonders wichtig bei klassischen Leder-Wanderschuhen.
- Auch Wanderschuhe mit Membran haben oftmals als Obermaterial Leder, das gepflegt werden muss. Das Leder ist aber dünner als bei klassischen Leder-Wanderschuhen. VORSICHT: Nur sehr wenig Wachs auftragen, um die Atmungsaktivität nicht zu beeinträchtigen! Besser: Imprägnierspray!
- Die meisten Hersteller empfehlen Pflegemittel ohne Fette und Öle.
- Wachs auf trockene Schuhe auftragen.
- Wachsmenge
- Zur Lederpflege: Nur wenig Wachs auf den trockenen Schuh auftragen und mit einem fusselfreien Tuch einreiben.
- Leder wasserdicht machen (Achtung: Atmungsaktivität geht dauerhaft verloren):
- Schuhe auf Zimmertemperatur bringen
- Wachs anwärmen (nicht verflüssigen!), in der Hand oder auf der Heizung
- Weiches Wachs in kleinen Mengen mehrfach auftragen, bis das Leder kein Wachs mehr aufnimmt.
- Alle Nähte besonders gründlich wachsen (z.B. mit einer Zahnbürste).
- Schuhe über Nacht stehen lassen, damit das restliche Wachs einziehen kann.
- Schuhe mit einem fusselfreien Tuch vom restlichen Wachs befreien.
- Prozedur wiederholen, wenn die Wasserdichtigkeit nachlässt.
- Auf längere Touren Wachs mitnehmen, um unterwegs nachwachsen zu können.
- Vorsicht mit Fön und anderen Heizquellen: Leder reagiert empfindlich auf große Hitze und der Schuhkleber ist nicht hitzebeständig (fällt im schlimmsten Fall erst bei der Tour auf, wenn sich die Sohle aus „unerklärlichen Gründen“ löst).
Wanderschuhe richtig unterbringen
- Schuhe mit einem Schuhspanner ausstatten, damit die Form dauerhaft erhalten bleibt.
- Bei hohem Schaft ist ein Stiefelspanner/Schaftspanner sinnvoll, damit sich keine Knickstellen entwickeln. Alternativ: Stiefel komplett mit Zeitungen ausstopfen und liegend im Karton lagern.
- Schuhe an einem dunklen, trockenen Ort (Schuhschrank oder Schuhkarton) deponieren.
- Lagertemperatur von 15-20 °C ist ideal.
Hydrolyse: wenn die Sohle im Schrank zerfällt
Der häufigste Totalschaden an einem gepflegten Wanderschuh passiert nicht unterwegs, sondern im Regal. Nach Jahren der Lagerung bröselt die Zwischensohle, reißt quer oder löst sich im Ganzen ab – oft beim ersten Schritt der ersten Tour nach langer Pause. Dahinter steckt Hydrolyse: Wasser spaltet chemische Bindungen im Kunststoff.
Betroffen ist dabei nicht „PU" als Ganzes, sondern der Esteranteil. Ein technischer Überblick, den Robert Czeiszperger von der Anderson Development Company 2012 auf der Polyurethane Manufacturers Association Conference vorstellte, benennt drei angreifbare Bindungstypen im Polyurethan: die Urethan- und die Harnstoffbindung sowie die Estergruppen im Rückgrat eines polyesterbasierten PU. Die Reihenfolge der Beständigkeit gibt er als „ester<<urea<urethane" an – der Ester ist mit deutlichem Abstand das schwächste Glied. Über die Etherbindung heißt es dagegen, die hydrolytische Stabilität einer Polyethergruppe sei „excellent". Eine PU-Sohle auf Polyetherbasis hält also erheblich länger als eine auf Polyesterbasis, obwohl auf beiden schlicht „PU" steht. Hinzu kommt, dass der Zerfall sich selbst beschleunigt: Die dabei frei werdende Säure wirkt als Katalysator für den weiteren Abbau.
Welcher Schuh welche Variante hat, steht in aller Regel nirgends. Hersteller geben „PU" an, nicht den Polyoltyp. Für die Lagerung ist das zum Glück zweitrangig, denn die Stellschrauben sind in beiden Fällen dieselben: Feuchtigkeit und Wärme. Dass Wärme stark beschleunigt, ist in der zitierten Arbeit gemessen – allerdings an Proben, die in Wasser von 50 °C und 90 °C lagen; Zwischenstufen hat die Arbeit nicht geprüft. Solche Werte lassen sich nicht auf einen Schuhschrank übertragen; die Richtung stimmt, die Zahlen gelten dort nicht.
Wie lange es dauert, lässt sich nicht seriös in eine Zahl fassen – der Hersteller nennt trotzdem zwei, und sie widersprechen sich scheinbar. Meindl schreibt auf der eigenen Serviceseite, der „allerfrüheste Zeitpunkt, wo ein Zersetzungseffekt zu tragen kommt", liege bei regelmäßigem Gebrauch bei etwa fünf Jahren nach der Produktion. Im selben Text steht aber auch, es gebe „weitaus mehr Kunden, die ihre Schuhe erst nach 15, manchmal auch erst nach 20 Jahren zur Neubesohlung" schicken. Beide Angaben zählen ausdrücklich ab Herstellung, nicht ab Kauf: „Wichtig dabei ist, dass es sich hier nicht um die Zeit der Benutzung handelt, sondern um die Zeit ab der Produktion." Eine Prüfnorm, die eine Haltbarkeit in Jahren bescheinigen würde, gibt es nicht, und ein ablesbares Produktionsdatum tragen Wanderschuhe üblicherweise ebenfalls nicht.
Der Widerspruch löst sich auf, wenn man liest, worauf die Zahlen antworten. Die fünf Jahre beantworten die Frage, ab wann ein Schaden überhaupt möglich ist. Die 15 bis 20 Jahre beschreiben, was in der Praxis tatsächlich passiert. Das eine ist eine Untergrenze, das andere ein Erfahrungswert – beide stimmen, und keine der beiden Zahlen sagt etwas über ein einzelnes Paar aus.
Wer den Sohlenverlust sicher ausschließen will, muss nach Kalender handeln, nicht nach Augenschein. Meindl weist darauf hin, dass die Alterungsprozesse „nicht immer von außen erkennbar" seien und „auch von innen nach außen" arbeiteten – „deshalb ist eine Sichtkontrolle und auch eine Probetour nur bedingt aussagekräftig". Das ist der praktisch wichtigste Satz zum Thema: Ein Schuh, der gut aussieht und sich auf der Hausrunde bewährt, ist damit nicht geprüft. Die Empfehlung des Hauses lautet entsprechend, PU-Sohlen „5-6 Jahre nach der Herstellung einer Neubesohlung zu unterziehen". Dass Meindl die Neubesohlung selbst anbietet, gehört zur Einordnung dazu – die Empfehlung steht aber im selben Text wie die 15 und 20 Jahre, und wer nur eine der beiden Seiten zitiert, gibt die Auskunft zur Hälfte wieder.
Kontraintuitiv, aber in der Herstellerauskunft eindeutig: Getragene Schuhe halten länger als geschonte. Meindl formuliert es so, dass „Schuhe, welche regelmäßig in Benutzung sind, weniger oft vom Verlust der Sohle betroffen sind als Schuhe, die lange nicht getragen wurden". Ausgerechnet das gute Paar, das für die große Tour aufgehoben wird, ist damit das gefährdete.
Für die Aufbewahrung folgt daraus, ergänzend zu den Punkten oben:
- Trocken lagern – und zwar im absoluten Sinn. Meindl weist darauf hin, dass sich Trockenheit hier „auf die absolute Feuchtigkeit, also auch die Luftfeuchtigkeit" beziehe. Ein Schuh kann sich völlig trocken anfühlen und trotzdem in feuchter Luft stehen. Keller und Garage sind genau deshalb die schlechtesten Plätze im Haus.
- Luft heranlassen. Empfohlen wird ein dunkler, luftdurchfluteter Raum. Luftdichte Boxen und Plastiktüten halten die Feuchtigkeit am Schuh fest, statt sie abzuführen.
- Kühl halten. Das ist der zweite Grund für die oben genannten 15 bis 20 °C – neben der Schonung von Leder und Klebstoff.
- Das Paar gelegentlich tragen. Ein Spaziergang zweimal im Jahr ist keine Pflege im engeren Sinn, hält den Schuh aber in Gebrauch – und Gebrauch ist nach Herstellerauskunft der bessere Zustand.
Mindestens einmal im Jahr den Innenschuh pflegen
Damit auch der Innenschuh samt Futter in einem guten Zustand bleibt, sollten Sie einmal im Jahr den Schuh von innen mit warmem Wasser, in das sie ein wenig Wollwaschmittel geben, reinigen. Aber auch wenn das Lüften der Schuhe nicht mehr ausreicht, um einen unangenehmen Schweißgeruch loszuwerden, sollten Sie diese Reinigungsmethode anwenden. Zum Trocknen stopfen Sie die Schuhe mit altem Zeitungspapier voll. Sie sollten die Schuhe bei Zimmertemperatur trocknen lassen, aber nicht unter einer Heizung oder vor einem Ofen. Insbesondere Lederschuhe reagieren auf zu starke Wärme empfindlich.
Kleine FAQ zur Lederpflege
- Ich finde nicht die passende Wachsfarbe. Was soll ich tun? Schuhwachs wird fast immer auch in einer farblosen Variante angeboten. Im Zweifel ist dieses neutrale Wachs eine sehr gute Lösung.
- Meine Ösen/Haken knarzen. Was kann ich machen? Mit ein wenig Vaseline oder Schuhwachs lassen sich Ösen sehr gut schmieren. Verwenden Sie auf keinen Fall Öl oder Fett. Wenn Sie bei der regelmäßigen Schuhpflege Schuhwachs auftragen, sollten Sie immer darauf achten, dass Sie auch unter den Haken Wachs auftragen und bewegliche Haken ein paar Mal drehen bzw. hin und her bewegen, um das Wachs gut zu verteilen.
- Die Schnürsenkel sind voller Wachs. Muss das sein? Nein, denn wenn Sie die Schnürsenkel erst dann wieder einfädeln, wenn der gesamte Pflegevorgang abgeschlossen ist, kann kaum Wachs an die Schnürsenkel gelangen. Die Reinigung der Schnürsenkel lohnt sich aufgrund des Aufwands kaum. Wenn das Wachs Sie extrem stört, sollten Sie die Schnürsenkel durch neue ersetzen und dann nur mit etwas Imprägnierspray behandeln.
- Das Leder sieht nach dem Wachsen viel dunkler aus. Was habe ich falsch gemacht? Nichts. Das Wachs lässt das Leder bei richtiger Behandlung dunkler werden. Das sollten Sie gegebenenfalls schon beim Schuhkauf berücksichtigen.
- Wie oft müssen die Schuhe gewachst werden? Wenn es nur darum geht, die Schuhe zu pflegen, reicht es bei normaler Nutzung (Freizeitwanderer) aus, die Schuhe 2-3 Mal im Jahr mit Wachs zu behandeln. Wenn die Schuhe mit dem Wachs wasserdicht gemacht werden, ist es eventuell notwendig, öfter nachzuwachsen.
- Warum nicht mit einer gewöhnlichen Schuhcreme pflegen? Gewöhnliche Schuhcreme enthält viel Fett. Fett zieht tief in das Leder ein und macht es weicher. Das Fett kann zudem dazu beitragen, dass der Feuchtigkeitsgehalt des Leders reduziert wird. In der Folge wird das Leder spröde. Es gibt nicht wenige Outdoor-Fans, die mit Schuhcreme oder anderen fetthaltigen Pflegemitteln arbeiten (z.B. Lädersmörning von Lundhags) und davon überzeugt sind, dass fetthaltige Mittel besser sind als Schuhwachs. Einig sind sich aber fast alle Outdoor-Fans, dass Wachs in jedem Fall für das dünne Leder der Membran-Wanderschuhe die bessere Lösung ist. Praktisch alle Wanderschuh-Hersteller empfehlen Schuhwachs zur Lederpflege. Vielleicht liegen alle Hersteller falsch, aber es spricht einiges dafür, dass Wachs besser für die Schuhpflege geeignet ist als Schuhfett.
- Ich habe aber in einem Outdoor-Forum gelesen, dass Schuhwachs schlecht und Stiefelfett ideal sei. Warum steht dann auf dieser Seite etwas ganz anderes? Das Thema Wachs/Stiefelfett/Schuhcreme wird in fast jedem Outdoor-Forum ausführlich diskutiert. Es gibt gute Argumente für beide Ansichten und wenn sich zwei Diskutanten nicht einigen können, kommt ein Dritter und behauptet, die Kombination von Stiefelfett und Wachs sei der heilige Gral. Oft wird aber übersehen, dass dabei fast immer nur die subjektiven Erfahrungen als maßgeblich betrachtet werden. Wenn Sie lieber Stiefelfett oder eine Bundeswehr-Schuhcreme verwenden möchten, liegt das ganz bei Ihnen. Wir empfehlen Ihnen aber Schuhwachs, weil das die Empfehlung aller großen Wanderschuh-Hersteller ist.
- Wenn Leder so hitzeempfindlich ist, kann ich dann überhaupt im Hochsommer wandern? Grundsätzlich gilt: Nasses Leder ist wesentlich hitzeempfindlicher als trockenes Leder. Wanderschuhe sind so konzipiert, dass Sie optimal im „normalen“ Temperaturbereich funktionieren. Wanderungen im Hochsommer sind deswegen überhaupt kein Problem. Allerdings sollten Sie es vermeiden, Wanderschuhe lange in die Sonne zu stellen oder auf andere Weise aufzuheizen, insbesondere wenn die Wanderschuhe nass geworden sind. Neben dem Leder ist immer auch die Beständigkeit des hitzeempfindlichen Schuhklebers ein Thema, allerdings auch nicht bei den Temperaturen, die beim Wandern entstehen. Wenn Sie aber den Schuh mit einem Fön bearbeiten, kann es passieren, dass der Kleber sich löst bzw. instabil wird und dann bei der nächsten Wanderung seine Wirkung komplett verliert.


