Alprausch Bekleidung & Jacken Beratung
Wer diese Marke für einen Bergsportausrüster hält, wird beim Nachzählen enttäuscht, und das ist die wichtigste Auskunft dieser Seite. Der Herstellershop führte am 8. Oktober 2026 insgesamt 56 Artikel: 22 für Damen, 27 für Herren und sieben Accessoires, nämlich sechs Beanies und ein Paar Skisocken. Die Rubrik für Kinder meldete „Keine Ergebnisse“, ebenso Bademode, Unterwäsche, Shorts und Strick. Von den 15 Jacken und Mänteln und acht Hosen – 23 Teilen zusammen – nennen acht überhaupt eine Wassersäule; die übrigen 33 Artikel sind Shirts, Sweats, Fleece, Westen, Sneaker und Mützen.
Die Marke beschreibt sich selbst passend dazu: „Unsere DNA liegt in der Skate- und Snowboardkultur“, und sie fasst ihre Spannweite in einem Satz zusammen, der zugleich ihre Grenze benennt – „Wir tragen den Schnee auf die Strasse und die Strasse in den Schnee“ (Selbstdarstellung des Herstellers, abgerufen am 8. Oktober 2026). Schnee und Straße: Der Wetterschutz, den es gibt, ist für den Lift und die Piste gebaut, nicht für den mehrtägigen Aufstieg. Was dabei herauskommt, ist ein kleines, in sich geschlossenes Programm, dessen Modellnamen fast ausnahmslos schweizerische Ortsnamen sind – Wengen, Spiez, Thun, Albula, Grüsch, Viamala, Ilanz, Arosa – oder Mundartwitze wie „Holzer Hampe“, „Ski You Later“ und „Herbschtzauber“.
Das Programm, Rubrik für Rubrik
Die Zahlen stammen aus den Ergebniszählern des Herstellershops, Damen- und Herrenrubrik getrennt abgerufen am 8. Oktober 2026.
| Rubrik | Artikel | was darin steht | mit Wassersäule | Preisklasse |
|---|---|---|---|---|
| Jacken und Mäntel | 15 | zwei Parkas, eine wattierte Jacke, eine Thermojacke, zwei Freeridejacken, vier Fleeceteile, zwei Berberteile, eine Cordjacke, zwei Westen | 6 | € bis €€ |
| Hosen | 8 | zwei Freeridehosen, sonst Jogger, Sweat- und Starterhosen | 2 | €€ |
| Sweats | 8 | Hoodies, Sweatshirts, Sweater, ein Troyer | 0 | € |
| T-Shirts und Polos | 7 | Kurzarmshirts, ein Waffelshirt | 0 | € |
| Schuhe | 10 | acht Sneaker, zwei Winterschuhe | 0 | €€ |
| Accessoires | 7 | sechs Beanies, ein Paar Skisocken | 0 | € |
Kennwerte: eine Zahl ohne Verfahren und eine, die es sonst kaum gibt
Der Wetterschutz hängt bei dieser Marke an vier Zahlenpaaren, und sie liegen weit auseinander. Die vier Freerideteile – die Jacken „Tanner Ma“ und „Piz Alp“, die Hosen „Frau Fuchs“ und „Ski You Later“ – nennen 15.000 Millimeter Wassersäule und 15.000 g/m²/24 h, dazu „2 Lagen mit Membran und verschweissten Nähten“. Die beiden Parkas „Wengen“ liegen bei 10.000 zu 10.000, die wattierte Jacke „Spiez“ bei 8.000 zu 5.000, die Thermojacke „Thun“ bei 5.000 zu 5.000 (Datenblätter des Herstellers, abgerufen am 8. Oktober 2026).

Membranaufbau im Schnitt: 2, 2,5 und 3 Lagen
Alle drei Bauweisen halten mit derselben Membran dicht. Unterschiedlich ist nur, was die Membran auf der Innenseite schützt — und daran hängen Gewicht, Haltbarkeit und Tragegefühl.
2 Lagen
Membran am Oberstoff, Futter lose
- Oberstoff mit Imprägnierung
- Membran aufkaschiert
- Innenfutter separat eingenäht, hängt lose
- Dafür
- Futter frei wählbar, auch mit Isolierung kombinierbar
- Dagegen
- Das lose Futter scheuert an der Membran
- Typisch für
- Alltag, Reise, Jacken mit Wattierung
2,5 Lagen
Schutzdruck statt Futter
- Oberstoff mit Imprägnierung
- Membran aufkaschiert
- Schutzdruck Raster oder Punkte, keine volle Lage
- Dafür
- Leichteste und kleinste der drei Bauweisen
- Dagegen
- Klebt bei Schweiß auf der Haut, empfindlichste Innenseite
- Typisch für
- Notfalljacke im Rucksack, Laufen, Radfahren
3 Lagen
Alle drei Lagen fest verbunden
- Oberstoff mit Imprägnierung
- Membran einlaminiert
- Trikotfutter fest verbunden
- Dafür
- Keine Reibung zwischen den Lagen, deshalb langlebig
- Dagegen
- Steifer und schwerer, teuerste Bauweise
- Typisch für
- Bergsport, Trekking, dauerhafte Belastung
Die Lagenzahl sagt nichts über die Wassersäule aus — sie beschreibt nur, wie die Membran verbaut ist. Neben diesen drei gibt es die Z-Liner-Bauweise, bei der die Membran frei zwischen Oberstoff und Futter hängt.

Beide Zahlen sind mit Vorsicht zu lesen, und zwar aus verschiedenen Gründen. Für die Wassersäule gibt es mit ISO 811 ein festgelegtes Verfahren – der Hersteller nennt es auf keinem Datenblatt, sodass die Werte innerhalb des eigenen Programms eine Rangfolge bilden und darüber hinaus nichts. Der Dampfdurchsatz in g/m²/24 h ist noch heikler: Zu ihm gehört zwingend das Prüfverfahren, weil die gebräuchlichen Aufbauten unvergleichbare Ergebnisse liefern, und einen RET-Wert veröffentlicht die Marke nirgends. Was die beiden Normen festlegen und was sie offen lassen, steht bei Wassersäule und Atmungsaktivität.
Interessanter als die fehlenden Werte ist die Nahtart, denn die unterscheidet die vier Zahlenpaare erst richtig. Verschweißte Nähte haben nur die Freerideteile. Die Parkas „Wengen“ und die Jacke „Spiez“ tragen geklebte Nähte, die Thermojacke „Thun“ laut Datenblatt lediglich „eingefasste Nähte“ – und steht in derselben Merkmalsliste trotzdem als „Wasserdicht“. Eine eingefasste Naht ist eine Verarbeitungsart, keine Abdichtung; bei 5.000 Millimetern und ohne Dichtband gehört dieses Teil zu den Winterjacken für kalte, nicht für nasse Tage.
Ein Gewicht nennt kein einziges der nachgesehenen Datenblätter, auch kein Flächengewicht des Stoffes. Dafür steht auf fast jedem Teil eine Angabe, die im Outdoorhandel selten ist: die Rückenlänge in Zentimetern, samt der Größe, in der gemessen wurde. Der Herrenparka „Wengen“ kommt auf 85 Zentimeter in M, die Freeridejacke „Tanner Ma“ auf 79,5 in M, die Jacke „Spiez“ auf 77 in M, die Thermojacke „Thun“ auf 70 in M; bei den Damenteilen reicht die Spanne von 58 Zentimetern bei der Cordjacke „Susle“ bis 79 beim Parka „Wengen“, jeweils in S. Wer Jacken über die Länge aussucht – weil sie unter einen Hüftgurt passen oder nicht über den Sattel reichen soll –, bekommt hier die Zahl, die anderswo fehlt.
Was hinter den Materialangaben steht
Oberstoff und Futter wechseln je Einsatzzweck, und die Zuordnung ist klarer als bei vielen größeren Programmen. Die Schneesportteile tragen außen 100 Prozent Polyester und innen 88 Prozent Polyamid mit 12 Prozent Elasthan; die beiden Parkas drehen das um und setzen außen 90 Prozent Polyamid mit 10 Prozent Elasthan ein, was das abriebfestere der beiden Gewebe ist. Zur Füllung schreibt der Hersteller bei den Freerideteilen „Isolierung 3M: 100 % Polyester (davon 78 % recycelt)“, bei den Parkas nur „Füllung: 100 % Polyester“. Daunen kommen im ganzen Programm nicht vor, eine Bauschkraftangabe entsprechend auch nicht.
Die wasserabweisende Ausrüstung weist die Marke bei den Freerideteilen ausdrücklich als „PFC-freie wasserabweisende Ausrüstung“ aus, bei den Parkas und der Thermojacke steht dazu nichts. Praktisch heißt eine fluorfreie Imprägnierung: Sie hält kürzer und muss häufiger aufgefrischt werden – wie und wie oft, steht im Ratgeber zur Pflege, welche Regeln dazu gelten und wo die Selbstauskunft anfängt, behandelt PFAS in Outdoorausrüstung. Die vier Fleeceteile – zwei Jacken, eine Weste, ein Pullover – bestehen durchgehend aus 100 Prozent Polyester, und auch hier fehlt die Grammatur, die eine Fleecejacke vergleichbar machen würde.
Ein eigener Technologiename existiert nicht. Was anderswo als Membranfamilie beworben wird, heißt hier schlicht „2 Lagen mit Membran“, ohne Herkunftsangabe und ohne Stufen. Bei den Kinderteilen, die aktuell nicht im Shop stehen, waren die Beinabschlüsse der Schneesporthose aus Cordura verstärkt und ein Snowgaiter eingebaut – eine Ausstattungstiefe, die zur Pistenorientierung passt.
Preisniveau
€€ über das Bekleidungsprogramm, mit einem schmalen Feld nach unten. Shirts, Sweats und Beanies liegen in der Klasse €, Jacken und Hosen im unteren Mittelfeld; zwischen dem günstigsten Accessoire und der teuersten Freeridejacke liegt im eigenen Shop etwa der Faktor zehn. Nach oben öffnet sich das Programm nicht: Die teuerste Jacke der Marke bleibt deutlich unter dem, was eine dreilagige Alpinhardshell kostet – was angesichts von zwei Lagen und einer Wassersäule von 15.000 Millimetern folgerichtig ist.
Für wen – und für wen nicht
Gut bedient ist hier, wer Pisten- und Freeridebekleidung mit Wiedererkennungswert will und mit 15.000 Millimetern auskommt: Lift, Piste, Standzeiten, danach Ortskern. Richtig liegt auch, wer Jacken über die Rückenlänge aussucht statt über das Gewicht – die Angabe steht bei dieser Marke auf nahezu jedem Teil, mit der Messgröße daneben. Und richtig liegt, wer ein überschaubares Programm bevorzugt: 56 Artikel sind in einer halben Stunde komplett durchgesehen.
Die falsche Adresse ist diese Marke, wenn es um Bergbekleidung geht. Es gibt keine dreilagige Hardshell, keine Regenjacke und keine Regenhose im Programm, keine Daunenisolation, keine Funktionsunterwäsche und keine Trekkinghose; die beiden Softshelljacken und die beiden Windjacken, die der Katalog früher führte, stehen heute in keiner Rubrik mehr. Falsch liegt auch, wer Teile über Prüfwerte vergleichen will: Ohne Prüfnorm bei der Wassersäule und ohne Verfahren beim Dampfdurchsatz endet der Vergleich am Rand des eigenen Programms. Und falsch liegt, wer für Kinder einkauft – diese Rubrik ist leer. Für Deutschland kommt eine praktische Einschränkung hinzu: Der Herstellershop rechnet in Schweizer Franken und führt nur die Sprachen Deutsch, Französisch und Italienisch; bei zwei großen deutschen Outdoorhändlern gab es am 8. Oktober 2026 keine Markenseite zu dieser Marke, während die Nachbarmarken desselben Silos dort eine haben.
Alternativen
- Sherpa – der naheliegende Vergleich, wenn aus derselben Preisgegend wandertaugliche Teile statt Pistenmode gebraucht werden.
- Icepeak – wenn Schneesportbekleidung in derselben Klasse, aber mit deutlich breiterem Programm gesucht ist.
- CMP – wenn das Sortiment Kinder und Jugendliche mitführen soll.
- Vaude – wenn zur Wassersäule ein Prüfverfahren dabeistehen soll.
- Maier Sports – wenn Sonder- und Kurzgrößen den Ausschlag geben statt die Rückenlänge einer Standardgrösse.
Häufige Fragen zu Alprausch-Bekleidung
Ist Alprausch eine Outdoormarke?
Nur am Rand. Von 56 Artikeln im Herstellershop nennen acht eine Wassersäule, und sie gehören zu Freeride, Parka und Thermojacke – also zu Piste, Lift und Alltag. Eine Regenjacke, eine Regenhose oder eine dreilagige Hardshell führt das Programm nicht; die Marke ordnet sich selbst der Skate- und Snowboardkultur zu.
Welche Wassersäule haben die Jacken?
Vier Werte: 15.000 Millimeter bei den vier Freerideteilen, 10.000 bei den beiden Parkas „Wengen“, 8.000 bei der Jacke „Spiez“ und 5.000 bei der Thermojacke „Thun“. Ein Prüfverfahren steht auf keinem Datenblatt, also taugen die Zahlen als Rangfolge innerhalb des Programms und nicht zum Vergleich mit anderen Marken.
Was wiegen die Teile?
Das sagt der Hersteller nicht – kein Datenblatt nennt ein Teilegewicht, keines ein Flächengewicht. Stattdessen steht dort die Rückenlänge in Zentimetern mit der Größe, in der gemessen wurde: 85 Zentimeter in M beim Herrenparka „Wengen“, 70 in M bei der Thermojacke „Thun“.
Woher kommen die Modellnamen?
Aus der schweizerischen Landkarte und aus dem Dialekt. Jacken und Hosen heißen nach Orten – Wengen, Spiez, Thun, Albula, Grüsch, Viamala –, Schuhe und Accessoires nach Wortspielen wie „Herbschtzauber“, „Tschäderi“ oder „Slalomschtange“. Für die Kaufentscheidung heißt das: Der Name sagt nichts über die Einsatzklasse, anders als bei Marken, die ihre Reihen durchnummerieren.
Gibt es Daunenteile?
Nein. Die Isolation ist durchgehend Kunstfaser: „Isolierung 3M: 100 % Polyester (davon 78 % recycelt)“ bei den Freerideteilen, ein Steppfutter aus Polyester bei den Parkas. Eine Bauschkraft oder ein Füllgewicht nennt der Hersteller folgerichtig bei keinem Teil.
Ist das Programm für Kinder?
Derzeit nicht. Die Kinderrubrik des Herstellershops meldete am 8. Oktober 2026 „Keine Ergebnisse“, obwohl der Katalog früher Schneesportjacken und -hosen für Kinder geführt hat. Wer eine Schneehose für Kinder sucht, wird in diesem Programm aktuell nicht fündig.




