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Vaude Bekleidung & Jacken Beratung

Markenlogo Vaude

Das Bekleidungsprogramm von Vaude ist breit und flach: 266 Damen- und 247 Herrenartikel, zusammen 507 verschiedene Teile, die sich der Hersteller in zwölf Produktgruppen sortiert — am 7. Oktober 2026 in der Bekleidungsübersicht des Herstellers nachgezählt. Fast zwei Drittel davon sind Jacken und Hosen. Was die Marke von ihren Nachbarn trennt, ist keine Baureihe, sondern ein Messregime: Vaude baut seine Wetterschutzschicht um eine eigene Membranfamilie namens Ceplex, nennt zu jeder Stufe einen Wassersäulenwert samt Prüfverfahren und verzichtet dafür vollständig auf Zahlen zur Atmungsaktivität.

Beides hat Folgen für den Vergleich. Die Wassersäulenangaben sind nach JIS L 1092 B gemessen, nicht nach ISO 811 — welche Verfahren es gibt und warum sie nicht ineinander umrechenbar sind, steht unter Wassersäule und Atmungsaktivität. Und weil kein RET-Wert und kein MVTR-Wert veröffentlicht wird, lassen sich Vaude-Jacken untereinander über den Lagenaufbau einordnen, gegen eine Marke mit Laborwert aber nicht.

507 ArtikelDamen- und Herrenbekleidung des Herstellers, Stand 10/2026
75 von 192 Jackentragen überhaupt eine Wassersäulenangabe
10.000 bis 20.000 mmSpanne der Wassersäule, Prüfverfahren JIS L 1092 B
keine Angabezur Atmungsaktivität, weder als RET- noch als MVTR-Wert

Die Produktgruppen

GruppeArtikeltypischer Lagenaufbaufür wenPreis
Jacken1741-lagig bis 3-lagig, 22 Stück 2,5-lagigvon der Windjacke bis zur Alpinhardshell€€ bis €€€
3-in-1-Jacken14Außenjacke mit herausnehmbarer InnenjackeReise und Alltag bei wechselnder Kälte€€€
Hosen156überwiegend 1-lagig, einzelne Modelle mit MembranWandern, Radfahren, Skitour€€
T-Shirts und Radtrikots931-lagig, drei Stück nahtlos gestricktBasisschicht und Radeinsatz€
Pullover und Westen411-lagig, Fleece oder KunstfaserisolationZwischenschicht€€
Hemden, Kleider, Tops, Ponchos, Zubehör291-lagigReise und Alltag€ bis €€

Kennwerte: eine Prüfnorm bei der Wassersäule, keine Zahl bei der Atmungsaktivität

Die Wassersäule ist bei Vaude nicht an das einzelne Modell gebunden, sondern an die Membranstufe. Die Herstellerdarstellung zu den Membranen (abgerufen am 7. Oktober 2026) nennt vier Stufen: Ceplex und Ceplex Active halten 10.000 Millimeter, Ceplex Advanced 15.000 Millimeter, Ceplex Pro 20.000 Millimeter — jeweils als Mindestwert und jeweils mit dem Zusatz „JIS L 1092 B“. Ceplex Active setzt der Hersteller zusätzlich als Beschichtung ein, nicht nur als Membran; das Material ist in allen Stufen Polyurethan, thermoplastisches Polyurethan oder Polyester.

Infografik
Outdoor Beratung und Ratgeber
Materialaufbau

Membranaufbau im Schnitt: 2, 2,5 und 3 Lagen

Alle drei Bauweisen halten mit derselben Membran dicht. Unterschiedlich ist nur, was die Membran auf der Innenseite schützt — und daran hängen Gewicht, Haltbarkeit und Tragegefühl.

2 Lagen

Membran am Oberstoff, Futter lose

außen Haut
  1. Oberstoff mit Imprägnierung
  2. Membran aufkaschiert
  3. Innenfutter separat eingenäht, hängt lose
Dafür
Futter frei wählbar, auch mit Isolierung kombinierbar
Dagegen
Das lose Futter scheuert an der Membran
Typisch für
Alltag, Reise, Jacken mit Wattierung

2,5 Lagen

Schutzdruck statt Futter

außen Haut
  1. Oberstoff mit Imprägnierung
  2. Membran aufkaschiert
  3. Schutzdruck Raster oder Punkte, keine volle Lage
Dafür
Leichteste und kleinste der drei Bauweisen
Dagegen
Klebt bei Schweiß auf der Haut, empfindlichste Innenseite
Typisch für
Notfalljacke im Rucksack, Laufen, Radfahren

3 Lagen

Alle drei Lagen fest verbunden

außen Haut
  1. Oberstoff mit Imprägnierung
  2. Membran einlaminiert
  3. Trikotfutter fest verbunden
Dafür
Keine Reibung zwischen den Lagen, deshalb langlebig
Dagegen
Steifer und schwerer, teuerste Bauweise
Typisch für
Bergsport, Trekking, dauerhafte Belastung

Die Lagenzahl sagt nichts über die Wassersäule aus — sie beschreibt nur, wie die Membran verbaut ist. Neben diesen drei gibt es die Z-Liner-Bauweise, bei der die Membran frei zwischen Oberstoff und Futter hängt.

Mit KI-Unterstützung erstellt Schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung.

Auf den Produktseiten steht der Wert als Etikettzeile. Von den 192 Jacken des Programms tragen 60 die Angabe 10.000 Millimeter, sechs die Angabe 15.000 Millimeter und neun die Angabe 20.000 Millimeter; 117 Jacken tragen keine, weil sie keine Wetterschutzschicht sind. Unter den 75 Jacken mit Wassersäule sind 47 zweilagig, 22 zweieinhalblagig und nur sechs dreilagig — was die Begriffe bedeuten, steht unter Lagenaufbau. Die Hardshelljacke mit drei Lagen ist bei dieser Marke also die Ausnahme, nicht die Regel.

Zur Atmungsaktivität gibt es nichts zu vergleichen, und das ist eine Entscheidung. Der Hersteller schreibt, er habe sich entschieden, „keine Leistungskennzahlen zum Thema Atmungsaktivität“ zu nennen, und begründet es mit eigenen Versuchen: Dieselben Muster hätten bei unabhängigen Instituten unterschiedliche Ergebnisse geliefert, und zwar auch bei wiederholter Einsendung. Statt einer Zahl steht auf den Produktseiten „hoch atmungsaktiv“. Das ist keine Angabe, aber es behauptet auch keine.

Ein Flächengewicht in Gramm je Quadratmeter veröffentlicht Vaude nicht; die Datenblätter nennen nur das Gewicht des fertigen Stücks. Zwei Beispiele aus den Datenblättern vom 7. Oktober 2026: Die dreilagige Alpinjacke Croz IV wiegt 445 Gramm und nennt in ihrem Beschreibungstext ausdrücklich „mindestens 20.000 mm Wassersäule nach JIS L 1092 B“; die Monviso Daunenjacke wiegt 460 Gramm. Wer Flächengewichte vergleichen will, findet sie hier nicht.

Technologien

Hinter den Etikettnamen stehen drei verschiedene Dinge. „Eco Finish“ beziehungsweise „NoPFAS Finish“ ist die wasserabweisende Ausrüstung auf dem Oberstoff, also eine DWR-Imprägnierung ohne Fluorchemie; der Hersteller weist selbst darauf hin, dass sie nachbehandelt werden muss. Dabei lohnt der Blick auf die Jahreszahlen: Nach dem eigenen Nachhaltigkeitsbericht verzichtet Vaude seit Sommer 2015 auf langkettige C8-Chemie, seit Sommer 2018 ist „nahezu die gesamte Bekleidungskollektion" entsprechend ausgerüstet, seit Sommer 2021 alle Stoffe „bis auf einige wenige Zelte". Eine Aussage über das gesamte Sortiment lässt sich daraus nicht ableiten — und was rechtlich gilt und was davon Selbstauskunft ist, trennt die Seite PFAS in Outdoorausrüstung.

Die Windangaben sind das unübersichtlichste Feld. Auf den Jackenetiketten stehen „100 % winddicht“ (42 Jacken), „80 % winddicht“ (28) und „Windproof 80“ (27) — die letzten beiden bezeichnen dieselbe Eigenschaft in zwei Schreibweisen, und ein Prüfverfahren nennt keine der drei. Eine Prozentzahl ohne Messverfahren sagt über die Luftdurchlässigkeit nichts; brauchbar ist sie nur als Rangfolge innerhalb des eigenen Programms. Die Softshelljacken liegen typischerweise bei den 80er-Angaben, die Regenjacken mit Membran bei 100 Prozent.

Isolation: vier Daunenteile, der Rest Kunstfaser

Daune ist bei Vaude in der Bekleidung die Ausnahme. Von 192 Jacken führen vier eine Daunenfüllung: die Monviso Daunenjacke für Damen und Herren mit dem Daunen-Blend-Verhältnis 90/10, die Mäntel der Annecy-Reihe mit 80/20 aus recycelten Daunen und Federn. Zur Bauschkraft nennt der Hersteller bei der Monviso „800 cuin fill power“, ohne das Prüfverfahren dazu zu schreiben; ein Füllgewicht in Gramm steht auf keiner der vier Produktseiten. Damit fehlt genau die zweite Zahl, ohne die sich die Wärmeleistung einer Daunenjacke nicht einordnen lässt.

Die Isolationsjacken arbeiten überwiegend mit Kunstfaser, und zwar mit zugekauften Familien: PrimaLoft in mehreren Ausführungen, dazu eine Hausmarke namens HeatSphere Eco aus recyceltem Polyester. Für die Zwischenschicht kommen Fleece und Strickware hinzu — wie sich das in ein Schichtsystem einfügt, steht unter Zwiebelschalenprinzip. Das Label Green Shape tragen 187 der 192 Jacken, den Grünen Knopf ebenso viele; als Unterscheidungsmerkmal innerhalb des Programms taugen beide damit nicht.

Preisniveau

Über das Bekleidungsprogramm gemittelt steht Vaude bei €€. Zwischen der günstigsten und der teuersten Jacke liegt der Faktor zehn, und beide Enden sind dünn besetzt: Nach oben reichen die wenigen dreilagigen Alpinjacken und die 3-in-1-Mäntel in die Klasse €€€, nach unten die Shirts und Trikots in die Klasse €. Das Mittelfeld tragen die zwei- und zweieinhalblagigen Regenjacken und die Hosen — dort liegt auch der Median des Programms.

Für wen – und für wen nicht

Richtig liegt mit dieser Marke, wer eine wasserdichte Jacke mit einer belegten Wassersäule will und bereit ist, die Atmungsaktivität am Lagenaufbau statt an einer Zahl abzulesen — also der Wanderer, der Radfahrende, der Reisende. Ein zweites Argument liegt im Zuschnitt: Fast jede Baureihe gibt es als Damen- und als Herrenfassung, bei den Jacken 99 zu 97.

Falsch liegt hier, wer Jacken über Laborwerte vergleichen will — RET und MVTR fehlen bewusst, und das wird sich nach eigener Aussage auch nicht ändern. Falsch liegt hier auch der Daunenkäufer: vier Daunenteile im ganzen Programm, keines mit Füllgewicht. Und wer eine dreilagige Hardshell sucht, wählt aus sechs Jacken.

Alternativen

  • Schöffel – wenn eine zugekaufte Membran mit veröffentlichten Laborwerten gewünscht ist.
  • Jack Wolfskin – wenn das Programm unterhalb der Vaude-Preisklasse weitergehen soll.
  • Patagonia – wenn Daunenteile mit ausgewiesenem Füllgewicht gebraucht werden.
  • Mammut – wenn mehr als sechs dreilagige Jacken zur Wahl stehen sollen.
  • Maier Sports – wenn Sonder- und Kurzgrößen den Ausschlag geben.

Häufige Fragen

Welche Wassersäule haben Vaude-Jacken?

Die Stufen sind 10.000, 15.000 und 20.000 Millimeter, jeweils als Mindestwert nach JIS L 1092 B und gebunden an die Membranstufe Ceplex, Ceplex Advanced oder Ceplex Pro. Von 192 Jacken trägt knapp die Hälfte überhaupt eine solche Angabe; bei den übrigen 117 ist keine Wetterschutzfunktion vorgesehen.

Warum nennt Vaude keine Atmungsaktivität?

Weil der Hersteller die Vergleichbarkeit der Verfahren bestreitet. Nach seiner Darstellung ergaben identische Muster bei unabhängigen Instituten unterschiedliche Werte, und auch die Wiederholungsmessung wich ab. Statt eines Zahlenwerts prüft Vaude nach eigener Aussage im hauseigenen Labor gegen Mindestanforderungen.

Was unterscheidet Ceplex, Ceplex Advanced und Ceplex Pro?

Die genannte Mindestwassersäule und damit die Einsatzklasse: 10.000 Millimeter bei Ceplex und Ceplex Active, 15.000 bei Advanced, 20.000 bei Pro. Alle drei beschreibt der Hersteller als wasserdicht, winddicht und atmungsaktiv, alle bestehen aus Polyurethan, TPU oder Polyester und sind nach Herstellerangabe frei von Fluorcarbonen und PTFE.

Gibt es Vaude-Jacken mit Daunenfüllung?

Vier Stück: zwei Monviso-Daunenjacken mit dem Verhältnis 90/10 und zwei Annecy-Mäntel mit 80/20 aus recycelter Daune. Ein Füllgewicht nennt der Hersteller bei keinem davon, eine Bauschkraft nur bei der Monviso und ohne Prüfverfahren.

Was bedeutet „80 % winddicht“ auf dem Etikett?

Es ist eine herstellereigene Rangangabe ohne Prüfverfahren und steht in zwei Schreibweisen auf den Produktseiten — als „80 % winddicht“ und als „Windproof 80“. Zum Vergleich mit anderen Marken taugt sie nicht; innerhalb des Programms trennt sie die Softshells von den Modellen mit Membran, die mit 100 Prozent ausgewiesen sind.

Muss die Imprägnierung nachbehandelt werden?

Ja, der Hersteller schreibt es selbst: Für eine dauerhafte Wasser- und Schmutzabweisung ist eine regelmäßige Nachbehandlung nötig, empfohlen vor intensiven Einsätzen und nach jeder Wäsche. Wie das geht und was dabei schiefgeht, steht unter Pflege.

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