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Mammut Bekleidung & Jacken Beratung

Markenlogo Mammut

Bei Mammut steht die Schicht im Modellnamen. Jede Jacke trägt ein Kürzel, und es benennt nicht die Qualität, sondern die Lage im Zwiebelschalenprinzip: HS steht für Hardshell, SO für Softshell, IN für Isolation, ML für Midlayer, FL und BL für die Basisschicht. Wer in der Sortimentsübersicht der wasserdichten Jacken (abgerufen am 7. Oktober 2026) sucht, findet deshalb ein Taiss Light HS neben einem Taiss HS und ein Crater Light HS neben einem Crater Pro HS — derselbe Einsatzbereich, zwei Auslegungen.

Der zweite Ordnungsschlüssel liegt im Material, und hier wird Mammut ungewöhnlich auskunftsfreudig: Für jede Hardshelljacke nennen die Datenblätter Wassersäule, Fadenstärke des Oberstoffs und Gewicht. Für Softshells und Midlayer stehen dort nur Gewicht und Schnittform. Zwei Jacken derselben Marke sind also nicht gleich gut dokumentiert, nur weil sie im selben Regal hängen.

15D bis 80DFadenstärke der Hardshell-Oberstoffe im Sortiment (Herstellerangabe)
20.000–28.000 mmWassersäule der Hardshelljacken, vom Hersteller ohne Prüfnorm genannt
3Membranstufen, als Mammut DRY Active, DRY Tour und DRY Expedition ausgewiesen
190–714 gGewicht der Hardshelljacken zwischen leichtester und schwerster Auslegung

Die Baureihen der Bekleidung

Mammut führt Bekleidung in Reihen, die quer über die Schichten laufen: Eine Eiger-Nordwand-Jacke gibt es als Hardshell, als Softshell, als Daunenparka und als Basisschicht. Die Reihe sagt, für welches Gelände gebaut wurde; das Kürzel sagt, welche Lage man in der Hand hält.

ReiheSchicht und AufbauFür wenKennwerte eines ModellsPreisklasse
Eiger Nordwand ProHardshell, dreilagiges Laminathochalpine Touren, Eis, Fels28.000 mm, 80Dx80D, 714 g€€€
Eiger Nordwand LightHardshell, leichte Auslegung derselben Reiheschnelle Begehungenin der Übersicht als Light geführt€€€
CraterHardshell, dreilagiges LaminatBergwandern bei Dauerregen28.000 mm, 75Dx75D, 482 g€€€
Taiss / Taiss LightHardshell mit hauseigener MembranHochtouren, Gewichtszähler20.000 mm, 15Dx15D, 387 g€€
Ducan / Ducan LightHardshell, WanderauslegungTages- und Hüttentouren20.000 mm, 20Dx20D, 190 g€€
Ultimate (SO)Softshell, winddicht laminierttrockene Kälte, Bewegung578 g beim Eiger Nordwand Pro SO€€€
Broad Peak (IN)DaunenisolationPausen, Winterzustieg800 cuin, 115 g Füllung, 383 g€€
Sender / Aenergy (IN)Kunstfaserisolation aus SeilrestenBewegung bei Minusgraden60 g/m² am Körper, 45 g/m² an Arm und Kapuze€€
Aconcagua / Innominata (ML)Midlayer, Fleece und GewirkZwischenschicht ganzjährig386 g, Gewebe mit 9 % Elastan€€
Tree Wool (FL)Basisschicht aus Wolle und Lyocellmehrtägige Touren ohne Waschgelegenheit152 g, 50 % Wolle, 50 % Lyocell€€

Kennwerte der Gattung, auf Mammut bezogen

Wassersäule. Die Hardshells liegen bei 20.000 mm in den leichteren Reihen und bei 28.000 mm in den Reihen mit GORE-TEX-Laminat. Eine Prüfnorm nennt Mammut dazu nicht — ohne das Verfahren ist eine Wassersäule eine Hausnummer. Welche Norm die Messung regelt, steht bei Wassersäule und Atmungsaktivität.

Atmungsaktivität. Hier zerfällt das Sortiment in zwei Hälften, und nur eine davon ist vergleichbar. Für die GORE-TEX-Modelle gibt Mammut „RET<13 m² Pa/W" an — ein Widerstandswert mit Einheit, der sich einordnen lässt, auch wenn der Normname fehlt. Für die Jacken mit hauseigener Membran steht eine Durchlassmenge: 20.000 g/m²/24 h beim Ducan Light HS, 30.000 g/m²/24 h beim Taiss Light HS. Ohne Prüfverfahren ist diese Zahl weder zwischen Herstellern vergleichbar noch gegen den RET-Wert desselben Hauses. Was die Größen trennt, erklärt der RET-Wert.

Infografik
Outdoor Beratung und Ratgeber
Atmungsaktivität

RET: welche Zahlen in einer Norm stehen — und welche nicht

RET misst den Widerstand gegen Wasserdampf: je niedriger, desto weniger staut sich. Gemessen wird nach ISO 11092 — bewertet wird dort nicht. Beide Skalen unten beanspruchen dieselbe Größe.

Normativ EN 343:2019, Schutzkleidung gegen Regen

Branchenkonvention in keiner Norm auffindbar

„The test conditions used in this International Standard are not intended to represent specific comfort situations, and performance specifications in relation to physiological comfort are not stated."

ISO 11092:2014, Abschnitt 1 „Scope", letzter Absatz

RET ist ein Widerstand

Wasserdampf-Druckunterschied geteilt durch den Verdunstungs-Wärmestrom. Eine kleinere Zahl heißt: weniger Widerstand, mehr Durchlass.

Gemessen wird an einer heißen Platte

Das „Hautmodell" hält 35 °C und verdunstet Wasser durch eine Membran. Gemessen wird die Heizleistung — kein flüssiges Wasser berührt den Stoff.

Nur der stationäre Zustand

Die Norm beschreibt ausdrücklich Gleichgewichtsbedingungen. Schwitzen am Anstieg, Windböen und Kleidungswechsel bildet sie nicht ab.

RET und g/m²/24 h sind nicht umrechenbar

MVTR kommt aus dem Becherverfahren. Am selben Stoff liefern fünf Verfahren systematisch verschiedene Zahlen — die Rangfolge ist belegt.

Klassengrenzen nach EN 343:2019; die Ret-Werte dieser Fassung sind über mehrere übereinstimmende Fachquellen belegt, der Normtext selbst lag nur als Entwurf von 2017 vor (dort 40 / 20 / 10). Die untere Skala steht weder in ISO 11092 noch in einer Hohenstein-Veröffentlichung; sie wird hier gezeigt, weil sie im Handel verbreitet ist — nicht, weil sie eine Grundlage hätte.

Mit KI-Unterstützung erstellt Schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung.

Flächengewicht. Das veröffentlicht Mammut nicht. In den Datenblättern steht das Gewicht des fertigen Kleidungsstücks, nicht das Flächengewicht (g/m²) des Stoffs. Ersatzweise taugt die Fadenstärke: 15D beim Taiss Light HS gegen 80D beim Eiger Nordwand Pro HS ist der härteste Robustheitsunterschied im Hardshellprogramm — siehe Denier.

Membran und Lagenzahl. Als Spezifikationsfeld führt Mammut nur die Membranbasis — „Basierend auf Polyurethan" bei den hauseigenen Stufen, „Basierend auf Polyethylen" bei den GORE-TEX-Modellen. Die Lagenzahl steht nicht im Datenblatt, sondern im Merkmalstext: Crater IV HS und Eiger Nordwand Pro HS sind dort als dreilagige Laminate mit PFC-freier ePE-Membran ausgewiesen. Wie ein solcher Aufbau funktioniert, erklärt die Membran.

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Materialaufbau

Membranaufbau im Schnitt: 2, 2,5 und 3 Lagen

Alle drei Bauweisen halten mit derselben Membran dicht. Unterschiedlich ist nur, was die Membran auf der Innenseite schützt — und daran hängen Gewicht, Haltbarkeit und Tragegefühl.

2 Lagen

Membran am Oberstoff, Futter lose

außen Haut
  1. Oberstoff mit Imprägnierung
  2. Membran aufkaschiert
  3. Innenfutter separat eingenäht, hängt lose
Dafür
Futter frei wählbar, auch mit Isolierung kombinierbar
Dagegen
Das lose Futter scheuert an der Membran
Typisch für
Alltag, Reise, Jacken mit Wattierung

2,5 Lagen

Schutzdruck statt Futter

außen Haut
  1. Oberstoff mit Imprägnierung
  2. Membran aufkaschiert
  3. Schutzdruck Raster oder Punkte, keine volle Lage
Dafür
Leichteste und kleinste der drei Bauweisen
Dagegen
Klebt bei Schweiß auf der Haut, empfindlichste Innenseite
Typisch für
Notfalljacke im Rucksack, Laufen, Radfahren

3 Lagen

Alle drei Lagen fest verbunden

außen Haut
  1. Oberstoff mit Imprägnierung
  2. Membran einlaminiert
  3. Trikotfutter fest verbunden
Dafür
Keine Reibung zwischen den Lagen, deshalb langlebig
Dagegen
Steifer und schwerer, teuerste Bauweise
Typisch für
Bergsport, Trekking, dauerhafte Belastung

Die Lagenzahl sagt nichts über die Wassersäule aus — sie beschreibt nur, wie die Membran verbaut ist. Neben diesen drei gibt es die Z-Liner-Bauweise, bei der die Membran frei zwischen Oberstoff und Futter hängt.

Mit KI-Unterstützung erstellt Schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung.

Technologien und was sie technisch sind

Mammut DRY. Drei Stufen, die Mammut selbst gegeneinander stellt: DRY Active als die atmungsaktivste mit über 15.000 mm Wassersäule und über 20.000 g/m²/24 h, DRY Expedition als die dichteste mit über 20.000 mm und ebenfalls über 20.000 g/m²/24 h, DRY Tour dazwischen mit einem Band, das bei 10.000 mm beginnt. Die Werte stehen in der Vergleichstabelle der Membranstufen (abgerufen am 7. Oktober 2026), wiederum ohne Prüfnorm. Die Stufe ist eine Hausordnung, keine Klassifikation.

Mammut LOOPINSULATION. Die interessanteste Kunstfaserfüllung im Sortiment, weil sie aus dem alten Kerngeschäft kommt: Sie besteht aus Produktionsresten der Seilfertigung. Mammut beschreibt den Weg dorthin ungewöhnlich offen — Seilreste aus Polyamid taugten nicht, Reste aus Polyester isolierten gut. Die Variante LOOPINSULATION Active mischt zur Hälfte Seilreste und zur Hälfte recyceltes PET. Die genannte Einsparung an Treibhausgas gegenüber Neuware-Polyester ist eine eigene Modellrechnung des Herstellers und ausdrücklich nicht von Dritten geprüft.

Mammut Down. Die Daunenjacken laufen über eine eigene Bauschkraftstaffel. Das Broad Peak IN Hooded Jacket trägt Daune mit 800 cuin bei 115 g Füllgewicht, der Eiger Nordwand Pro Down IN Hooded Parka die höchste Stufe der Marke bei 433 g Füllgewicht. Die Füllung ist in beiden Fällen als 90 % graue Gänsedaune und 10 % Gänsefedern ausgewiesen — eine reine Daunenfüllung gibt es nicht, und das Verhältnis ist die eigentliche Angabe. Mehr dazu beim Daunen-Blend-Verhältnis und bei der Bauschkraft, deren beide Messverfahren nicht ineinander umrechenbar sind.

Imprägnierung. Für die Herbst-Winter-Kollektion 2024/2025 nennt Mammut einen Anteil von 88 % PFC-freier Bekleidung — bei Schlafsäcken und Rucksäcken dagegen den vollen Anteil. Die Bekleidung ist damit der langsamste Teil dieser Umstellung; wer darauf Wert legt, prüft das Modell und nicht die Marke. Was hinter dem Stoffbegriff steht, ordnet PFAS in Outdoorausrüstung ein.

Preisniveau

€€€. Die Hardshelljacken liegen im oberen Drittel des Marktes, die Reihen mit GORE-TEX-Pro-Laminat am oberen Rand des gesamten Mammut-Programms; eine Eiger-Nordwand-Pro-Jacke kostet ein Mehrfaches einer Ducan-Light-Jacke. Midlayer und Basisschichten liegen im oberen Mittelfeld und sind der günstigste Einstieg. Der Preisunterschied steckt im Laminat und in der Fadenstärke, nicht im Reihennamen.

Für wen — und für wen nicht

Passend ist Mammut-Bekleidung, wenn das Datenblatt beim Kauf mitentscheiden soll. Kaum ein Hersteller nennt für jede Hardshell Wassersäule und Fadenstärke in einem Feld; wer zwischen 15D und 80D wählen kann, wählt bewusst zwischen Packmaß und Abriebfestigkeit. Passend auch für Bergsport mit langen Pausen: Die Staffel von Daune über Seilrestfüllung bis Midlayer ist durchgehend bebaut und innerhalb einer Reihe aufeinander abgestimmt.

Nicht passend ist die Marke, wenn man die Atmungsaktivität verschiedener Modelle gegeneinander stellen will: Zwischen „RET<13" und „30.000 g/m²/24 h" liegt kein Umrechnungsweg, und zwei Jacken desselben Hauses lassen sich deshalb nicht vergleichen. Nicht passend auch bei Softshells, für die weder Wassersäule noch Atmungsaktivität veröffentlicht sind — dort kauft man nach Gefühl und Gewicht. Und nicht bei knappem Budget: Die günstigsten Jacken der Marke liegen über dem, was andere Hersteller als Mittelklasse führen.

Alternativen

  • Arc’teryx — der naheliegende Vergleich im obersten Preisband, wenn das dreilagige Laminat die Kaufentscheidung trägt.
  • RAB — zu prüfen, wenn die Daunenjacke das eigentliche Ziel ist und nicht die Hardshell darüber.
  • Salewa — wenn Hose und Jacke im Bergsport aus einer Reihe kommen sollen.
  • Patagonia — wenn Reparatur und Materialherkunft schwerer wiegen als die Zahl im Datenblatt.
  • Haglöfs — für ein ähnlich breit gestaffeltes Schichtsystem eine Preisklasse darunter.

Häufige Fragen zu Mammut-Bekleidung

Was bedeuten HS, SO, IN, ML und FL im Modellnamen?

Sie benennen die Schicht: HS ist die Hardshell, SO die Softshell, IN die Isolationsjacke, ML der Midlayer, FL und BL die Basisschicht. Das Kürzel sagt nichts über die Leistung — ein Ducan Light HS und ein Eiger Nordwand Pro HS tragen dasselbe Kürzel bei 190 gegen 714 Gramm.

Welche Mammut-Hardshell hat die höchste Wassersäule?

Die Reihen mit GORE-TEX-Laminat, also etwa Crater IV HS und Eiger Nordwand Pro HS, mit je 28.000 mm. Die Modelle mit hauseigener Membran liegen bei 20.000 mm. Eine Prüfnorm nennt Mammut zu keinem der Werte, der Vergleich bleibt also innerhalb des Hauses.

Warum steht bei manchen Jacken RET und bei anderen eine Grammzahl?

Weil zwei verschiedene Größen gemessen werden. RET ist ein Widerstand, bei dem niedrige Werte gut sind; die Grammangabe ist eine durchgelassene Dampfmenge, bei der hohe Werte gut sind. Mammut gibt RET für die GORE-TEX-Modelle und die Dampfmenge für die eigenen Membranstufen an. Beide lassen sich nicht ineinander umrechnen.

Woraus besteht Mammut LOOPINSULATION?

Aus Produktionsresten der eigenen Seilfertigung, konkret aus Polyesterresten; Polyamidreste hat Mammut nach eigener Darstellung getestet und verworfen. Die Variante Active besteht zur Hälfte aus Seilresten und zur Hälfte aus recyceltem PET. Eingesetzt wird sie zonenweise, etwa mit 60 g/m² am Körper und 45 g/m² an Ärmeln und Kapuze.

Wie unterscheiden sich Taiss und Taiss Light?

Beide tragen dieselbe hauseigene Membran mit 20.000 mm. Die Light-Fassung läuft auf 15D-Oberstoff und wiegt 387 Gramm; sie ist die Wahl für kurze Zustiege, nicht für Fels mit Rucksack. Der Namenszusatz bezeichnet die Stoffdicke, nicht eine zweite Membranstufe.

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