Rejka Bekleidung & Jacken Beratung
Diese Marke ist Zeltbauer, und in der Bekleidung führt sie genau zwei Artikel. Die Rubrik „Lodenjacken" der Herstellerseite enthält am 8. Oktober 2026 zwei Produktkacheln: die Herrenjacke Hotzenplotz und die Damenjacke Waldfee. Eine weitere Bekleidungsrubrik gibt es in der Navigation nicht – neben Zelten, Tarps, Zeltunterlagen und Zeltzubehör ist diese eine Kategorie das ganze Textilsortiment. Wer eine Hardshell, eine Isolationsjacke, eine Hose oder Funktionswäsche sucht, findet hier nichts; wofür die Marke gebaut ist, steht auf der Seite zu den Rejka Zelten.
Die zwei Jacken sind keine Altlast, sondern neu: Der Hersteller stellte sie in einem Blogbeitrag vom 16. Oktober 2025 als „unsere ersten Lodenjacken" vor und nennt als Vorbild ausdrücklich ein eingestelltes Modell einer anderen Marke, das er neu geschnitten habe – mit Lederpatches statt Metallösen und Paracord statt Gummizügen. Der Lodenstoff kommt nach Herstellerangabe aus Tirschenreuth in Bayern, gefertigt wird nach derselben Angabe vollständig in der EU. Beide Jacken bestehen zu 100 Prozent aus Schurwolle, und damit ist die wichtigste Abgrenzung schon gesagt: Hier gibt es kein Laminat und keine Membran, sondern ein einlagiges, dicht gewalktes Wollgewebe.
Die beiden Jacken im Einzelnen
Die Werte stehen in den Eigenschaftslisten der beiden Artikelseiten (abgerufen am 8. Oktober 2026). Die Gewichte sind Teilegewichte und je Größe einzeln ausgewiesen – das ist bei dieser Art Jacke selten und hier die einzige Zahlenreihe, die das Sortiment überhaupt hergibt.
| Modell | Schnitt | Größen | Gewicht je Größe | Ausstattung | Preisklasse im Programm |
|---|---|---|---|---|---|
| Hotzenplotz | Herren | S bis XXL | 750 g in S, 770 in M, 792 in L, 820 in XL, 838 in XXL | Kapuze, hoher Kragen, zwei Einschubtaschen, außen verdeckte Brusttasche links, innen Brusttasche rechts | €€ |
| Waldfee | Damen | XS bis XL | 730 g in XS, 750 in S, 770 in M, 792 in L, 820 in XL | Kapuze, hoher Kragen, zwei Einschubtaschen; Brusttaschen nennt die Liste nicht | €€ |
Zwei Dinge fallen beim Nebeneinanderlegen auf. Erstens sind die Gewichte in den vier gemeinsamen Größen Zeichen für Zeichen dieselben – 750, 770, 792 und 820 Gramm –, obwohl die Schnitte nach Herstellerangabe auf verschiedene Körper zugeschnitten sind. Entweder wiegt eine Damenjacke in M exakt so viel wie die Herrenjacke in M, oder die Reihe ist einmal übernommen worden; entscheiden lässt sich das aus den Angaben nicht. Zweitens führt die Eigenschaftsliste der Damenjacke die beiden Brusttaschen der Herrenjacke nicht auf. Beide tragen dagegen denselben Zwei-Wege-Reißverschluss vorn, Klettverschlüsse am Ärmel, einen Kordelzug aus Paracord im Saum und Lederpatches an allen Schnuröffnungen – zu den Werkstoffen dahinter die Lederarten.
Welche Kennwerte hier fehlen – und was stattdessen dasteht
Keine Wassersäule, kein Dampfdurchsatz. Beide Artikelseiten beschreiben die Jacken als wasserabweisend, und keine nennt dazu einen Millimeterwert oder ISO 811; ein RET-Wert nach ISO 11092 oder eine Durchgangsrate mit Prüfnorm steht ebenfalls nirgends. Für ein Wollgewebe ist das nachvollziehbar – gemessen wird dort üblicherweise nicht –, es heißt aber, dass diese Jacken sich gegen eine Membranjacke nicht über Zahlen stellen lassen. Was Wasserabweisend ohne Grenzwert bedeutet und welche Normen die Gegenseite bemüht, trennt Wassersäule und Atmungsaktivität. Der Hersteller selbst sagt es in seinen Fragen und Antworten offen: Loden sei „kein Regenjackenmaterial", halte aber Nieselregen und Schauer aus.
Einmal winddicht, einmal windabweisend. Hier widersprechen sich die eigenen Seiten. Die Rubrikseite und die Damenjacke führen „winddicht", die Herrenjacke „deutlich windabweisend" – und das sind zwei verschiedene Aussagen, denn Winddicht lässt sich über die Luftdurchlässigkeit nach ISO 9237 beziffern, während „windabweisend" keinen Grenzwert kennt. Eine Zahl in Liter je Quadratmeter und Sekunde nennt keine der beiden Seiten, also bleibt offen, welche der beiden Formulierungen zutrifft. Bei einem gewalkten Wollstoff ist die vorsichtigere die wahrscheinlichere.
Kein Flächengewicht. Das Flächengewicht (g/m²) ist bei Loden die Größe, über die Wärme und Robustheit verglichen werden, und für den eigenen Stoff steht keines da. In den Fragen und Antworten taucht lediglich „z. B. 700 g/m" als allgemeines Beispiel auf – mit unvollständiger Einheit und ohne Bezug auf die beiden Modelle. Der Stoff wird mehrfach als „dünn" beschrieben, und die Teilegewichte lassen auf eine leichte Qualität schließen; eine belegte Grammatur ist das nicht.
Drei Farben oder zwei? Rubrikseite und Blogbeitrag nennen für beide Modelle drei Farben: Braun, Grün und Grau. Die Variantenauswahl der Herrenjacke führt auch drei – Wilder Wein grün, Hellgrau meliert, Dunkelbronze braun –, die der Damenjacke nur zwei, und in deren Eigenschaftsliste steht als Farbe allein „Hellgrau meliert". Wer eine bestimmte Farbe will, prüft das also an der Variantenauswahl, nicht am Text darüber.

Drei Aufbauten unter einem Namen
„Softshell" ist ein Marktbegriff ohne Norm: Darunter werden drei sehr verschiedene Aufbauten verkauft. Was eine Jacke kann, hängt nicht am Namen, sondern daran, was zwischen Außen- und Innenseite liegt — und ob dort überhaupt etwas liegt.
Einlagig
Nur ein elastisches Gewebe

Eine Lage, sonst nichts. Der Stoff ist elastisch und dicht gewebt, bremst Wind und lässt Dampf nahezu ungehindert durch.
- Passt zu
- Warme Tage, hohe Anstrengung, Klettern
Mit Fleecerücken
Gewebe plus aufgerauter Flor

Der Flor auf der Innenseite hält Luft und wärmt. Das ist der verbreitetste Aufbau — und der, den die meisten meinen, wenn sie Softshell sagen.
- Passt zu
- Kühle Tage, wechselndes Tempo, Alltag
Mit Membran
Drei Schichten, winddicht

Zwischen Oberstoff und Flor liegt eine Membran. Sie macht den Stoff winddicht und meist wasserabweisend — und nimmt ihm genau dadurch einen Teil der Atmungsaktivität.
- Passt zu
- Wind, Nieselregen, längere Pausen
Keiner der drei Aufbauten ist wasserdicht, auch der mit Membran nicht: Ohne getapte Nähte und mit einer Außenseite, die sich vollsaugt, endet der Schutz bei längerem Regen. Wer eine Softshell kauft, sollte deshalb nicht auf den Namen sehen, sondern auf die Innenseite — dort steht, was sie wirklich ist.

Was Loden hier leistet
Der Hersteller begründet seinen Loden mit der Faser, nicht mit einer Ausrüstung: Walkung und Wollfaser machen den Stoff nach seiner Darstellung von Natur aus wasserabweisend, sodass auf eine chemische Imprägnierung verzichtet oder ihr Einsatz reduziert werden könne. Das ist der eigentliche Unterschied zu einer Outdoorjacke aus Kunstfaser, bei der die Außenlage ihre Wasserabweisung aus einer Beschichtung bezieht, die nachlässt. Dazu kommen die beiden Eigenschaften, die beim Zielpublikum zählen: Wolle gilt als geruchshemmend und Thermoregulierend, und sie wärmt auch im leicht feuchten Zustand. Was eine Naturfaser von einer Chemiefaser trennt, gehört in jeden Vergleich dieser Jacke mit einer Softshell.
Der dritte Punkt ist kein Materialwert, sondern eine Konstruktionsentscheidung: Lederpatches und Paracord statt Metallösen und Gummizüge, begründet mit der Geräuschlosigkeit bei der Pirsch. Zusammen mit dem hinten verlängerten Schnitt für den Hochsitz zeigt das, für wen hier entwickelt wurde – der Hersteller nennt Jäger, Förster und Menschen, die täglich draußen arbeiten. Zur Pflege empfiehlt er Auslüften, punktuelle Reinigung mit Wollwaschmittel und ausdrücklich keine Maschinenwäsche; der allgemeine Rahmen dafür steht in der Pflege.
Preisniveau
€€. Beide Jacken kosten genau dasselbe – es gibt keine Einstiegs- und keine Spitzenvariante, keine Materialstufen und keinen Kinder- oder Übergrößenschnitt. Bezahlt wird damit vor allem der Wollstoff und die Fertigung in der EU – nicht Membran, Füllung oder Ausstattungsstufe, denn keines dieser Dinge gibt es hier. Für ein Stück ohne Technologie ist das kein Einstiegspreis, für eine handwerklich gefertigte Lodenjacke auch keine Spitze.
Für wen – und für wen nicht
Passend sind die beiden Jacken für den leisen Einsatz: Reviergang, Hochsitz, Pirsch, Hofarbeit, Hundespaziergang, Herbstwanderung – alles, wo ein Stoff nicht rascheln darf und wo Gerüche über mehrere Tage eine Rolle spielen. Passend auch für alle, die eine Außenlage ohne Kunststoff und ohne Imprägnierung suchen und die lange Lebensdauer über das Packmaß stellen: 750 Gramm in Größe S sind für eine Jacke ohne Füllung viel, und obwohl die Rubrikseite „kompakt zu verstauen" verspricht, nennt keine der beiden Artikelseiten ein Packmaß. Und passend für jeden, der ohnehin ein Zelt dieser Marke besitzt und direkt beim Hersteller kauft.
Nicht passend bei Dauerregen und bei Belastung, wo Dampf abtransportiert werden muss. Rejka sagt selbst, der Loden sei kein Regenjackenmaterial, und eine Zahl zur Atmungsaktivität gibt es nicht; für Bergtouren mit Wetterumschwung gehört eine Hardshell darüber. Nicht passend auch, wenn das Kleidungsstück Teil eines aufeinander abgestimmten Systems sein soll: Es gibt hier keine Zwischenschicht, keine Hose und keine Wäsche derselben Marke, und wie die Lagen zusammenspielen, muss man sich aus dem Zwiebelschalenprinzip selbst zusammenstellen. Wer eine Wolllage mit veröffentlichter Grammatur vergleichen will, ist bei Icebreaker besser aufgehoben, wer eine Membranjacke für den Winter braucht, bei NORRØNA.
Alternativen
- Fjällräven – die nächstliegende Wahl, wenn ein robuster Naturfaseranteil draußen gewünscht ist, aber mit Jacke, Hose und Zubehör aus einer Hand statt zweier Einzelstücke.
- Lundhags – für denselben Anspruch an Haltbarkeit und Reparierbarkeit, mit einem Programm, das auch Hosen und Schuhe abdeckt.
- Bergans – wenn die Jacke dasselbe Gelände bei mehr Nässe aushalten soll und dafür benannte Membranen in Kauf genommen werden.
- Warmpeace – die Gegenprobe beim Gewicht, wenn die Wärme aus einer Füllung statt aus massiver Wolle kommen soll.
Häufige Fragen zu Rejka-Bekleidung
Wie viele Bekleidungsstücke führt Rejka?
Zwei: die Herrenjacke Hotzenplotz und die Damenjacke Waldfee, beide in der einzigen Bekleidungsrubrik der Herstellerseite. Hosen, Wäsche, Fleece oder Hardshells gibt es nicht, und eine zweite Textilkategorie führt die Navigation nicht.
Ist eine Rejka-Lodenjacke wasserdicht?
Nein. Der Hersteller beschreibt den Stoff als wasserabweisend und schreibt in seinen Fragen und Antworten, Loden sei kein Regenjackenmaterial, halte aber Nieselregen und Schauer aus. Eine Wassersäule oder ein Prüfverfahren steht auf keiner der beiden Artikelseiten.
Was wiegt die Jacke?
Die Herrenjacke 750 Gramm in S und 838 Gramm in XXL, die Damenjacke 730 Gramm in XS und 820 Gramm in XL – jeweils als Teilegewicht je Größe ausgewiesen. In den vier gemeinsamen Größen nennen beide Modelle dieselben Werte.
Worin unterscheiden sich Hotzenplotz und Waldfee?
Im Schnitt und im Größenlauf: Herren S bis XXL, Damen XS bis XL. Außerdem führt die Ausstattungsliste der Herrenjacke zwei Brusttaschen, eine außen verdeckt und eine innen, die der Damenjacke keine. Kapuze, Kragen, Zwei-Wege-Reißverschluss, Einschubtaschen und Lederpatches sind bei beiden gleich.
Kann ich die Jacke waschen?
Nach Herstellerangabe nicht in der Maschine, außer es ist ausdrücklich freigegeben. Vorgesehen sind beim Loden Auslüften und punktuelles Reinigen mit Wollwaschmittel. Das ist bei einer Winterjacke aus Wolle üblich und einer der Gründe, warum sie selten gewaschen werden muss.

