Icepeak Bekleidung & Jacken Beratung
Die Marke ist ein Jackenprogramm mit Anhang. Der Markenbereich im Herstellershop zählte am 8. Oktober 2026 insgesamt 1.967 Einträge, Farbvarianten einzeln gerechnet; 560 davon sind Damenjacken und 366 Herrenjacken, zusammen 926. Dagegen stehen im Herrenbaum 26 Paar Schuhe und 82 Accessoires. Schuhe, Taschen und Mützen gehören also zum Sortiment, tragen es aber nicht — und sie sind nicht der Gegenstand dieser Seite.
Was die Marke von den Nachbarn dieses Silos trennt, ist ihre eigene Ordnung: Jedes Teil wird in eine von zwei Stufen des A.W.S. — Active Wear System — eingereiht, ACTIVE oder EXTREME. Der Hersteller erklärt das Raster ausdrücklich als Zweckangabe: Es beschreibe „den Verwendungszweck und den Einsatzbereich eines Kleidungsstücks oder Schuhs anhand seiner technischen Gesamteigenschaften", und „es ist der Gesamtzweck des Produkts, der die A.W.S.-Stufe bestimmt, und nicht ein einzelnes Material oder Merkmal". Wer das überliest, hält die Stufe für eine Leistungsklasse — und genau das ist sie nicht.
Die Rubriken des Programms
Baureihen im Sinne anderer Marken hat dieses Programm nicht. Die Modellnamen sind Ortsnamen — Bangor, Castres, Denison, Ellwangen, Frisco —, und sie tragen keine Information: Aus „Farwell" folgt nichts über Aufbau oder Einsatz. Sortiert wird stattdessen über Warenrubriken und über drei Themensammlungen.
| Rubrik | Einträge | was darin steht | für wen | Preisklasse |
|---|---|---|---|---|
| Midlayer-Jacken (Damen) | 232 | die größte Einzelrubrik überhaupt: Fleece- und Strickjacken ohne Wetterschutzanspruch | Zwischenschicht, Alltag | € |
| Outdoorjacken (Damen) | 142 | wattierte Jacken, Shelljacken und Jacken in Daunenoptik, überwiegend mit Wassersäulenangabe | Wandern, Winter, Stadt bei Nässe | €€ |
| Icepeak Ski | 136 | Skijacken und -hosen, Helmhalterung, Liftkartentasche, Schneefang | Piste und Standzeiten im Kalten | €€ |
| Icepeak UPF | 62 | Sommerteile mit ausgewiesenem UV-Schutzfaktor | Sonne, Wasser, Kinder | € |
| Mountaineering | 1 | die Sammlung kündigt „Jacken, Hosen und Zubehör" an und enthält einen einzigen Artikel | derzeit niemanden | €€ |
Daneben laufen die kleineren Jackenrubriken: Softshelljacken, Parkas, Mäntel und lange Jacken, Westen und — nur bei Herren und Kindern — Anoraks. Die Produkttypen, die der Hersteller in den Datenblättern selbst vergibt, sind dabei aussagekräftiger als die Rubrik: Von 70 nachgesehenen Teilen waren 27 als „wattierte Jacke", 10 als „Softshell-Jacke", 7 als „Shelljacke" und 7 als „Jacke in Daunenoptik" geführt.
Kennwerte: zwei Zahlen am Teil, das Verfahren eine Ebene höher
Die Wetterschutzmodelle tragen im Beschreibungstext zwei Angaben: eine Wassersäule in Millimetern und eine Atmungsaktivität in Gramm je Quadratmeter und Tag, dazu beide noch einmal als Fünfpunkteskala mit Satz. Beim Modell Frisco heißt das: „Wassersäule 15 000 mm", „Atmungsaktivität 10 000 g/m²/24h" und darunter „Wassersäule 4/5 — Hält starkem Regen über einen längeren Zeitraum stand". Von 70 nachgesehenen Datenblättern führen 46 beide Zahlen; die übrigen 24 nennen keine, weil sie keine Wetterschutzschicht haben.
Das Prüfverfahren steht nicht am Teil, sondern auf der Informationsseite des Shops — und dort steht es: „Die Atmungsaktivität kann mit mehreren Methoden getestet werden, aber die von uns angegebenen Atmungsaktivitätswerte basieren auf der JIS-Methode." Das ist mehr, als die meisten Volumenmarken offenlegen, und es ist zugleich die Grenze der Angabe: Die Nummer der Norm fehlt, und zur Wassersäule nennt derselbe Text nur den Aufbau des Versuchs, keine Norm. Was die gängigen Verfahren unterscheidet, steht unter Wassersäule und Atmungsaktivität; dass ein MVTR-Wert ohne Verfahren zwischen Herstellern nicht vergleichbar ist, gilt hier wie überall. Einen RET-Wert veröffentlicht die Marke nicht.

Membranaufbau im Schnitt: 2, 2,5 und 3 Lagen
Alle drei Bauweisen halten mit derselben Membran dicht. Unterschiedlich ist nur, was die Membran auf der Innenseite schützt — und daran hängen Gewicht, Haltbarkeit und Tragegefühl.
2 Lagen
Membran am Oberstoff, Futter lose
- Oberstoff mit Imprägnierung
- Membran aufkaschiert
- Innenfutter separat eingenäht, hängt lose
- Dafür
- Futter frei wählbar, auch mit Isolierung kombinierbar
- Dagegen
- Das lose Futter scheuert an der Membran
- Typisch für
- Alltag, Reise, Jacken mit Wattierung
2,5 Lagen
Schutzdruck statt Futter
- Oberstoff mit Imprägnierung
- Membran aufkaschiert
- Schutzdruck Raster oder Punkte, keine volle Lage
- Dafür
- Leichteste und kleinste der drei Bauweisen
- Dagegen
- Klebt bei Schweiß auf der Haut, empfindlichste Innenseite
- Typisch für
- Notfalljacke im Rucksack, Laufen, Radfahren
3 Lagen
Alle drei Lagen fest verbunden
- Oberstoff mit Imprägnierung
- Membran einlaminiert
- Trikotfutter fest verbunden
- Dafür
- Keine Reibung zwischen den Lagen, deshalb langlebig
- Dagegen
- Steifer und schwerer, teuerste Bauweise
- Typisch für
- Bergsport, Trekking, dauerhafte Belastung
Die Lagenzahl sagt nichts über die Wassersäule aus — sie beschreibt nur, wie die Membran verbaut ist. Neben diesen drei gibt es die Z-Liner-Bauweise, bei der die Membran frei zwischen Oberstoff und Futter hängt.

Die A.W.S.-Stufe rangiert die Werte nicht. Die Zählung über 70 Datenblätter: 48 Teile sind ACTIVE, 20 EXTREME, zwei tragen keine Stufe. Die höchste gefundene Wassersäule, 15.000 Millimeter, steht an zwei EXTREME-Jacken — und an der Damenjacke Ellwangen, die ACTIVE ist. Umgekehrt nennen die EXTREME-Modelle Damme und Daisy überhaupt keinen Wert. Zwischen den Stufen liegt also nicht die Zahl, sondern die Bauweise: Bei EXTREME beschreibt der Hersteller durchgehend verschweißte Nähte, bei ACTIVE nicht.
Beim Aufbau nennen die Datenblätter zwei, zweieinhalb und drei Lagen — 2-Lagenmaterial 28-mal, 2,5-Lagen und 3-Lagen je einmal, in 40 Fällen keine Angabe. Was die Zahl bedeutet, erklärt der Lagenaufbau. Einen Handelsnamen für die Membran gibt es nicht: Die Texte sprechen von „einer wasserdichten Membran", die mit einem funktionellen Material verbunden sei, und nennen weder Hersteller noch Typ. Ein Flächengewicht fehlt ebenso, und — die auffälligste Lücke — ein Gewicht des fertigen Teils steht auf keinem der 70 Datenblätter. An seiner Stelle steht eine Längenangabe, und die nennt ihre Bezugsgröße mit: die Rückenlänge in Größe 50 bei Herren- und in Größe 38 bei Damenteilen, bei Hosen die Innenbeinlänge in Größe 50. 53 der 70 Datenblätter führen sie, die Werte liegen zwischen 52 und 88 Zentimetern. Für den Vergleich zweier Jacken ist das die Information über den Schnitt, nicht über das Packmaß.
Technologien und was sie technisch sind
Markennamen für Technik führt dieses Programm fast nicht — und das ist selbst eine Aussage. Beschrieben wird in Klartext: wasserabweisend imprägnierte Gewebeoberfläche, winddichtes Material, 2-Wege- oder 4-Wege-Stretch, verschweißte Nähte, wasserabweisende Reißverschlüsse. Eine DWR-Ausrüstung wird also benannt, aber nicht bezeichnet; zum Rechtsrahmen dieser Chemie siehe PFAS in Outdoorausrüstung.
Bei der Isolation ist das Programm eindeutig und ungewöhnlich ehrlich benannt: „Jacke in Daunenoptik" ist ein eigener Produkttyp, und die Wattierung besteht nach Herstellertext aus „Daunenimitat" aus Polyesterfasern. Nur ein einziges der 70 Teile heißt „Daunenjacke" — und dessen eigenes Datenblatt nennt ebenfalls Daunenimitat, nämlich das Herrenmodell Bartow. Eine Daunenfüllung, zu der ein Daunen-Blend-Verhältnis oder eine Bauschkraft gehörte, kam in der Stichprobe nicht vor; als zugekaufte Kunstfaser nennen fünf Teile PrimaLoft.
Zwei Angaben bleiben unbelegbar und stehen deshalb hier ohne Zahl. Fünf der 70 Datenblätter beschreiben eine antibakterielle Ausrüstung, ohne den Wirkstoff zu nennen — eine Wirkung lässt sich daraus nicht ableiten. Und die Rubrik Icepeak UPF führt 62 Teile; auf den Datenblättern stand als Wert UPF 50, was ein UPF aussagt und wie er gemessen wird, gehört dazu gelesen.
Preisniveau
€€. Die Jackenrubrik beginnt nicht am Boden. Die Preisbänder der beiden großen Jackengruppen überschneiden sich kaum: Die Outdoorjacken setzen dort an, wo die Midlayer enden, und zwischen dem günstigsten Midlayer und der teuersten Outdoorjacke derselben Übersichtsseiten liegt der Faktor viereinhalb. Nach unten öffnet sich das Programm bei Shirts und Accessoires, nach oben endet es vor der Alpinklasse — Schalen mit Lizenzlaminat, die diese Grenze überschreiten würden, gibt es nicht.
Für wen — und für wen nicht
Passend ist die Marke, wenn Winterjacke, Skihose und Zwischenschicht aus einer Rubrik kommen sollen und die Ausstattung zählt statt der Zahl: Helmhalterung, Liftkartentasche, Schneefang mit Silikongummierung, Daumenlöcher an den inneren Bündchen und zweifach verstellbare Kapuzen stehen bei den EXTREME-Modellen in der Regelausstattung, nicht erst in der Topvariante. Passend auch, wenn das Zwischenschichtregal groß sein soll — allein 232 Midlayerjacken für Damen sind mehr, als manche Marke insgesamt an Jacken führt. Grundlagen dazu im Ratgeber zur Winterjacke.
Nicht passend ist sie, wenn das Gewicht ein Auswahlkriterium ist: Es steht auf keinem Datenblatt, und auch das Packmaß lässt sich daraus nicht ableiten. Nicht passend für Bergsport im engeren Sinn — die eigene Sammlung dafür hält einen Artikel, und ein dreilagiger Aufbau kam in 70 Datenblättern genau einmal vor, und zwar an einer Softshelljacke. Und nicht passend, wenn die Marke über Jahre dieselben Modellnamen führen soll: Ortsnamen ohne Systematik werden saisonal ausgetauscht, ein Nachkauf unter gleichem Namen ist nicht vorgesehen.
Alternativen
- CMP — der direkte Vergleich: ähnlich breit, aber mit Wassersäule und Dampfdurchgang als Feld im Datenblatt.
- Vaude — wenn der Wassersäulenwert mit dem Prüfverfahren dastehen soll.
- Maier Sports — wenn die Passform über Kurz- und Sondergrößen gelöst werden soll statt über die Rückenlänge.
- Millet — wenn aus der Skijacke eine Tourenjacke werden soll, mit Teilegewicht am Datenblatt.
- Finkid — für das Kinderprogramm, wenn Mitwachsen und Reparatur über die Rubrikgröße gehen.
Häufige Fragen zu Icepeak-Bekleidung
Was bedeuten A.W.S. ACTIVE und A.W.S. EXTREME?
Es sind Zweckangaben, keine Leistungsklassen. Der Hersteller schreibt selbst, dass der Gesamtzweck des Produkts die Stufe bestimmt und nicht ein einzelnes Material; getapte Nähte oder Softshellaufbauten könnten je nach Verwendung in verschiedenen Stufen vorkommen. In der Stichprobe hatten EXTREME-Teile durchgehend verschweißte Nähte, aber nicht durchgehend die höheren Zahlen.
Wie hoch ist die Wassersäule der Jacken?
Am häufigsten 10.000 Millimeter; die Spanne reicht von 5.000 bis 15.000. Von 70 nachgesehenen Datenblättern führten 46 überhaupt einen Wert, 33 davon die 10.000. Ein Prüfverfahren wird am Teil nicht genannt.
Wie viel wiegt eine Icepeak-Jacke?
Das veröffentlicht der Hersteller nicht. Keines der 70 nachgesehenen Datenblätter nennt ein Gewicht; angegeben ist die Rückenlänge in Größe 50, bei Jacken zwischen 64 und 82 Zentimetern. Wer auf das Gramm achtet, muss im Laden wiegen.
Sind die Daunenjacken mit Daune gefüllt?
In der Stichprobe nicht. Der Produkttyp heißt meist „Jacke in Daunenoptik", und die Wattierung ist nach Herstellertext „Daunenimitat" aus Polyesterfasern. Auch das einzige als „Daunenjacke" bezeichnete Herrenmodell beschreibt dieselbe Füllung. Worauf es bei einer echten Füllung ankommt, steht im Ratgeber zur Daunenjacke.
Welche Membran steckt in den Shelljacken?
Der Hersteller nennt keine. Alle 70 nachgesehenen Datenblätter sprechen nur von „einer wasserdichten Membran", die in einem Zwei- oder Zweieinhalb-Lagen-Verbund mit dem Obermaterial verklebt sei, und verzichten auf Hersteller- und Typangabe. Bei den Softshelljacken des Programms entfällt die Angabe ganz.




