Chillaz Bekleidung & Jacken Beratung
Diese Marke kommt vom Fels, nicht vom Gletscher, und das Programm sagt es in einer einzigen Zahlenreihe: Das Produktverzeichnis des Herstellers führte am 8. Oktober 2026 für die deutsche Kollektion 331 Artikel unter 149 Modellnamen — darunter 54 lange Hosen in 23 Modellen, 79 T-Shirts in 37 Modellen, 25 Hemden, 31 Hoodies, 19 Longsleeves, 44 Zubehörteile und 13 Jacken in genau fünf Modellen. Auf 295 dieser 331 Artikel ist Baumwolle als Material verzeichnet. Eine Membran, eine Wassersäule oder ein Flächengewicht nennt der Hersteller bei keinem einzigen Stück.
Wer die fünf Jackenmodelle für die Wetterschutzschicht hält, liest den Hersteller gegen seine eigene Auskunft: Er beschreibt sie als „Back-up an kühlen Tagen am Fels“ und als Begleiter „abends in der Stadt bei der Kneipentour“ — und die Materialangaben bestätigen das, denn alle 13 Jackenadressen sind mit Baumwolle und Modal verzeichnet, keine mit Polyurethan oder einem Laminat. Das Herzstück des Programms sind die Hosen, und dort steckt die eigentliche Könnerschaft: Kletterhosen mit bundfreundlichem Schnitt, dreiviertellange Modelle, die laut Hersteller „deine Knie schützen“, und Bundlösungen, die unter einem Klettergurt sitzen sollen.
Das Programm, Rubrik für Rubrik
Gezählt sind Produktadressen und, in der zweiten Spalte, die verschiedenen Modellnamen darunter; Farbvarianten haben je eine eigene Adresse. Quelle ist das Produktverzeichnis des Herstellers, abgerufen am 8. Oktober 2026.
| Rubrik | Adressen | Modelle | wofür gebaut | Fasern laut Hersteller |
|---|---|---|---|---|
| Hosen lang | 54 | 23 | Fels, Halle, Alltag; neun Modelle in Denim-Optik | Baumwolle und Elasthan, bei neun Modellen zusätzlich Lyocell, Modal oder Polyester |
| Hosen kurz | 21 | 12 | Boulderblock und Sommerfels | Baumwolle und Elasthan, ein Modell mit Wollanteil |
| Hosen 3/4 | 9 | 5 | Knieschutz am Fels bei Wärme | Baumwolle und Elasthan, zwei Modelle mit Polyamid |
| T-Shirts und Tops | 97 | 45 | Basisschicht und Alltag, mit Druck- und Stickmotiven | Baumwolle, Modal, Lyocell, Lycra |
| Longsleeves und Hoodies | 50 | 19 | Übergangsschicht | Baumwolle und Modal |
| Hemden | 25 | 11 | Jerseyhemden über der Basisschicht | Baumwolle, Modal, drei Modelle mit Wollanteil |
| Jacken | 13 | 5 | Zwischenschicht und Stadt, nicht Wetterschutz | Baumwolle und Modal |
| Zubehör | 44 | 24 | ausschließlich Kopfbedeckung: 10 Caps, 8 Stirnbänder, 6 Mützen | Baumwolle, Acryl, bei vier Teilen Merinowolle |
| Kinder | 12 | 10 | T-Shirts, Hoodies, zwei Hosen | Baumwolle und Elasthan |
Kennwerte: eine Passform statt einer Wassersäule
Der Abschnitt, der bei anderen Marken des Silos eine Tabelle mit Millimetern und Prüfnormen füllt, bleibt hier leer — und das ist kein Versehen, sondern die Konsequenz aus dem Sortiment. Zu keinem der 331 Artikel veröffentlicht der Hersteller eine Wassersäule, keinen RET-Wert, keinen Dampfdurchsatz, kein Teilegewicht und keine Grammatur. Wer Teile über Laborwerte vergleichen will, findet in diesem Programm keine Grundlage; was die Prüfnormen überhaupt leisten, steht bei Wassersäule und Atmungsaktivität.
Zwei Angaben stehen dafür auf jedem Produkt, und beide sind für Klettern die zutreffenderen. Die erste ist der vollständige Fasermix. Nach Materialangaben gezählt verteilen sich die 331 Artikel auf Baumwolle (295), Elasthan einschließlich Lycra (210), Modal (192 mit Modal oder Modal von TENCEL), Polyester (49), Lyocell (45), Polyamid (14), Acryl (10), Merinowolle (10), Wolle (8), Viskose (7) und Nylon (4). Das Verhältnis ist die Auskunft: Diese Marke arbeitet mit Naturfasern und regenerierter Zellulose, synthetische Oberstoffe sind die Ausnahme. Von 30 Hosenmodellen trägt genau eines — die lange Herrenhose „Banff 2.0“ — einen Polyamidanteil; alle übrigen bestehen aus Baumwolle mit Elasthan, teils mit Lyocell, Modal oder Polyester gemischt.
Die zweite Angabe ist die Passform, und sie ist bei einer Kletterhose das, was bei einer Hardshell die Wassersäule ist. Alle 331 Artikel sind einer von vier Klassen zugeordnet: Regular Fit (210), Relaxed (58), Loose Fit (33) und Slim Fit (30). Bei den Hosen verteilt sich das auf 17 Modelle in Regular Fit, sechs in Slim Fit und je drei in Relaxed und Loose Fit — wer Bewegungsfreiheit für hohe Tritte braucht, kann also vor dem Kauf in der Liste nachsehen, statt im Laden zu probieren. Ein weiteres Ordnungsmerkmal sind die Versionsnummern: 22 der 149 Modellnamen tragen eine, von „Jessy 2.0“ über „Rofan 3.0“ bis „Kufstein 5.0“. Ein Modell mit höherer Nummer ist eine überarbeitete Fassung desselben Schnitts, nicht eine höhere Ausstattungsstufe.

Drei Lagen, drei Aufgaben
Das Zwiebelprinzip wärmt nicht dadurch, dass man viel anzieht, sondern dadurch, dass jede Lage eine andere Aufgabe hat — und dass man einzelne davon ablegen kann, wenn die Aufgabe gerade nicht ansteht.
Außenschicht
Wind und Wasser abhalten
Sie wärmt nicht. Sie schützt die Isolation davor, nass oder vom Wind leergeblasen zu werden.
Häufiger Fehler: Dauerhaft getragen — ohne Belüftung staut sich die eigene Feuchte darunter.
Isolationsschicht
Ruhende Luft festhalten
Hier entscheidet allein die aufgebaute Dicke, nicht das Material. Die Wärme steckt in der Luft zwischen den Fasern.
Häufiger Fehler: Zu dick für die Tätigkeit — wer schwitzt, durchnässt die Lage von innen.
Basisschicht
Feuchte von der Haut wegführen
Sie wärmt ebenfalls nicht. Sie sorgt dafür, dass die Haut trocken bleibt — nasse Haut kühlt aus, egal was darüberliegt.
Häufiger Fehler: Baumwolle — sie saugt die Feuchte auf und gibt sie nicht weiter.
Der eigentliche Gewinn ist nicht die Wärme, sondern die Regelbarkeit: Drei dünne Lagen lassen sich einzeln ablegen, eine dicke Jacke nur ganz. Wer am Anstieg leicht friert, hat alles richtig gemacht — nach zehn Minuten stimmt es.

Fasern, Färbung und Kollektionsrhythmus
Modal und Lyocell von TENCEL. Der Hersteller nennt TENCEL als Marke der Lenzing AG für Lyocell- und Modalfasern auf Zellulosebasis und als Rohstoff Holz (Materialdarstellung des Herstellers, am 8. Oktober 2026 abgerufen). Für die Produkte heißt das: weicher Griff und Feuchtigkeitsaufnahme im Jerseybereich, also bei Shirts, Hemden und Hoodies — was diese Fasern sind und wie sie sich von Viskose unterscheiden, steht unter Lyocell und Tencel.
Bio-Baumwolle mit sechs Pflanzen- und Tierfarben. Einen Teil der Kollektion bietet die Marke aus 100 Prozent Bio-Baumwolle an und färbt diese Stoffe mit natürlichen Farbstoffen, die sie einzeln benennt: Annatto für Creme, Maulbeere für Grün, Blaue Gardenie für Hellblau, Granatapfelschale für Beige, Ringelblume für Gelb und Lackschildlaus für Violett. Der Hersteller weist selbst darauf hin, dass dabei „individuelle Farbnuancen“ entstehen — die Kehrseite einer Naturfärbung ist, dass zwei Teile derselben Farbe nicht identisch aussehen müssen.
Zwei Kollektionen im Jahr und Reparierbarkeit. „Mit zwei Kollektionen pro Jahr konzentrieren wir uns auf eine überschaubare Produktauswahl“, schreibt der Hersteller, und: „Viele unserer Produkte sind so konzipiert, dass sie sich bei Bedarf reparieren lassen.“ Dazu passt, dass das gesamte Verzeichnis am Abrufdatum unter einer einzigen Saisonkennung lief. Den Großteil der Fasern bezieht die Marke nach eigener Aussage aus Europa — ohne Siegel und ohne Prüfstelle, es bleibt Selbstauskunft.
Größen: Übergrößen ja, Überlängen nur bei einem Modell
Zwei Sonderprogramme hebt der Hersteller eigens hervor, und ihre Größe lässt sich beziffern. Das Übergrößenprogramm umfasste am 8. Oktober 2026 genau 30 Artikel: bei den Damen sieben T-Shirts und sechs Hemden, bei den Herren acht T-Shirts, fünf Hemden, einen Hoodie und drei Jackenvarianten des Modells „Vaasa“. Eine Hose ist darin nicht enthalten — wer Übergröße und Kletterhose braucht, wird hier nicht fündig.
Das Überlängenprogramm ist noch schmaler und besteht aus drei Adressen, allesamt dieselbe Herrenhose in drei Ausführungen: „Céüse 2.0“ in Denim und in Titan sowie „Céüse Denim“ in Grau. Für große Kletterer mit langen Beinen ist das eine konkrete Hilfe, für Frauen nicht — Damenhosen führt die Überlängenseite nicht.
Preisniveau
€€. Ein Bergsporthändler führte am 8. Oktober 2026 117 Artikel der Marke, deren Listenpreise im Median im unteren Bereich dessen liegen, was wasserdichte Bergbekleidung kostet; die Spanne reicht von einem Stirnband am unteren Ende bis zu einer langen Hose am oberen. Für Baumwoll- und Modaljersey ist das eine obere Preisklasse, für Bergbekleidung ein Mittelfeld — und die Erklärung liegt nicht in der Technik, sondern in Stückzahl und Fertigungstiefe: zwei Kollektionen im Jahr und ein Programm, das keine Membran einkauft.
Für wen – und für wen nicht
Gut beraten ist hier, wer klettert oder bouldert und Bekleidung sucht, die danach im Café nicht nach Sportausrüstung aussieht: dehnbare Baumwollhosen mit Bundlösung für den Gurt, Shirts und Hemden aus Jersey, dazu Caps und Stirnbänder. Richtig liegt auch, wer Wolle und Zellulosefaser dem Polyester vorzieht und die Materialzusammensetzung vor dem Kauf lesen will — sie steht vollständig bei jedem Stück. Und richtig liegt, wer sich auf vier klar benannte Passformen verlassen möchte statt auf „normale Passform“.
Nicht geeignet ist das Programm, sobald Wetterschutz gebraucht wird. Es gibt keine Hardshelljacke, keine Regenjacke, keine Softshelljacke und keine Hardshellhose im Programm — für die Gewitterjacke über der Chillaz-Hose braucht es eine zweite Marke. Falsch liegt auch, wer Funktionsunterwäsche oder eine Isolationsjacke sucht: Merinowolle steckt nur in vier Zubehörteilen, eine wattierte oder daunengefüllte Jacke führt das Verzeichnis nicht. Und falsch liegt, wer bequem bestellen will — einen eigenen Onlineshop betreibt die Marke nicht. Der Vertrieb läuft über eine Händlersuche und über Importeure, die die Herstellerseite für 16 Länder namentlich nennt; Deutschland, Frankreich, Italien und Dänemark bedient das Unternehmen selbst, Griechenland ein Händler auf Kalymnos. Der eigene Flagship-Store hat an zwei halben Tagen pro Woche geöffnet.
Alternativen
- La Sportiva – wenn zur Kletterhose aus derselben Hand auch Wetterschutz und Schuhe kommen sollen.
- Black Diamond – für Klettern mit synthetischen Oberstoffen und veröffentlichten Materialdaten.
- Salewa – wenn Fels und Zustieg in einem Programm mit Hardshells liegen sollen.
- Icebreaker – die Gegenprobe, wenn die Naturfaser Merinowolle sein soll und nicht Baumwolle.
- Direct Alpine – ähnlich kleines Kletterprogramm, aber mit Hosen aus Kunstfasergewebe.
Häufige Fragen zu Chillaz-Bekleidung
Sind Chillaz-Jacken wasserdicht?
Nein. Alle 13 Jackenadressen der deutschen Kollektion sind mit Baumwolle und Modal verzeichnet, und der Hersteller nennt zu keiner eine Wassersäule oder eine Membran. Er beschreibt sie selbst als „Back-up an kühlen Tagen“ — das ist eine Zwischenschicht, keine Wetterschutzlage.
Wofür ist eine Baumwollhose beim Klettern besser als eine Kunstfaserhose?
Für Griff und Scheuerfestigkeit am Fels und für das Tragegefühl über Stunden im Gurt; der Preis dafür ist die Trocknungszeit. Chillaz mischt bei allen Hosen Elasthan ein, bei neun Modellen zusätzlich Lyocell, Modal oder Polyester, und erreicht die Dehnung über diese Beimischung statt über ein Gewebe mit Membran.
Gibt es Chillaz-Hosen in Überlänge?
Ja, aber nur ein Modell: die Herrenhose „Céüse“ in drei Ausführungen. Für Damen führt die Überlängenseite des Herstellers kein Teil, und im Übergrößenprogramm steht überhaupt keine Hose.
Was bedeuten die Versionsnummern in den Modellnamen?
Sie bezeichnen die Überarbeitung desselben Schnitts, nicht eine höhere Stufe: „Kufstein 5.0“ ist die fünfte Fassung der Kufstein-Hose, „Rofan 3.0“ die dritte der Rofan. 22 der 149 Modellnamen tragen eine solche Nummer. Aus der Zahl lässt sich keine Einsatzklasse ableiten.
Wo kann ich Chillaz kaufen?
Über den Handel. Die Marke betreibt keinen eigenen Onlineshop, sondern eine Händlersuche und eine Importeursliste für 16 Länder; bei zwei deutschen Bergsporthändlern standen am 8. Oktober 2026 188 beziehungsweise 117 Artikel im Angebot. Dort finden sich auch ältere Modelle, die das Herstellerverzeichnis nicht mehr führt — bei einem Händler drei zusätzliche Jackenmodelle, ein Sport-BH und zwei Kleider.
Ist das Programm nachhaltig?
Der Hersteller nennt europäische Faserbezüge, zwei Kollektionen im Jahr, reparierbare Schnitte und einen Teil der Kollektion aus Bio-Baumwolle mit Naturfärbung. Alles davon ist Selbstauskunft ohne Prüfstelle; nachprüfbar ist allein die Materialangabe am einzelnen Produkt, und die steht vollständig da.

