Mountain Hardwear Bekleidung & Jacken Beratung
Die Bekleidung dieser Marke ist in zwei Richtungen gebaut, die sich im Datenblatt deutlich unterscheiden. Auf der einen Seite Regen- und Hardshelljacken für Trekking und Alltag, zwischen 304 und 478 Gramm in Größe M. Auf der anderen eine eigene Rubrik für große Höhe: Von den 20 Artikeln der 8000m-Rubrik des Herstellers (Momentaufnahme vom 14. Mai 2026, abgerufen am 7. Oktober 2026) sind sechs Bekleidungsstücke: ein Handschuh, der Absolute Zero Parka, der Absolute Zero Suit und der Phantom Belay Down Parka, die beiden letzten auch im Damenschnitt. Alles andere dort ist Ausrüstung.
Gegenstand dieser Seite ist der Abstand zwischen beiden Enden und eine Leerstelle, die beim Markenvergleich sofort auffällt: Zu keinem Kleidungsstück nennt der Hersteller eine Wassersäule, einen RET-Wert oder einen Dampfdurchgangswert. Keines der vierzehn geprüften Datenblätter führt ein Feld dafür. Was stattdessen dasteht, ist brauchbar — Lagenzahl, Gewebefeinheit, Gewicht, Füllqualität —, verlangt aber eine andere Art zu lesen.
Die Jackenreihen und wofür sie gebaut sind
Gewogen wird bei diesem Hersteller immer Größe M — diese Fußnote steht unter jedem Gewichtsfeld, und sie ist der Grund, warum die Zahlen hier mit Händlerangaben zu anderen Größen nicht zusammenpassen.
| Reihe | Art | Für wen | Kennwerte | Preisklasse |
|---|---|---|---|---|
| Cloud Cipher | Hardshell, 3 Lagen | Dauerregen | DrySpell 20D, 333 g, PFAS-freie Ausrüstung | €€ |
| TrailVerse | Hardshell, 3 Lagen | zugelieferte Membran | GORE-TEX ePE 75D, 478 g, recyceltes Polyester | €€€ |
| Threshold | Hardshell, 3 Lagen | Dauereinsatz | Dry.Q 70D, 366 g | €€ |
| Stretch Ozonic | Regenjacke, 2,5 Lagen | Bewegung | DrySpell 50D Stretch, 104 g/m², 304 g | € |
| Premonition UL | Hardshell, 3 Lagen | Notfallschutz | Pertex Shield 20D, 317 g | €€ |
| Kor AirShell | Windjacke, einlagig | Wind | Pertex Quantum Air 20D, 133 g | € |
| Ghost Whisperer | Daunenjacke | Gewichtszähler | 10D × 10D Ripstop, 800er Daune, 302 g | €€ |
| Stretchdown | Daunenjacke, elastisch | Alltag | 20D Doubleweave, 700er Daune, 264 g | €€ |
| Phantom Alpine | Daunenjacke mit Kapuze | Alpinklettern | Pertex Quantum Diamond Fuse 20D, 492 g | €€€ |
| Phantom Belay | Daunenparka | Hochlager | 800er Daune plus Kunstfaserlage, 692 g | €€€ |
| Absolute Zero | Höhenparka und Einteiler | Achttausender | Oberstoff 39 g/m², 1.378 g (Parka) | €€€ |
| Compressor Alpine | Kunstfaserjacke | Nässe und Kälte | PrimaLoft Gold P.U.R.E., 293 g Füllung, 756 g | €€ |
| Polartec Power Grid | Fleece, Gitterrücken | Zwischenlage | 60 % recyceltes Polyester, 427 g | € |
Kennwerte der Gattung, auf Mountain Hardwear bezogen
Membran und Lagenzahl. Hier ist die Marke auskunftsfreudig: Jedes Datenblatt nennt die Konstruktion samt Lagenzahl. Drei Lagen beim Cloud Cipher (Momentaufnahme vom 18. Februar 2026, abgerufen am 7. Oktober 2026), beim Threshold und beim Premonition UL, zweieinhalb beim Stretch Ozonic. Was die halbe Lage bedeutet, erklärt die Membran. Bemerkenswert ist die Herkunft: Nur das TrailVerse (Momentaufnahme vom 25. Januar 2026, abgerufen am 7. Oktober 2026) nutzt eine zugelieferte Membran, in diesem Fall GORE-TEX ePE. Die übrigen Hardshells tragen Hausnamen — DrySpell, Dry.Q — oder einen Oberstoff von Pertex.

Membranaufbau im Schnitt: 2, 2,5 und 3 Lagen
Alle drei Bauweisen halten mit derselben Membran dicht. Unterschiedlich ist nur, was die Membran auf der Innenseite schützt — und daran hängen Gewicht, Haltbarkeit und Tragegefühl.
2 Lagen
Membran am Oberstoff, Futter lose
- Oberstoff mit Imprägnierung
- Membran aufkaschiert
- Innenfutter separat eingenäht, hängt lose
- Dafür
- Futter frei wählbar, auch mit Isolierung kombinierbar
- Dagegen
- Das lose Futter scheuert an der Membran
- Typisch für
- Alltag, Reise, Jacken mit Wattierung
2,5 Lagen
Schutzdruck statt Futter
- Oberstoff mit Imprägnierung
- Membran aufkaschiert
- Schutzdruck Raster oder Punkte, keine volle Lage
- Dafür
- Leichteste und kleinste der drei Bauweisen
- Dagegen
- Klebt bei Schweiß auf der Haut, empfindlichste Innenseite
- Typisch für
- Notfalljacke im Rucksack, Laufen, Radfahren
3 Lagen
Alle drei Lagen fest verbunden
- Oberstoff mit Imprägnierung
- Membran einlaminiert
- Trikotfutter fest verbunden
- Dafür
- Keine Reibung zwischen den Lagen, deshalb langlebig
- Dagegen
- Steifer und schwerer, teuerste Bauweise
- Typisch für
- Bergsport, Trekking, dauerhafte Belastung
Die Lagenzahl sagt nichts über die Wassersäule aus — sie beschreibt nur, wie die Membran verbaut ist. Neben diesen drei gibt es die Z-Liner-Bauweise, bei der die Membran frei zwischen Oberstoff und Futter hängt.

Atmungsaktivität und Wassersäule: die Lücke. Beide Werte fehlen vollständig. Das ist kein Einzelfall, sondern Linie: Der Hersteller beschreibt seine Prüfungen ausführlich und veröffentlicht keine Zahl daraus. Eine Händlerangabe „20.000 mm" zu einer dieser Jacken kann also nicht aus dem Datenblatt stammen. Warum solche Zahlen ohne Verfahren nichts aussagen, steht bei Wassersäule und Atmungsaktivität; die Skala für den Dampfdurchgangswiderstand erklärt der RET-Wert.
Flächengewicht. Nur zwei der geprüften Datenblätter nennen eines, und beide Male ist es aussagekräftig: 104 g/m² beim Stretch Ozonic, 39 g/m² beim Oberstoff des Absolute Zero Parka (Momentaufnahme vom 16. Januar 2025, abgerufen am 7. Oktober 2026). Der wärmste Parka der Marke hat also den leichtesten Oberstoff — die Wärme steckt in der Füllung, nicht im Gewebe. Was die Angabe leistet, ordnet das Flächengewicht (g/m²) ein; die Garnfeinheit allein sagt darüber nichts, siehe Denier.
Isolation. Bei Daune gibt der Hersteller 700 für die Stretchdown-Reihe und 800 für Ghost Whisperer, Phantom und Absolute Zero an. Welches Verfahren diese Zahlen liefert, bleibt offen, und zwischen den beiden gängigen Prüfungen gibt es keinen Umrechnungsfaktor — ein Vergleich mit der 850er-Daune einer anderen Marke ist deshalb nicht zulässig. Warum eine hohe Zahl ohnehin nicht „wärmer" heißt, steht bei der Bauschkraft. Ein Füllgewicht steht nur an der Kunstfaserjacke; zu keiner der fünf Daunenjacken nennt der Hersteller eine Grammzahl. Damit bleibt dort von der Isolationsangabe nur die Bauschkraft, und die ist nach dem Daunen-Blend-Verhältnis (90/10, 80/20) nur die halbe Auskunft. Bei Kunstfaser wird er genauer: Die Compressor Alpine (Momentaufnahme vom 10. Juli 2026, abgerufen am 7. Oktober 2026) trägt PrimaLoft Gold P.U.R.E. zoniert: „133 g" an Körper und Kapuze, „100 g" an den Unterarmen, so geschrieben und ohne Einheit, dazu 293 Gramm Füllgewicht. Eine Zonenangabe ist selten.
Technologien und was sie technisch sind
DrySpell. Kein Gewebe und keine Membran, sondern ein hauseigener Prüfstandard, den der Hersteller auf einer eigenen Seite zu DrySpell (Momentaufnahme vom 14. Mai 2026, abgerufen am 7. Oktober 2026) offenlegt. Geprüft werden fünf Dinge: Dichtheit nach außen, Dampfdurchgang nach innen, Wasserabweisung der Oberfläche, Haltbarkeit und Verarbeitung der Nähte. Dazu nennt die Seite mindestens zwanzig Labortests je Material, Wiederholungen nach bis zu zwanzig Waschgängen und eine Regenkammer mit Testpersonen in fertigen Jacken. Was sie nicht nennt, ist eine einzige Zahl und eine einzige Prüfnorm. Der Standard beschreibt eine Prüftiefe, kein Ergebnis — brauchbar als Hinweis, unbrauchbar zum Vergleich mit einer anderen Marke. Festgelegt ist dagegen die Chemie: Alles unter diesem Standard trägt nach Herstellerangabe eine fluorkohlenstofffreie C0-Ausrüstung auf Pflanzen- oder Silikonbasis.
Dry.Q. Der ältere Hausname, heute nur noch an einem Oberstoff: dem 70-Denier-Dreilagenlaminat des Threshold. Die aus Altkatalogen bekannten Zusätze — Dry.Q EVAP, Wick.Q, Q.Shield, Thermal.Q, Cool.Q, AirShield — stehen in keiner geprüften Rubrik und auf keinem geprüften Datenblatt mehr. Wer sie in einer Produktbeschreibung liest, liest eine alte Beschreibung.
Pertex in vier Fassungen. Bei den teuren Stücken kommt der Oberstoff von einem Zulieferer, und die Fassung steht jeweils dabei: Pertex Shield als Dreilagenlaminat beim Premonition UL, Pertex Quantum Air als luftdurchlässiges Stretchgewebe beim Kor AirShell, Pertex Quantum Diamond Fuse beim Phantom Alpine, Pertex Quantum Pro Diamond Fuse an den belasteten Partien der Compressor Alpine. „Diamond Fuse" meint verschweißte Garnkreuzungen gegen Abrieb, keine Beschichtung — siehe Abriebfest.
Der PFAS-Hinweis an genau einer Stelle. Das Datenblatt des Absolute Zero Parka trägt den Satz „Made with PFAS chemicals" — als einziges der geprüften Stücke. Die Marke erklärt ihre Regenjacken also fluorfrei und kennzeichnet gleichzeitig ihr Hochgebirgsstück. Was die DWR-Umstellung kostet, steht unter PFAS in Outdoorausrüstung.
Preisniveau
€€€. Nach der Preisliste der Regenjackenrubrik (Momentaufnahme vom 17. Januar 2026, abgerufen am 7. Oktober 2026) liegt zwischen der günstigsten und der teuersten Jacke dieser einen Rubrik mehr als der Faktor drei. Eine Klasse trifft die Marke damit nur grob: Stretch Ozonic, Kor AirShell und das Power-Grid-Fleece liegen am unteren Ende, die Phantom-Stücke und der Absolute Zero weit darüber. Der Einstieg liegt bei den 2,5-lagigen Regenjacken, teuer wird es dort, wo Daune und Pertex zusammenkommen.
Für wen – und für wen nicht
Passend ist diese Bekleidung, wenn es kalt und hoch wird. Phantom Belay und Absolute Zero sind zwei abgestufte Daunenstücke, deren Gewichtsabstand von 692 auf 1.378 Gramm die Einsatzgrenze ablesbar macht. Passend auch für Gewichtszähler: 302 Gramm für eine Daunenjacke mit 800er Füllung, 133 Gramm für eine Windjacke. Und passend, wenn Regenjacke, Fleecejacke und Isolationsjacke von derselben Marke kommen sollen — alle drei Lagen deckt das Sortiment ab, siehe Zwiebelschalenprinzip.
Nicht passend ist sie, wenn gerechnet werden soll. Wer zwei Hardshells über Wassersäule und Dampfdurchgang vergleichen will, bekommt hier keine Grundlage und muss sich auf Lagenzahl, Gewebe und Gewicht verlassen. Nicht passend außerdem bei Kinderbekleidung — die führt der Hersteller nicht. Und nicht passend, wenn die Jacke vor allem lange halten soll: Mit 10 bis 20 Denier liegen die Oberstoffe der Isolationsstücke am unteren Ende dessen, was eine Daunenjacke an Rucksackscheuern verträgt; wie weit robuste Alternativen gehen, zeigt der Vergleich in der Hardshelljacke.
Alternativen
- Rab – die direkte Gegenprobe im Höhenbereich, mit ähnlich abgestuften Daunenjacken und veröffentlichten Füllgewichten.
- Mountain Equipment – wenn das Daunen-Feder-Verhältnis und die Herkunft der Füllung am Produkt stehen sollen.
- The North Face – das breitere Programm, wenn Alltagsjacken, Kinder- und Übergrößen dazugehören sollen.
- Patagonia – wenn Reparatur und Nachkauf von Einzelteilen den Ausschlag geben.
- Marmot – die Zwischenstufe, wenn Hardshell und Daunenjacke aus einer Hand, aber eine Klasse günstiger gesucht sind.
Häufige Fragen zu Mountain-Hardwear-Bekleidung
Welche Membran steckt in den Hardshelljacken?
Drei verschiedene. GORE-TEX ePE nur im TrailVerse, Pertex Shield im Premonition UL, und bei Cloud Cipher, Threshold und Stretch Ozonic ein Hauslaminat unter den Namen DrySpell beziehungsweise Dry.Q. Welcher Membrantyp dem Hauslaminat zugrunde liegt, nennt der Hersteller nicht.
Warum steht auf den Jacken keine Wassersäule?
Weil die Marke keine veröffentlicht — zu keinem Stück und in keiner Rubrik. Stattdessen verweist sie auf ihren eigenen Prüfstandard, der die Prüfungen beschreibt, aber keine Messwerte nennt. Für den Vergleich mit anderen Marken bleiben Lagenzahl, Oberstoff und Gewicht.
Was unterscheidet Ghost Whisperer und Phantom Alpine?
Beide haben 800er Daune; der Unterschied ist der Oberstoff und damit der Einsatz. Die Ghost-Whisperer-Hülle ist ein 10-Denier-Ripstop und bringt die Jacke auf 302 Gramm, der Phantom Alpine trägt einen 20-Denier-Pertex mit verschweißten Garnkreuzungen und wiegt 492 Gramm. Das Mehrgewicht ist Abriebfestigkeit, nicht Wärme.
Sind die Jacken PFAS-frei?
Die wasserdichten weitgehend, der Höhenparka ausdrücklich nicht. Alles unter dem hauseigenen Standard trägt nach Herstellerangabe eine C0-Ausrüstung auf Pflanzen- oder Silikonbasis; das Datenblatt des Absolute Zero Parka dagegen trägt den Hinweis „Made with PFAS chemicals". Bei älteren Modellen aus dem Abverkauf ist die Angabe am Einzelstück zu prüfen.




