Warmpeace Bekleidung & Jacken Beratung
Wer in diesem Programm eine Regenjacke sucht, sucht umsonst. Der Herstellershop führt am 8. Oktober 2026 in der Herrenbekleidung 114 und in der Damenbekleidung 134 Artikel, Farbvarianten einzeln gezählt, darunter 19 Herren- und 27 Damenjacken beziehungsweise -westen. Von diesen 46 Teilen sind 33 mit Daune gefüllt, neun sind Windjacken aus unbeschichtetem Nylon und vier sind Fleeceteile. Eine Membran kommt auf keinem einzigen Bekleidungsdatenblatt vor — über alle 322 Produktadressen des Shops gesucht, fallen die Wörter Membran, Hardshell und Softshell kein einziges Mal.
Das ist die Abgrenzung, auf die es bei dieser Marke ankommt: Warmpeace baut die wärmende Schicht, nicht die wetterdichte. Entsprechend ordnet der Hersteller sein Programm auch nicht nach Jacke, Hose und Hemd, sondern nach Stoff — neun Materialrubriken, von denen die erste „Peří", also Daune, heißt. Die Hülle gegen Regen muss von einer anderen Marke kommen.
Die Rubriken des Bekleidungsprogramms
Alle Stückzahlen stammen von den Rubrikzählern des Shops, abgerufen am 8. Oktober 2026. Die Accessoires zählt der Shop beiden Linien gleich zu, deshalb steht ihre Zahl nur einmal. Ein Gedankenstrich heißt: In dieser Linie gibt es dafür keine eigene Rubrik — die Herrenlinie führt sieben, die Damenlinie sechs.
| Rubrik | Herren | Damen | Kennzeichnender Stoff | Preisklasse |
|---|---|---|---|---|
| Jacken und Westen | 19 | 27 | Colibri DWR, Colibri Dry, Loft Nylon DWR+ | €€ bis €€€ |
| Hosen (Herrenrubrik mit Shorts) | 24 | 17 | Smile Skin Stretch, Strong, Leisure | €€ |
| Sweatshirts und Pullover | 11 | 14 | Polartec Power Stretch Pro, Power Grid, Micro | €€ |
| Hemden | 12 | — | Smile Skin Stretch, Polycotton | €€ |
| Shorts, Röcke und Kleider | — | 22 | Smile Skin Stretch Ripstop, Nylon mit PrimaLoft | € bis €€ |
| T-Shirts | 2 | — | Polartec Power Grid | € |
| Accessoires | 44 (Mützen, Handschuhe, Gürtel, Socken) | Merinomischung, Shell-Tec | € | |
| Reparatursets | 2 | Flicken und Klebstoff | € | |
Kennwerte: Bauschkraft ja, Füllgewicht nein
Auf jedem der 33 Daunendatenblätter nennt der Hersteller drei Dinge: Oberstoff, Mischungsverhältnis und Bauschkraft. Was er nicht nennt, ist das Füllgewicht — also die Gramm Daune, die tatsächlich in der Jacke stecken. Das ist bemerkenswert, weil dieselbe Firma es bei ihren Schlafsäcken sehr wohl ausweist: Dort steht neben dem Gesamtgewicht eine Zeile „Füllgewicht" und zusätzlich eine Denier-Angabe zum Gewebe. In der Bekleidung fehlen beide.
| Modell | Füllung | Bauschkraft | Oberstoff | Gewicht |
|---|---|---|---|---|
| HILLPEAK (Herren) | weiße Entendaune 90/10 | 800 cuin | Colibri Dry | 730 g |
| CRUX (Herren) | recycelte Entendaune 80/20 | 600 cuin | Loft Nylon DWR+ | 620 g |
| VERNON (Herren) | Entendaune 90/10 | 650+ cuin | Loft Nylon DWR+ | 390 g |
| TACOMA LADY (Damen) | Entendaune 90/10 | 650+ cuin | Loft Nylon DWR+ | 320 g |
| SWAN LADY (Weste) | Entendaune 90/10 | 650+ cuin | Colibri DWR | 195 g |
Drei Lesehinweise dazu. Erstens ist die Füllung durchgehend Entendaune, nicht Gänsedaune; Gänsedaune setzt der Hersteller nur in Schlafsäcken ein. Zweitens steht die Bauschkraft ohne Messverfahren da, und ohne das Verfahren ist eine solche Zahl zwischen zwei Marken nicht vergleichbar. Drittens wechselt das Daunen-Blend-Verhältnis genau dort auf 80/20, wo recycelte Daune verarbeitet wird — bei CRUX und bei der Damenjacke BRENTA LADY, und beide liegen gleichzeitig bei der niedrigsten Bauschkraft des Programms.
Das Gewicht steht als eine einzige Zahl für das ganze Größenspektrum, das bei den Herrenmodellen von S bis XXXL und bei den Damenmodellen von XS bis XXL reicht. Welche Größe gewogen wurde, sagt kein Datenblatt. Wer die 195 Gramm der Weste gegen die 730 Gramm der Expeditionsjacke stellt, vergleicht also Teilegewichte unbekannter Bezugsgröße — innerhalb des Programms trägt die Rangfolge, als absoluter Wert nicht.

Drei Lagen, drei Aufgaben
Das Zwiebelprinzip wärmt nicht dadurch, dass man viel anzieht, sondern dadurch, dass jede Lage eine andere Aufgabe hat — und dass man einzelne davon ablegen kann, wenn die Aufgabe gerade nicht ansteht.
Außenschicht
Wind und Wasser abhalten
Sie wärmt nicht. Sie schützt die Isolation davor, nass oder vom Wind leergeblasen zu werden.
Häufiger Fehler: Dauerhaft getragen — ohne Belüftung staut sich die eigene Feuchte darunter.
Isolationsschicht
Ruhende Luft festhalten
Hier entscheidet allein die aufgebaute Dicke, nicht das Material. Die Wärme steckt in der Luft zwischen den Fasern.
Häufiger Fehler: Zu dick für die Tätigkeit — wer schwitzt, durchnässt die Lage von innen.
Basisschicht
Feuchte von der Haut wegführen
Sie wärmt ebenfalls nicht. Sie sorgt dafür, dass die Haut trocken bleibt — nasse Haut kühlt aus, egal was darüberliegt.
Häufiger Fehler: Baumwolle — sie saugt die Feuchte auf und gibt sie nicht weiter.
Der eigentliche Gewinn ist nicht die Wärme, sondern die Regelbarkeit: Drei dünne Lagen lassen sich einzeln ablegen, eine dicke Jacke nur ganz. Wer am Anstieg leicht friert, hat alles richtig gemacht — nach zehn Minuten stimmt es.

Ein Widerspruch in den Einheiten, der im Text stehen bleibt
Nur drei Artikel des ganzen Katalogs nennen überhaupt Zahlen zu Wasserdichte und Dampfdurchlass, und auf zwei von ihnen sind die Einheiten vertauscht. Bei den Handschuhen SIDEWALK steht „Wasserdichte: 10 000 g/m²/24 h" und „Dampfdurchlässigkeit: 10 000 mm H₂O", bei den Überziehfäustlingen OVERMITTS dasselbe mit 20 000; auch die Gamaschen CALFGUARD führen die Werte so. Beim Biwaksack SURVIVAL BAG dagegen stehen sie richtig: „Dampfdurchlässigkeit: 5 000 g/m²/24 h" und „Wassersäule: 15 000 mm H₂O".
Welche Zahl zu welcher Größe gehört, lässt sich von außen nicht entscheiden, und der Hersteller löst es nicht auf. Für den Kauf heißt das: Die beiden Zahlen am Handschuh sind als Größenangaben unbrauchbar, der Hinweis „wasserdicht und atmungsaktiv" im Beschreibungstext bleibt die belastbarere Aussage. Für das Bekleidungsprogramm heißt es ohnehin nichts, denn dort gibt es keine solche Zahl — eine Atmungsaktivität als Messwert und eine Wassersäule nach Prüfnorm veröffentlicht Warmpeace für keine Jacke und keine Hose.
Die neun Stoffrubriken
Die Navigation des Shops führt eine eigene Achse „Materialien" mit neun Einträgen, und sie ist die aufschlussreichste Ansicht auf das Programm. Vier davon tragen den Hausnamen Smile Skin: Leisure (ein Baumwollgewebe mit 98 Prozent Baumwolle und 2 Prozent Elastan), Stretch, Stretch Ripstop und Strong. Sie bilden die Hosen-, Hemden- und Rockseite des Sortiments und reichen von der Freizeithose bis zur verstärkten Tourenhose.
Drei weitere Rubriken sind zugekaufte Fleecefamilien: Polartec® Power Stretch® Pro, Power Grid und Micro. Sie stellen die Pullover, die Fleecejacken und die beiden T-Shirts; auch in der Jackenrubrik stehen drei Artikel der Herren- und einer der Damenlinie unter Power Stretch Pro, statt eine eigene Fleecelinie zu bilden. Die achte Rubrik ist PrimaLoft, und sie steckt an ungewöhnlichen Stellen: Der Rock SHEE und die Shorts ROND sind mit 60 g/m² PrimaLoft wattiert, eine wärmende Isolation also in Beinkleidern statt in Jacken. Die neunte Rubrik ist die Daune selbst.
Zwei Dinge, die das Programm ausdrücklich nicht hat: eine Merinolinie und eine Kinderlinie. Merinowolle kommt im ganzen Shop nur in der Mütze LUCKY, im Stirnband RUMMY und in einem Schlafsackeinsatz vor — ein Merinoshirt oder eine Merinowäsche gibt es nicht. Und von 322 Produktadressen trägt keine eine Kindergröße oder eine Kinderbezeichnung.
Preisniveau
Über das Bekleidungsprogramm gemittelt steht Warmpeace bei €€. Die Spanne ist eng: Zwischen der günstigsten Weste und der teuersten Daunenjacke liegt etwa der Faktor zweieinhalb, und nach oben reicht nur die Expeditionsdaunenjacke in die Klasse €€€. Hosen, Hemden und Fleeceteile liegen dicht beieinander im Mittelfeld, die T-Shirts und Accessoires darunter. Teuer wird hier die Daunenqualität, nicht die Ausstattung.
Für wen – und für wen nicht
Eine echte Auswahl findet hier, wer seine Daunenjacke nach Mischungsverhältnis und Bauschkraft aussucht: Bei 33 von 46 Jacken und Westen ist die Daune hier nicht eine Option unter mehreren, sondern die Regel. Gut aufgehoben ist auch, wer eine Daunenweste als Zwischenschicht sucht — die führt der Hersteller in beiden Linien, ab 195 Gramm — oder wer eine Isolationsschicht mit recycelter Füllung will, die der Hersteller als solche ausweist.
Falsch liegt hier, wer eine wasserdichte Schale braucht: Die gibt es im Programm nicht, und die Windjacken CLIFF und FORTE LADY aus 110 bis 140 Gramm Nylon sind ausdrücklich keine. Falsch liegt auch, wer eine Jacke über Laborwerte vergleichen will — weder Wassersäule noch RET-Wert noch Flächengewicht stehen irgendwo. Und wer Kinder einkleiden oder eine Merinobasisschicht kaufen will, findet beides hier nicht.
Alternativen
- Direct Alpine – wenn die wasserdichte Schale aus derselben Hand kommen soll.
- Vaude – wenn eine Wassersäule mit benanntem Prüfverfahren gebraucht wird.
- Millet – wenn Daune und Hardshell in einer Markenlinie zusammenpassen sollen.
- Icebreaker – wenn die Merinobasisschicht die Hauptsache ist.
- Finkid – wenn Kinder ausgestattet werden sollen.
Häufige Fragen
Gibt es Hardshelljacken von Warmpeace?
Nein. Über alle 322 Produktadressen des Herstellershops kommen die Wörter Hardshell, Softshell und Membran nicht vor, und keines der 46 Jacken- und Westenmodelle nennt eine Wassersäule. Die Jacken teilen sich in Daunenteile, unbeschichtete Windjacken und Fleece. Eine Hardshelljacke muss also von einer anderen Marke dazukommen.
Welche Bauschkraft haben die Daunenjacken?
Das Programm kennt drei Werte: 600 cuin bei den beiden Modellen mit recycelter Füllung, 650 beziehungsweise „650+" cuin bei der Mehrzahl, und 800 cuin bei der Expeditionsjacke HILLPEAK. Ein Messverfahren nennt der Hersteller zu keinem dieser Werte, und ein Füllgewicht in Gramm steht auf keinem Bekleidungsdatenblatt.
Ente oder Gans?
In der Bekleidung durchgehend Ente. Alle Daunenjacken und -westen nennen „Entendaune", die Expeditionsjacke HILLPEAK genauer „weiße Entendaune". Gänsedaune verwendet der Hersteller nur in Schlafsäcken, dort mit 750 cuin und ausgewiesenem Füllgewicht.
Was ist Smile Skin?
Smile Skin ist der Hausname für die gewebten Stoffe der Marke, in vier Ausführungen: Leisure als Baumwollgewebe mit Elastananteil, Stretch, Stretch Ripstop und Strong. Sie tragen die Hosen, Hemden, Shorts und Röcke. Eine Beschichtung oder Imprägnierung weist der Hersteller für diese Stoffe nicht aus — die Kürzel DWR und DWR+ stehen nur bei den Nylonoberstoffen der Jacken.
Warum stehen bei den Handschuhen zwei Werte mit vertauschten Einheiten?
Das ist ein Fehler in den Datenblättern, und zwar einer, der sich wiederholt: Bei SIDEWALK, OVERMITTS und CALFGUARD steht die Wasserdichte in g/m²/24 h und die Dampfdurchlässigkeit in mm H₂O. Beim Biwaksack SURVIVAL BAG derselben Firma stehen dieselben Größen in den richtigen Einheiten. Welche Zahl gemeint ist, lässt sich von außen nicht entscheiden.
Wer wäscht die Daunenjacke später?
Der Hersteller selbst, wenn man will: Er betreibt nach eigener Darstellung eine Daunenwäscherei, nimmt dafür ausdrücklich nur eigene Daunenschlafsäcke und eigene Daunenjacken und -westen an und nennt zwei Festpreise, einen für Jacke und Weste und einen für Expeditionsjacke und Schlafsack. Damit ist bei den 33 Daunenteilen die Wiederaufarbeitung Teil des Angebots und nicht bloß ein Pflegehinweis auf dem Etikett. Wie eine Daunenwäsche grundsätzlich abläuft, steht unter Pflege.

