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Therm-a-Rest Schlafsack Beratung & Ratgeber

Markenlogo Therm-a-Rest

Bekannt ist die Marke für die Matte, nicht für den Sack, und das Zahlenverhältnis gibt dem recht: In der europäischen Fassung des Herstellershops stehen 20 Isomatten gegen 17 Schlafsäcke und Quilts (abgerufen am 8. Oktober 2026). Das Schlafsackprogramm ist das jüngere Geschäft und läuft unter eigenen Reihennamen: Parsec, Hyperion, Ohm, Questar, Boost 650, Polar Ranger, dazu die Quilts Corus, Vesper und Vela Double. Die Matten sind kein Thema dieser Seite; R-Wert, Bauart und Dicke behandeln die Isomatten und die Isomattentypen.

Zwei Dinge trennen das Programm von den Nachbarmarken. Erstens tragen alle 17 Schlafhüllen Daunenfüllung: Die Kunstfaser der Marke, EraLoft, zählt der eigene Filter auf genau vier Artikel — Decken und Ponchos, kein Schlafsack. Zweitens hängt das Angebot am Vertriebsgebiet: Dieselbe Rubrik zählt in der US-Fassung des Shops nur neun Modelle, weil Hyperion, Ohm, Questar und Vela Double dort fehlen.

17Schlafsäcke und Quilts in der europäischen Shopfassung, Herstellerzähler
9dieselbe Rubrik in der US-Fassung, Herstellerzähler
20 Isomattenim selben Shop, also mehr Matten als Säcke
440 bis 1.480 gGewichtsspanne in Größe Regular, Herstellerangabe

Die Baureihen

Der Modellname trägt die Grenztemperatur doppelt, in Fahrenheit und Celsius: „Parsec 20F/−6C“ heißt −6 °C Grenze, der Komfortwert liegt darüber. Die Tabellenwerte hat der Hersteller am 8. Oktober 2026 für die Größe Regular ausgewiesen.

ReiheModelleFüllungFormKomfort / GrenzeGewicht RegularPreisklasse
Boost 6502Entendaune, 650 Fill powerhalbrechteckig, per Zipper zur Mumie+5/0 und 0/−6 °C952 und 1.205 g€€
Corus2Entendaune, 650 Fill powerQuilt+5/0 und 0/−6 °C560 und 735 g€€
Questar3Entendaune, 650 Fill powerMumie, drei Längen+5/0, 0/−6, −10/−18 °C850, 990, 1.210 g€€
Vela Double2Entendaune, 650 Fill powerDoppelquilt+5/0 und 0/−6 °C (Empfehlung)990 und 1.270 g€€€
Vesper2Gänsedaune, 900 Fill powerQuilt+5/0 und 0/−6 °C440 und 550 g€€€
Parsec2Entendaune, 900 Fill powerMumie−1/−8 und −10/−18 °C820 und 1.100 g€€€
Hyperion2Gänsedaune, 900 Fill powerMumie, Kastenkammern+5/0 und 0/−6 °C460 und 580 g€€€
Ohm1Gänsedaune, 900 Fill powerMumie, rundum zu öffnen0/−6 °C640 g€€€
Polar Ranger1Entendaune, 800 Fill powerMumie−20/−30 °C1.480 g€€€

Kennwerte: „EN“ auf dem Etikett, und drei Modelle ohne Norm

Die Felder heißen EN Comfort, EN Limit und EN Extreme. Diese Bezeichnung gehört zur EN 13537, und die ist seit 2016 zurückgezogen; maßgeblich ist ISO 23537-1. Inhaltlich beansprucht der Hersteller die geltende Fassung: In den Produktfragen steht, die neue ISO-Fassung habe das vorige EN-System aktualisiert und man halte sich an den aktuellen Stand. Als Prüfort nennt er eine eigene Kältekammer am Standort; ein unabhängiges Prüfinstitut benennt er nicht.

Infografik
Outdoor Beratung und Ratgeber
Schlafsack-Norm

Die drei Temperaturen nach ISO 23537-1

Auf dem Etikett stehen drei Zahlen. Sie kommen aus einer einzigen Messung an einer beheizten Puppe — alles Weitere rechnet ein Modell. Was die Norm dazu festlegt und was nicht, steht hier.

T_comf Komforttemperatur

Untere Grenze des Komfortbereichs, bis zu der eine Person in entspannter Haltung — etwa auf dem Rücken liegend — im Wärmegleichgewicht bleibt und gerade anfängt zu frieren.

Der Wert, an dem sich ein Kauf ausrichten lässt.

T_lim Grenztemperatur

Untere Grenze, bei der eine Person in zusammengerollter Körperhaltung noch im Wärmegleichgewicht ist und gerade anfängt zu frieren.

Die Kauerstellung wird nicht gemessen, sondern gerechnet.

T_ext Extremtemperatur

Sehr niedrige Temperatur, bei der ein Gesundheitsschaden durch Unterkühlung möglich ist. Anmerkung der Norm: ein Gefahrenpunkt, der zum Tod führen kann.

Kein zugesichertes Überlebensfenster — ein Warnwert.

So entstehen die drei Zahlen

Gemessen wird
eine einzige Liegeposition: Puppe auf dem Rücken, Sack zu, Kapuze über dem Kopf
Prüfklima
(10 ± 5) °C in einer windstillen Kammer — nicht bei der ausgewiesenen Temperatur
Unterlage
Schaumstoffmatratze mit R_ct = (0,85 ± 0,06) m²·K/W, das sind rund R 4,8
Bekleidung der Puppe
zweiteiliger Anzug und kniehohe Socken — keine Mütze
Prüfungen
drei getrennte Läufe, gebildet wird das arithmetische Mittel
Nicht erfasst
Bewegung, Wetterwechsel, Aufwärmphase — bewertet wird nur der stationäre Zustand

Beispielwerte aus Tabelle 1 der ISO 23537-1:2022 für einen Schlafsack mit R_c(1) = 0,900 m²·K/W; die Bandbreiten sind maßstäblich. Die Tabelle endet bei T_lim = −19,5 °C — Schlafsäcke mit niedrigerer Grenztemperatur liegen außerhalb des Geltungsbereichs der Norm. Eine vierte Angabe, die obere Komfortgrenze T_max, steht nur in einem informativen Anhang und ist damit freiwillig.

Mit KI-Unterstützung erstellt Schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung.

Bei drei der 17 Modelle fehlt der Normbezug ganz. Das Datenblatt des Questar 0F/−18C und die der beiden Vela Double tragen statt der EN-Felder die Aufschrift „Recommended Temperature Comfort“ und „Recommended Temperature Limit“ — eine Empfehlung ohne Normbezug. Beim Questar fällt das auf: Die Geschwister 32F und 20F führen vollständige EN-Felder samt Extremwert, nur das kälteste Modell der Reihe nicht. Beim Doppelquilt ist es umgekehrt sinnvoll, denn für zwei Personen gilt das Prüfverfahren der Norm ohnehin nicht.

Der Extremwert ist die zweite Lücke. Er steht nur bei sechs Modellen: bei beiden Boost 650 (−23 und −15 °C), bei Questar 32F und 20F sowie bei beiden Hyperion. Parsec, Polar Ranger, Corus, Vesper, Ohm und Vela Double nennen keinen. Für die Auswahl ist das kein Verlust, denn ein Extremwert ist eine Überlebensgrenze und kein Einsatzbereich; welche der drei Zahlen zählt, ordnet der Ratgeber Kriterien bei der Schlafsackauswahl ein.

Die Daune ist in drei Stufen ausgewiesen, das Verhältnis in keiner. Auf den Datenblättern stehen 650, 800 und 900 Fill power — das US-Maß für die Bauschkraft, ohne genannte Prüfnorm. Auf keinem der 17 Datenblätter steht dagegen das Daunen-Blend-Verhältnis: kein 90/10, kein 80/20, kein Federanteil. Belegt sind Enten- oder Gänsedaune, die Zertifizierung nach dem Responsible Down Standard — siehe RDS / Traceable Down — und eine wasserabweisende Füllungsausrüstung, deren Grenzen unter Hydrophobe Daune stehen.

Füllgewicht steht überall, und einmal widersprüchlich. Die Spanne reicht von 240 g beim Vesper 32F bis 965 g beim Polar Ranger, jeweils in Größe Regular. Beim Corus 32F passen die Zahlen nicht zusammen: Regular und Long tragen dieselbe Unzenangabe von 12 oz, in Gramm aber einmal 560 und einmal 340 — und 340 g ist der Wert, der zu 12 oz gehört. Welche Zahl für Regular gilt, entscheidet das Datenblatt nicht; wer das Füllgewicht zum Vergleichen braucht, fragt nach.

Technologien: wo der Mattenhersteller durchschlägt

SynergyLink heißen die Gurte, die den Schlafsack auf der Matte halten — das Bindeglied zwischen den beiden Geschäften der Marke, auf den Datenblättern von Questar, Hyperion und Ohm als abnehmbares Zubehör geführt. Dazu gehört eine leicht zu übersehende Einschränkung: Der Hersteller gibt an, die Gurte funktionierten am besten mit Matten von höchstens 3 Zoll, also 7,6 cm, Dicke im aufgeblasenen Zustand. Genau auf dieser Grenze liegen NeoAir XLite NXT und XTherm NXT; die NeoLoft mit 11,7 cm liegt darüber. Die dickste Matte des Hauses passt also nicht zum Verbindungssystem des eigenen Schlafsacks.

WarmZip sitzt nur am Boost 650: ein Reißverschluss, der mittig vom Fußende zur Brust läuft und den halbrechteckigen Sack zur Mumie zusammenzieht. Der Hersteller nennt bis zu 10 °F oder 6 °C Wärmegewinn und sagt im selben Atemzug, dass daraus kein Normwert abzuleiten sei: Die EN-Werte gelten für die offene Form. Eine Selbstbeschränkung, die eine Zahl entwertet, mit der sich werben ließe.

Zoned Insulation heißt die ungleiche Füllungsverteilung, am Hyperion mit 70 Prozent oben und an den Seiten gegen 30 Prozent am Rücken beziffert. Das ist der Grund, warum diese Säcke zwingend auf eine Matte gehören: Unter dem Rücken liegt bewusst weniger Füllung, und was dort an Kältebrücke entsteht, muss die Unterlage auffangen. Für die Matten nennt der Hersteller R-Werte von 4,5 (XLite NXT), 4,7 (NeoLoft) und 7,3 (XTherm NXT) und dazu ausdrücklich das Prüfverfahren ASTM F3340; ein R-Wert ist dabei kein Temperaturrating, sondern ein Wärmedurchgangswiderstand.

Zwei Generationen Daunenausrüstung. Questar, Hyperion, Ohm und Vela Double führen die wasserabweisende Ausrüstung unter einem Handelsnamen im Feld „Fill material“; Parsec, Corus, Vesper, Boost 650 und Polar Ranger nennen stattdessen „PFAS-free hydrophobic down“ ohne Handelsnamen. Der Unterschied liegt in der Chemie, nicht in der Funktion — den Rahmen dazu setzt PFAS in Outdoorausrüstung. Dieselbe Zweiteilung trägt der Oberstoff: 10 bis 20 Denier Polyamid bei den leichten Reihen, 20 Denier Polyester bei Questar und Vela Double.

Preisniveau

€€€. Ein Einstiegssegment gibt es nicht: Das günstigste Modell, der Boost 650 in der 32F-Fassung, liegt dort, wo bei anderen Marken das Daunenprogramm erst beginnt, und darunter führt die Marke nur Decken und Ponchos. Nach oben reicht die Spanne bis zum Polar Ranger, der mehr als das Dreifache des Boost kostet. Die 650er-Reihen Boost, Corus und Questar bilden die Klasse €€, die 900er-Reihen samt Polar Ranger und Vela Double die Klasse €€€. Dass die Kunstfaser fehlt, ist damit auch ein Preisbefund.

Für wen — und für wen nicht

Richtig liegt hier, wer Sack und Matte beim selben Hersteller kaufen will: Die Gurtbefestigung ist auf das eigene Mattenprogramm abgestimmt, und die Füllungsverteilung der leichten Reihen setzt eine Matte voraus. Passend auch für Quiltkäufer — Corus, Vesper und Vela Double sind drei Reihen der Bauform Quilt, eine davon für zwei Personen. Und passend für den Winterfall: Der Polar Ranger ist mit −20 °C Komfort- und −30 °C Grenztemperatur ausgewiesen.

Nicht passend ist sie, wenn ein Kunstfaserschlafsack gesucht wird — die Marke führt keinen, und wer bei Nässe nicht auf Daune setzen will, ist bei Carinthia besser beraten. Nicht passend, wenn zwei Daunensäcke über den Federanteil verglichen werden sollen: Das Verhältnis fehlt auf allen 17 Datenblättern. Nicht passend für Kinder — im Programm steht kein Kinderschlafsack, nur ein Poncho in Kindergröße. Und nicht passend, wenn die Verfügbarkeit vorab geklärt sein soll: Welche Reihe im Regal steht, hängt an der Länderfassung des Shops.

Alternativen

  • Sea to Summit — wenn Quilt und Schlafsack in einer Reihe nebeneinander stehen sollen.
  • Valandre — wenn Bauschkraft und Federanteil beide ausgewiesen sein sollen.
  • Grüezi Bag — wenn die Füllung einen Wollanteil tragen soll; hier werden Daune und Kunstfaser nie gemischt.
  • Vaude — wenn ein Kinderschlafsack dazugehört.
  • Ajungilak — wenn dieselbe Temperaturklasse als Daunen- und als Kunstfaserfassung zur Wahl stehen soll.

Häufige Fragen zu Therm-a-Rest-Schlafsäcken

Gibt es den Regulus noch?

Nein. Der Name Regulus +4C kommt im heutigen Programm nicht mehr vor: Die Suche des Herstellers liefert darauf in der europäischen und in der US-Fassung des Shops je null Treffer (abgerufen am 8. Oktober 2026). Die Rubrik, in der er stand, heißt heute Decken und Ponchos und zählt fünf Artikel — drei Honcho Poncho, davon zwei mit Kunstfaser- und einer mit Daunenfüllung, dazu die Decken Stellar und Argo.

Warum steht auf den Datenblättern „EN“ und nicht ISO?

Weil der Hersteller seine Felder so beschriftet. Die Bezeichnung EN gehört zur zurückgezogenen EN 13537; geltend ist ISO 23537-1. In seinen Produktfragen schreibt der Hersteller, man halte sich an den aktuellen Stand der Norm und prüfe in einer eigenen Kältekammer. Für den Vergleich innerhalb des Programms sind die Werte damit untereinander brauchbar, gegenüber einem von dritter Seite geprüften Sack nur mit diesem Vorbehalt.

Welches Modell ist das leichteste?

Kein Schlafsack, sondern ein Quilt: der Vesper 32F/0C mit 440 g in Größe Regular, bei +5 °C Komfort- und 0 °C Grenztemperatur. Unter den geschlossenen Säcken ist es der Hyperion 32F mit 460 g. Beide Werte gelten ohne den mitgelieferten Pack- und Lagerungssack.

Brauchen diese Schlafsäcke eine bestimmte Isomatte?

Eine ausreichend dämmende auf jeden Fall, weil die Füllung bei den leichten Reihen bewusst ungleich verteilt ist. Für die Gurtverbindung nennt der Hersteller zusätzlich höchstens 7,6 cm Mattendicke im aufgeblasenen Zustand — die eigene NeoLoft mit 11,7 cm liegt darüber. Waschen und Lagern behandelt die Pflege des Schlafsackes.

Was unterscheidet Corus und Vesper?

Daunenstufe und Gewicht. Beide sind Quilts in zwei Temperaturklassen mit gleichen Komfort- und Grenzwerten; der Corus trägt 650er-Entendaune und wiegt 560 beziehungsweise 735 g, der Vesper 900er-Gänsedaune und wiegt 440 beziehungsweise 550 g. Der Vesper liegt dafür eine Preisklasse höher und hat mit 10 Denier den dünnsten Oberstoff im Programm.

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