Peak Performance Bekleidung & Jacken Beratung
Das Programm dieser Marke ist in drei Welten geteilt, und der Hersteller sortiert selbst so: Skibekleidung, Wanderbekleidung, Golfbekleidung. Gezählt im Herstellershop (abgerufen am 8. Oktober 2026) stehen dort 49 Artikel für Herren und 53 für Damen in der Skiwelt, 105 und 104 in der Wanderwelt, je 10 in der Golfwelt. Die Wanderwelt ist also die größere — die Skiwelt ist die technisch dichtere, und sie trägt die Teile, an denen man die Marke erkennt: Helmkapuze, abnehmbarer Schneefang, Skipasstasche, RECCO-Reflektor.
Interessant ist, wo die beiden Welten sich berühren. Dasselbe dreilagige GORE-TEX-Material sitzt in der Skilinie Alpine und in der Wanderlinie Treeline; die Linien Alpine und Vislight führt der Hersteller unter Ski, obwohl sie leichter und bergsteigernäher geschnitten sind als die Freeride-Teile. Vor allem aber ist diese Marke im Bekleidungssilo die Ausnahme, die auf jedem Shell-Datenblatt eine Wassersäule und eine Zahl zur Atmungsaktivität nennt — und welche Größe diese zweite Zahl hat, hängt davon ab, wessen Membran verbaut ist.
Die Linien und ihre Kennwerte
Alle Werte aus den Datenblättern des Herstellers, abgerufen am 8. Oktober 2026, Herrenmodelle. Das Gewicht steht dort in Kilogramm, eine Konfektionsgröße nennt der Hersteller dazu nicht.
| Linie | Welt | Material | Wassersäule | Atmungsaktivität | Gewicht | Preis |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Vertical | Ski, Freeride | GORE-TEX Pro ePE, 40 Denier, 3-lagig | 28.000 mm | RET unter 17,5 | 0,73 kg | €€€ |
| Alpine | Ski, leicht | GORE-TEX C-Knit, 3-lagig | 28.000 mm | RET unter 13 | 0,66 kg | €€€ |
| Vislight | Ski, schnell | GORE-TEX C-Knit, 70 Denier, 3-lagig | 28.000 mm | RET unter 13 | 0,55 kg | €€€ |
| Gravity | Ski, Freeride | GORE-TEX ePE, 70 Denier, 3-lagig | 28.000 mm | RET unter 20 | 0,68 kg | €€€ |
| Treeline | Wandern | GORE-TEX ePE, 3-lagig | 28.000 mm | RET unter 20 | 0,48 kg | €€ |
| Vertec | Ski | HIPE, 70 Denier, 3-lagig | 20.000 mm | 20.000 g/m²/24 h | 0,67 kg | €€€ |
| Edge | Ski | HIPE, 70 Denier, 3-lagig | 20.000 mm | 20.000 g/m²/24 h | 0,69 kg | €€ |
| Trail | Wandern | HIPE, 3-lagig oder 2,5-lagig | 20.000 oder 10.000 mm | wie die Wassersäule | 0,32 bis 0,39 kg | €€ |
| Maroon | Ski, Piste | HIPE, 75 Denier, 2-lagig gefüttert | 10.000 mm | 10.000 g/m²/24 h | 1,12 kg | €€ |
| Rider Tech | Ski, Piste | HIPE, 2-lagig gefüttert | 10.000 mm | 10.000 g/m²/24 h | 1,10 kg | €€ |
| Whitelight APX | Ski, Piste | HIPE 4-Wege-Stretch, 70 Denier, 2-lagig | 10.000 mm | 10.000 g/m²/24 h | 0,90 kg | €€€ |
| Helium | Isolation | Daunenfüllung, kein Shell | keine Angabe | keine Angabe | 0,34 kg | €€ |
| Frost | Ski, Isolation | Daunenfüllung mit Außenstoff | keine Angabe | 10.000 g/m²/24 h | 1,18 kg | €€€ |
Zwei Membranen, zwei Maßstäbe
Aus der Tabelle folgt der wichtigste Satz über diese Marke: Die Zahl zur Atmungsaktivität wechselt mit der Membran die Größe. Bei den GORE-TEX-Teilen steht ein RET-Wert — ein Widerstand, bei dem kleiner besser ist. Bei den HIPE-Teilen steht stattdessen ein Dampfdurchsatz in Gramm je Quadratmeter und Tag, bei dem größer besser ist. Zwei Modelle nebeneinander zu stellen heißt also, zwei verschiedene Messgrößen zu vergleichen, und das geht nicht. Was die beiden Größen festlegen und was ausdrücklich nicht, trennt die Seite Wassersäule und Atmungsaktivität.

RET: welche Zahlen in einer Norm stehen — und welche nicht
RET misst den Widerstand gegen Wasserdampf: je niedriger, desto weniger staut sich. Gemessen wird nach ISO 11092 — bewertet wird dort nicht. Beide Skalen unten beanspruchen dieselbe Größe.
Normativ EN 343:2019, Schutzkleidung gegen Regen
Branchenkonvention in keiner Norm auffindbar
„The test conditions used in this International Standard are not intended to represent specific comfort situations, and performance specifications in relation to physiological comfort are not stated."
ISO 11092:2014, Abschnitt 1 „Scope", letzter Absatz
RET ist ein Widerstand
Wasserdampf-Druckunterschied geteilt durch den Verdunstungs-Wärmestrom. Eine kleinere Zahl heißt: weniger Widerstand, mehr Durchlass.
Gemessen wird an einer heißen Platte
Das „Hautmodell" hält 35 °C und verdunstet Wasser durch eine Membran. Gemessen wird die Heizleistung — kein flüssiges Wasser berührt den Stoff.
Nur der stationäre Zustand
Die Norm beschreibt ausdrücklich Gleichgewichtsbedingungen. Schwitzen am Anstieg, Windböen und Kleidungswechsel bildet sie nicht ab.
RET und g/m²/24 h sind nicht umrechenbar
MVTR kommt aus dem Becherverfahren. Am selben Stoff liefern fünf Verfahren systematisch verschiedene Zahlen — die Rangfolge ist belegt.
Klassengrenzen nach EN 343:2019; die Ret-Werte dieser Fassung sind über mehrere übereinstimmende Fachquellen belegt, der Normtext selbst lag nur als Entwurf von 2017 vor (dort 40 / 20 / 10). Die untere Skala steht weder in ISO 11092 noch in einer Hohenstein-Veröffentlichung; sie wird hier gezeigt, weil sie im Handel verbreitet ist — nicht, weil sie eine Grundlage hätte.

Eine Prüfnorm nennt der Hersteller nirgends. Weder im Spezifikationsfeld noch im Materialratgeber, der mit RECCO, Polartec, HIPE, GORE-TEX, Daune und Pertex sechs Einträge führt, steht eine Norm. Bei der Dampfdurchsatzzahl ist das entscheidend, denn die gebräuchlichen Aufbauten liefern für denselben Stoff unterschiedliche Werte. Beim MVTR-Wert bleibt also nur die Rangfolge innerhalb des eigenen Programms.
Die Einheit steht uneinheitlich da. RET wird in Quadratmeter mal Pascal je Watt gemessen. Die Datenblätter schreiben „RET < 20 m2“ und „RET < 17,5 m2“, bei den C-Knit-Modellen dagegen „RET <13m3“. Eine Kubikmeterangabe gibt es für diese Größe nicht; es ist ein Tippfehler im Datenfeld, der auf drei Modellseiten gleichlautend steht.
Und ein Widerspruch innerhalb derselben Materialfamilie. Von vier nachgesehenen dreilagigen HIPE-Jacken nennen Vertec, Edge und Trail 20.000 mm, die Maroon-Jacke dagegen 10.000 mm — bei gleicher Lagenzahl und gleichem Membrannamen. Das Technologiefeld der Maroon führt zusätzlich „HIPE 2-Wege-Stretch“ wie die zweilagigen Teile. Wir wählen hier nicht aus: Beide Werte sind Herstellerangaben, und wer eine dreilagige HIPE-Jacke kauft, sollte das Feld am konkreten Modell lesen und nicht von der Lagenzahl auf die Wassersäule schließen.
Gewicht ohne Bezugsgröße. Die Datenblätter nennen ein Gewicht in Kilogramm, aber keine Größe, in der gewogen wurde. Die Spanne reicht von 0,323 Kilogramm bei der leichtesten Wanderjacke bis 1,18 Kilogramm bei der Daunenskijacke; der Abstand zwischen einer dreilagigen Shelljacke und einer gefütterten Pistenjacke beträgt gut 400 Gramm. Für den Vergleich zweier Modelle dieser Marke reicht das, für den Vergleich mit einer Marke, die in Größe M wiegt, nicht.
Technologien und was sie technisch sind
HIPE. Die hauseigene Membran, nach der Materialangabe eine Schicht aus thermoplastischem Polyurethan — also eine dichte Quellmembran, keine mikroporöse. Sie kommt zwei-, zweieinhalb- und dreilagig vor, mit 2-Wege- und 4-Wege-Stretch, und in den Materialzeilen taucht sie als Zahlenpaar auf: „HIPE, 10K/10K“ beziehungsweise „HIPE, 20K/20K“. Nahtabdichtung schreibt der Hersteller für alle HIPE-Produkte zu.
GORE-TEX in drei Ausführungen. GORE-TEX Pro in der ePE-Fassung trägt die Freeride-Spitze, GORE-TEX C-knit die leichten Ski- und Bergteile, einfaches GORE-TEX ePE die Wanderlinie. Die 16 Produktnamen mit HIPE stehen 37 mit einem GORE-TEX-Namen gegenüber; von den acht Herren-Hardshelljacken der Skiwelt tragen drei einen GORE-TEX-Namen, fünf nicht.
Solarcore. Eine Aerogel-Einlage, die der Hersteller in der Whitelight-APX-Jacke mit 2 Millimetern an Schultern und Ellenbogen angibt — zusätzlich zur Flächenwattierung von 60 g/m². Es ist der einzige Punkt im Programm, an dem die Isolation nicht über Vliesdicke, sondern über ein Dämmmaterial läuft.
Füllmengen je Zone. Bei den gefütterten Skijacken nennt der Hersteller die Wattierung getrennt nach Stellen: in der Maroon 80 g/m² in Fläche und Ärmeln und 60 g/m² in der Kapuze, in der Whitelight durchgehend 60 g/m². Das ist eine ungewöhnlich konkrete Angabe für eine Winterjacke und erlaubt es, zwei Modelle der Marke ohne Anprobe einzuordnen.
RECCO. Ein passiver Reflektor in den Skiteilen, kein Sender. Der Hersteller schreibt selbst dazu, dass er ein Lawinenverschüttetensuchgerät nicht ersetzt, sondern nur der Bergrettung antwortet.
Zwischen- und Basisschichten. Die Mittellagen laufen über zugekauftes Polartec® — Power Grid in der Trail-Linie, Alpha in der Freelight-Linie, das zur Aktivisolation gehört. Die Basisschicht heißt Magic und ist eine Wollmischung; sie ist damit die einzige Lage, in der die Marke nicht auf Kunstfaser setzt.
PFAS. Die Datenblätter führen die Shells als „ohne PFAS-Zusatz hergestellt“. Die Begründungsseite dazu kündigt die vollständige Umstellung „spätestens ab Ende 2025“ an und stand am 8. Oktober 2026 noch im Futur, obwohl die genannte Frist verstrichen ist. Was gesetzlich gilt und was Selbstauskunft ist, trennt die Seite PFAS in Outdoorausrüstung.
Preisniveau
€€€. Die Shelljacken tragen die Einordnung: Zwischen der teuersten GORE-TEX-Pro-Jacke der Skiwelt und der günstigsten zweieinhalblagigen Wanderjacke liegt mehr als der Faktor drei, und die Spitze liegt im oberen Drittel ihrer Klasse. Nach unten öffnet sich das Programm bei den Trail- und Treeline-Teilen der Wanderwelt und bei den Oberteilen — dort ist die Marke eine Klasse günstiger als bei Ski. Wer über eine Treeline-Jacke einsteigt, kauft nicht im selben Band wie bei einer Vertical.
Für wen – und für wen nicht
Passend ist diese Marke, wenn Pistenskifahren und Wandern aus einem Programm kommen sollen und beim Kauf Zahlen auf dem Tisch liegen sollen: Wassersäule und eine Durchlasszahl stehen bei jedem Shell, Füllmengen je Zone bei den gefütterten Skijacken. Passend auch für Pistentage mit langen Standzeiten — die zweilagigen HIPE-Jacken mit 80er-Wattierung sind dafür gebaut und bei etwas über einem Kilogramm entsprechend schwer.
Nicht passend ist sie, wenn über den RET-Wert verglichen werden soll: Er steht nur bei den GORE-TEX-Teilen, und gerade die teuerste Jacke des Programms nennt mit „unter 17,5“ einen schlechteren Wert als die günstigeren C-Knit-Modelle mit „unter 13“ — die Preisfolge und die Atmungsaktivitätsfolge zeigen hier in verschiedene Richtungen. Nicht passend auch für Hochtouren und Expeditionen: Das Programm hat keine Daunenjacke mit ausgewiesener Bauschkraft und keine Linie oberhalb des Freeride-Anspruchs. Und nicht, wenn das Gewicht entscheidet, solange die Bezugsgröße fehlt.
Alternativen
- Millet – derselbe Aufbau aus Zukauflaminat und Hausmembran, aber mit Bergsteiger- und Expeditionslinien darüber.
- Vaude – wenn die Wassersäule mit genanntem Prüfverfahren wichtiger ist als eine Zahl zur Atmungsaktivität.
- Dynafit – die engere Wahl, wenn ausschließlich Skitour und Aufstiegstempo gemeint sind.
- Norrøna – wenn das Sortiment nach Einsatzgebiet geordnet sein soll statt nach Ski, Wandern und Golf.
- Mountain Equipment – für Daunenteile mit ausgewiesener Bauschkraft und Füllgewicht.
Häufige Fragen zu Peak-Performance-Bekleidung
Was ist HIPE und wie gut ist es?
Die hauseigene Membran aus thermoplastischem Polyurethan. Nach Herstellerangabe hält sie 10.000 Millimeter in der zwei- und zweieinhalblagigen Ausführung und 20.000 Millimeter dreilagig. Ein RET-Wert, mit dem sie sich gegen GORE-TEX stellen ließe, liegt nicht vor — die Gegenüberstellung bleibt deshalb offen, auch wenn der Preisabstand eine Rangfolge nahelegt.
Welche Jacke für Pistenskifahren, welche für Freeride?
Für die Piste die gefütterten zweilagigen Teile Maroon, Rider Tech und Whitelight mit 10.000 Millimetern, Zonenwattierung und Gewichten um ein Kilogramm. Für Freeride die dreilagigen Shells Vertical und Gravity mit 28.000 Millimetern, die ohne Futter kommen und eine eigene Isolationsschicht darunter brauchen — Aufbau und Logik erklärt der Ratgeber zur Hardshelljacke.
Warum hat die teuerste Jacke den schlechteren RET-Wert?
Weil GORE-TEX Pro auf Haltbarkeit gebaut ist, nicht auf den niedrigsten Dampfwiderstand: Die Vertical nennt „unter 17,5“, die leichteren C-Knit-Modelle Alpine und Vislight „unter 13“. Wer den Dampf priorisiert, greift also nicht zum Spitzenmodell. Dass der Hersteller beide Werte überhaupt veröffentlicht, ist in diesem Silo die Ausnahme.
Gibt es noch die Dermizax-Membran aus älteren Listen?
In keinem der 711 Produktnamen des deutschen Verzeichnisses kommt sie am 8. Oktober 2026 vor, und der Materialratgeber führt sie nicht unter seinen sechs Einträgen. Die Wetterschutzmaterialien der Marke sind heute HIPE und GORE-TEX.
Wofür steht die Golfwelt im Programm?
Sie ist die kleinste der drei: je 10 Artikel für Damen und Herren, gegen 105 in der Wanderwelt. Für Outdoortouren ist sie ohne Belang; wer die Marke wegen der Skiteile kennt, trifft sie dort nur als Nachbarrubrik im Menü.
Wie pflege ich eine HIPE- oder GORE-TEX-Jacke dieser Marke?
Der Hersteller gibt für die Shells Maschinenwäsche bei 40 Grad an, dazu Trocknen oder Bügeln auf niedriger Stufe, um die wasserabweisende Oberfläche zu reaktivieren, und ausdrücklich keinen Weichspüler. Die allgemeinen Regeln und die typischen Fehler stehen im Ratgeber zur Pflege.

