Jack Wolfskin Bekleidung & Jacken Beratung
Bekleidung ist bei dieser Marke die größte Warengruppe, und zwar mit Abstand. Die Sammlung „Outdoor-Bekleidung" des Herstellershops (abgerufen am 7. Oktober 2026) führt 1.545 Einträge; nachgezählt über alle 65 Listenseiten sind das 600 Artikelnummern unter 589 Namen, der Rest sind Farbvarianten. Nach der Warengruppe jedes Eintrags verteilen sie sich auf 254 Jacken, 151 Oberteile, 98 Hosen, 74 Accessoires und acht Kleider und Röcke, und jede Gruppe gibt es in Damen-, Herren- und Kinderschnitten.
Der eigentliche Unterschied zu den Zelten derselben Marke ist aber nicht die Breite, sondern die Datenlage. Bei Jack-Wolfskin-Zelten steht zu keinem Modell eine Wassersäule; bei der Bekleidung nennt der Hersteller sie, dazu eine Atmungsaktivität, und beides mit Prüfverfahren. Der Preis dafür ist eine Vereinfachung: Es sind nicht viele Zahlen, sondern genau zwei Werteklassen, an denen das halbe Jackenprogramm hängt.
Die Warengruppen und was die Marke darin führt
Baureihennamen tragen bei dieser Marke nur die Spitzenmodelle; geordnet ist das Programm nach Warengruppen. Die folgenden Modellzahlen sind Artikelnummern ohne Farbvarianten, gezählt am 7. Oktober 2026 an der Warengruppe jedes Eintrags.
| Warengruppe | Modelle | Was darin steckt | Für wen | Preisklasse |
|---|---|---|---|---|
| Wasserdichte Jacken | 48 | Membran Texapore, zwei- und dreilagig | Regen und Wind als Hauptzweck | €€ bis €€€ |
| Midlayer und Fleecejacken | 48 | Fleece, teils als Texashield Pro Fleece | Zwischenschicht | € bis €€ |
| 3-in-1-Jacken | 35 | Außenjacke mit herausnehmbarer Innenjacke | Winter und Reise mit einem Stück | €€ bis €€€ |
| Isolationsjacken | 28 | Kunstfaserfüllung, Texatherm Fibercloud oder PrimaLoft Evolve | Kälte in Bewegung | €€ |
| Daunenjacken | 22 | Daune mit RDS-Nachweis, Oberstoff teils Pertex Quantum | Standkälte, Winter | €€ bis €€€ |
| Westen | 21 | Isolation ohne Ärmel | Rumpfwärme bei freier Armbewegung | € bis €€ |
| Softshelljacken | 13 | elastisches Gewebe, windabweisend | Anstieg bei trockenem Wetter | €€ |
| Übergangsjacken | 12 | leichte Jacken ohne Winterfüllung | Frühjahr und Herbst | €€ |
| Winterjacken, Mäntel und Parkas | 20 | lange Schnitte, dicke Füllung | Stadt und Alltag im Winter | €€ bis €€€ |
| Skijacken | 6 | Pistenschnitt mit Schneefang | Abfahrt | €€€ |
| Wanderhosen | 36 | Gewebehosen, teils mit Zip-Bein | Tages- und Mehrtagestouren | € bis €€ |
| Wasserdichte Hosen | 3 | Membranhosen | Dauerregen | €€ |
| T-Shirts und Longsleeves | 64 | Funktionsjersey, meist Texadri | Haut- und Sommerschicht | € |
| Funktionsunterwäsche | 6 | Baselayer, teils aus Octa-Material | Kälte unter allem anderen | € bis €€ |
Die Tabelle zeigt die Schieflage des Programms deutlicher als jeder Werbesatz: 48 wasserdichten Jacken stehen drei wasserdichte Hosen gegenüber. Wer eine Garnitur sucht, findet hier die Hardshelljacke leicht und die passende Hardshellhose kaum. Auch die Warengruppe ist an den Rändern unzuverlässig: Die Expeditionshose aus dreilagigem Material steht unter „Wanderhosen", die Daunenhose derselben Reihe unter „Daunenjacken".
Kennwerte der Gattung, auf Jack Wolfskin bezogen
Wassersäule. Neun archivierte deutsche Produktseiten von Jacken (abgerufen am 7. Oktober 2026; die laufenden Seiten antworten mit Fehler 429) nennen nur zwei Werte: 10.000 mm oder 20.000 mm. Dazu nennt der Hersteller sein Prüfverfahren, und das ist bemerkenswert: JIS L 1092, nicht die im Lexikon beschriebene ISO 811. Wer zwei Marken vergleicht, vergleicht hier also zwei Prüfvorschriften — was eine Millimeterzahl überhaupt aussagt, steht bei der Wassersäule, die Normenlage bei Wassersäule und Atmungsaktivität.
Atmungsaktivität. Ebenfalls zwei Werte, und sie sind fest an die Wassersäule gekoppelt: 20.000 mm stehen immer neben 15.000 g/m²/24 h, 10.000 mm immer neben 6.000 g/m²/24 h. Das Verfahren steht dabei: JIS L 1099, Prüfung B-1. Das ist eine Angabe und keine nackte Zahl — warum das den Unterschied macht, erklärt JIS L 1099, Verfahren A1 und B1, und wie die Größe selbst zu lesen ist, der MVTR-Wert. Einen RET-Wert nach ISO 11092 veröffentlicht der Hersteller zu keinem Modell; wer nach dieser Größe vergleichen will, bekommt von dieser Marke keine Zahl.

Membranaufbau im Schnitt: 2, 2,5 und 3 Lagen
Alle drei Bauweisen halten mit derselben Membran dicht. Unterschiedlich ist nur, was die Membran auf der Innenseite schützt — und daran hängen Gewicht, Haltbarkeit und Tragegefühl.
2 Lagen
Membran am Oberstoff, Futter lose
- Oberstoff mit Imprägnierung
- Membran aufkaschiert
- Innenfutter separat eingenäht, hängt lose
- Dafür
- Futter frei wählbar, auch mit Isolierung kombinierbar
- Dagegen
- Das lose Futter scheuert an der Membran
- Typisch für
- Alltag, Reise, Jacken mit Wattierung
2,5 Lagen
Schutzdruck statt Futter
- Oberstoff mit Imprägnierung
- Membran aufkaschiert
- Schutzdruck Raster oder Punkte, keine volle Lage
- Dafür
- Leichteste und kleinste der drei Bauweisen
- Dagegen
- Klebt bei Schweiß auf der Haut, empfindlichste Innenseite
- Typisch für
- Notfalljacke im Rucksack, Laufen, Radfahren
3 Lagen
Alle drei Lagen fest verbunden
- Oberstoff mit Imprägnierung
- Membran einlaminiert
- Trikotfutter fest verbunden
- Dafür
- Keine Reibung zwischen den Lagen, deshalb langlebig
- Dagegen
- Steifer und schwerer, teuerste Bauweise
- Typisch für
- Bergsport, Trekking, dauerhafte Belastung
Die Lagenzahl sagt nichts über die Wassersäule aus — sie beschreibt nur, wie die Membran verbaut ist. Neben diesen drei gibt es die Z-Liner-Bauweise, bei der die Membran frei zwischen Oberstoff und Futter hängt.

Flächengewicht. Nicht veröffentlicht. Statt der Grammatur in g/m² nennt der Hersteller das Gewicht des fertigen Kleidungsstücks in Kilogramm — in den gemessenen Datenblättern zwischen 0,42 kg für eine zweilagige Damenjacke und 1,4 kg für einen wattierten Herrenparka. Welche Konfektionsgröße gewogen wurde, steht nirgends, und damit ist der Wert nur innerhalb derselben Größenreihe brauchbar. Die vergleichbare Größe wäre das Flächengewicht (g/m²).
Lagenaufbau. Er steht im Modellnamen, nicht im Datenblatt: „2L" für zwei Lagen, „3L" für drei, „3IN1" für das Doppeljackensystem. Zweilagig überwiegt deutlich; dreilagig sind vor allem die teuersten Jacken. Was die Zahl beschreibt und was sie nicht verspricht, steht beim Lagenaufbau.
Materialzusammensetzung. Hier ist der Hersteller auskunftsfreudig: Er listet sie lagenweise auf, einschließlich der Membran. In acht der neun gemessenen Jackendatenblätter besteht jede Lage aus Polyester, überwiegend aus recyceltem — auch die Membran selbst. Nur ein wattierter Winterparka trägt einen Oberstoff aus Polyamid. Was „recyceltes Polyester" bedeutet und was es nicht bedeutet, steht bei rPET (Recycling-Polyester).
Und eine Warnung zum Datenfeld. Der Hersteller gibt zu den meisten Jacken eine Rückenlänge in Zentimetern an, und die Werte liegen plausibel zwischen 45 cm bei einer Kinderjacke und 90 cm bei einem Damenmantel. Eine leichte Herrenjacke der gemessenen Reihe steht dort aber mit 148 cm, während drei vergleichbare Herrenmodelle zwischen 76 und 78 cm liegen. Das Feld ist also kein Maß, auf das man eine Kaufentscheidung stützt.
Technologien und was sie technisch sind
Texapore. Die hauseigene Membran, und der einzige Name, an dem die Werteklasse hängt. Texapore Core führt zur niedrigeren Klasse, Texapore Pro und Texapore Ecosphere Pro zur höheren; „Ecosphere" bezeichnet dabei die recycelte Ausführung, nicht eine dritte Leistungsstufe. Die weiteren Zusätze führen in die Irre: Core Soft, Core Soft Taslan, Core Oxford und Ecosphere Pro Stretch beschreiben den Oberstoff, nicht die Membran — ein Namenszusatz ist hier keine Klasse. Und in Schuhbezeichnungen meinen Texapore Low, Mid und High die Schafthöhe, nicht das Material.
Texashield. Der zweite Name, und der wichtigere beim Vergleichen: Texashield und Texashield Pro sind winddicht und wasserabweisend, aber nicht wasserdicht. Zu Jacken mit diesem Material nennt der Hersteller konsequenterweise keine Wassersäule. Wer den Namen für eine Variante von Texapore hält, kauft eine Isolationsjacke als Regenjacke — die Trennung erklärt der Vergleich von Hardshell und Softshell.
Texatherm Fibercloud und Texadri. Fibercloud ist die eigene Kunstfaserfüllung, die der Hersteller ausdrücklich als Daunenersatz beschreibt; Texadri ist das feuchtigkeitsleitende Jersey der Shirts und leichten Hosen. Beides sind Spezifikationen, hinter denen kein eigener Faserhersteller steht — anders als bei den zugekauften Materialien der Spitzenreihe: Pertex Shield Air und Pertex Quantum als Gewebe, PrimaLoft Evolve als Füllung, Octa als Fleeceersatz.
Daune. Für seine Daunenjacken nennt der Hersteller eine Fill-Power-Zahl seines Zulieferers, aber kein Messverfahren dazu. Damit ist sie nicht vergleichbar: Es gibt zwei Verfahren, und ein Umrechnungsfaktor zwischen ihnen wird hier bewusst nicht genannt — warum, steht bei der Bauschkraft. Ausgewiesen ist dagegen die Herkunft: Zahlreiche Modelle tragen den Zusatz RDS im Namen, was der RDS / Traceable Down erklärt.
Imprägnierung. Die Marke betreibt für Funktionsbekleidung einen eigenen Wasch- und Imprägnierdienst (abgerufen am 7. Oktober 2026) und gibt dort an, die Neuimprägnierung erfolge zu 100 Prozent ohne Fluorchemie. Als Waschintervall nennt sie bei normaler Nutzung drei bis vier Monate. Was dabei erneuert wird, ist die DWR auf dem Oberstoff und nicht die Membran; welche Rechtslage hinter dem Verzicht steht, steht bei PFAS in Outdoorausrüstung.
Preisniveau
€€. Die Bekleidung liegt im mittleren Band und deckt es breit ab: Funktionsshirts und Kindermodelle eröffnen die Liste, die wasserdichten Jacken bilden den Kern, und die 3-in-1-Jacken liegen darüber, weil zwei Jacken bezahlt werden. Nach oben läuft nur eine schmale Spitze aus — die Expeditionsreihe mit zugekauften Geweben und Daunen, deren teuerste Jacke ein Mehrfaches der mittleren wasserdichten Jacke verlangt. Eine Zahl aus dem Shop taugt dabei wenig als Anker: Die Marke rabattiert saisonal und tief, und an unserem Abruftag lief eine Aktion über das halbe Sortiment.
Für wen — und für wen nicht
Passend ist diese Marke, wenn ein komplettes Zwiebelschalenprinzip aus einer Hand kommen soll: Baselayer, Fleece, Isolationsjacke und wasserdichte Außenjacke gibt es in allen drei Schnittwelten und in jeder Preislage. Passend auch, wenn die Wetterschutzzahlen nachlesbar sein sollen — mit Prüfverfahren dahinter, was im Markt weniger selbstverständlich ist, als es sein sollte. Und passend für Familien: 201 der 1.545 Einträge sind Kindermodelle, mit eigenen 3-in-1-Jacken und wasserdichten Jacken.
Nicht passend ist sie, wenn feiner abgestuft werden soll, als zwei Werteklassen es erlauben: Zwischen 10.000 und 20.000 mm liegt bei dieser Marke nichts, und innerhalb einer Klasse sind alle Jacken auf dem Papier gleich — die Unterschiede stecken dann in Schnitt, Taschen und Lagenzahl. Nicht passend auch für den Vergleich nach RET, weil es die Zahl nicht gibt, und für den Gewichtszähler, weil ein Kilogrammwert ohne Konfektionsgröße nichts trägt. Und nicht, wenn Jacke und Hose aus derselben Reihe kommen sollen: Drei wasserdichte Hosen sind keine Auswahl.
Alternativen
- Vaude — die Gegenprobe in derselben Preisklasse, mit deutlich größerem Jackenprogramm.
- Schöffel — wenn Passform und Größenauswahl vor der Zahl auf dem Etikett stehen.
- Maier Sports — der Blick auf die Hosen, wenn das Jackenangebot der Marke schon passt.
- The North Face — ähnlich breit aufgestellt, mit anderer Gewichtung zwischen Stadt und Berg.
- Icepeak — eine Stufe günstiger, wenn die Jacke eine Saison und nicht ein Jahrzehnt halten soll.
Häufige Fragen zu Jack-Wolfskin-Bekleidung
Welche Wassersäule nennt Jack Wolfskin?
Entweder 10.000 mm oder 20.000 mm, und dazu das Prüfverfahren JIS L 1092. Zwischenwerte gibt es nicht. In den neun gemessenen deutschen Jackenseiten vom 31. August 2026 stand kein anderer Wert; Jacken ohne Membran tragen gar keine Angabe.
Was unterscheidet Texapore Core von Texapore Pro?
Die Werteklasse. Core wird mit 10.000 mm und 6.000 g/m²/24 h ausgewiesen, Pro und Ecosphere Pro mit 20.000 mm und 15.000 g/m²/24 h. Die Zusätze Soft, Taslan, Oxford und Stretch beschreiben dagegen den Oberstoff und sagen über die Membran nichts.
Nennt die Marke einen RET-Wert?
Nein. Zu keinem Modell steht ein RET-Wert nach ISO 11092, auch nicht in der englischen Fassung. Veröffentlicht wird ausschließlich die durchgelassene Dampfmenge in g/m²/24 h, gemessen nach JIS L 1099 B-1. Beide Größen beschreiben dieselbe Eigenschaft, lassen sich aber nicht ineinander umrechnen.
Ist Texashield wasserdicht?
Nein, und der Hersteller behauptet es auch nicht: Er beschreibt das Material als winddicht und wasserabweisend und gibt dazu keine Wassersäule an. Texashield sitzt in Isolations- und Fleecejacken, Texapore in den wasserdichten Jacken. Die Namensähnlichkeit ist die häufigste Verwechslung in diesem Programm.
Gibt es zur Jacke eine passende wasserdichte Hose?
Nur sehr eingeschränkt. Die Sammlung führt drei wasserdichte Hosen — je eine für Damen, Herren und Kinder — gegenüber 48 wasserdichten Jacken. Wer eine Garnitur will, kombiniert über Marken hinweg; Hinweise dazu stehen bei Regenhose.
Kann man Jacken der Marke reparieren und neu imprägnieren lassen?
Ja, beides als eigene Dienstleistung. Nach Herstellerangabe werden Reißverschlüsse, Druckknöpfe und Klettverschlüsse ersetzt, wasserdichte Nähte neu versiegelt und Ärmel oder Hosenbeine angepasst; die Bearbeitung dauert im Schnitt rund 14 Tage. Was man selbst tun kann, steht bei der Pflege.




