Isolationsjacke Beratung & Ratgeber
Sie steht unter den Outdoorjacken für die Kunstfaserfüllung — die wärmt auch feucht weiter.
Diese Seite handelt von Jacken mit Kunstfaserfüllung. Nicht davon, wie Dämmung physikalisch funktioniert — das steht unter Isolation, und der Satz, auf den es dort ankommt, ist, dass nicht die Faser wärmt, sondern die ruhende Luft, die sie festhält. Nicht davon, was PrimaLoft Gold von PrimaLoft Bio unterscheidet; dafür gibt es eigene Seiten, auf denen die veröffentlichten Labormessungen und ihre Belegstufe im Einzelnen stehen. Und nicht davon, ob Daune oder Kunstfaser grundsätzlich die bessere Wahl ist — diese Abwägung steht auf der Seite zur Winterjacke.
Übrig bleibt die Frage, die im Laden tatsächlich ansteht und die keine dieser Seiten beantwortet: Welche von zwanzig äußerlich fast gleichen Kunstfaserjacken passt zu der Tour, die man vorhat? Die Antwort hängt an einer einzigen Angabe, die die Branche erfreulich zuverlässig veröffentlicht — und an vier weiteren, die sie gar nicht veröffentlicht.
Die eine Zahl, die fast immer dasteht
Das Flächengewicht der Füllung sagt, wie viel ein Quadratmeter der Dämmbahn wiegt. Es ist nicht die Wärme der Jacke, sondern die Dichte ihres Dämmstoffs je Fläche; aber weil die Fläche einer Jacke in einer Größe weitgehend festliegt, ist es der einzige Hebel, über den Hersteller eine Baureihe von warm bis sehr warm staffeln.
Für diese Seite sind neun Datenblätter von fünf Herstellern durchgesehen worden, alle am 8. Oktober 2026 abgerufen. Acht von neun nennen ein Flächengewicht in Gramm je Quadratmeter, das neunte nennt stattdessen eine Füllmasse je Kleidungsstück — dazu unten ein eigener Abschnitt, denn die Verwechslung ist teuer.
| Jacke | Füllung nach Datenblatt | Oberstoff | Gesamtgewicht |
|---|---|---|---|
| Vaude Freney VI | PrimaLoft Silver Eco, 40 g/m² | Polyamid, Anteil nicht beziffert | 350 g |
| Rab Xenair Alpine Light | PrimaLoft Gold Active+, 60 g/m² in Front, Rücken, Ärmeloberseite, Kragen | 20D Pertex Quantum Air, 47 g/m² | 310 g (Größe M) |
| Arc'teryx Atom Hoody | Coreloft Compact 60, 60 g/m² | 20D × 20D Nylon-Ripstop, 45 g/m² | 355 g |
| Montane Prism Hooded | PrimaLoft Silver, 60 g/m² | Pertex Quantum, 30 Denier | 415 g |
| Vaude Monviso | PrimaLoft Silver, 100 g/m² | Polyester, Anteil nicht beziffert | 580 g |
| Arc'teryx Atom SV Hoody | Coreloft 120, 120 g/m² | 30D × 30D Mini-Ripstop mit PU, 55 g/m² | 490 g |
| Mountain Equipment Fitzroy | PrimaLoft Gold Hi-Loft Ultra: 120 g/m² Rumpf, 80 g/m² Ärmel und Kapuze, 60 g/m² Schulterauflage | Drilite Loft, 30 Denier | 610 g |
| Rab Xenair Alpine | PrimaLoft Gold Active+, 133 g/m² in Front, Rücken, Flanken, Außenärmeln, Kapuze | 20D Pertex Quantum Air, 47 g/m² | 553 g (Größe M) |
| Mountain Equipment Particle Hooded | Polarloft Featherless, 130 g in Größe L — Masse je Stück, kein Flächengewicht | 20 Denier | 430 g |
Alle Angaben stehen in den Spezifikationsfeldern der jeweiligen Herstellerseiten; die Adressen stehen im Quellenblock am Ende. Die Tabelle ist keine Rangfolge — sie ist die Leiter, an der sich ablesen lässt, wo eine Jacke im Markt steht, sobald man ihre Füllzahl kennt.
Was die Verdopplung der Füllung am Rucksack kostet
Der nützlichste Vergleich in der Tabelle ist der innerhalb einer Baureihe, weil dort Schnitt, Kapuze und Taschen gleich bleiben. Arc'teryx führt mit dem Atom Hoody und dem Atom SV Hoody zwei Kapuzenjacken derselben Familie: 60 gegen 120 g/m² Füllung, 355 gegen 490 Gramm Gesamtgewicht. Die doppelte Füllung kostet also 135 Gramm, das sind 38 Prozent mehr Gesamtgewicht — nicht 100 Prozent.
Bei Rab liegt derselbe Vergleich weiter auseinander: 60 gegen 133 g/m², 310 gegen 553 Gramm. Hier kommen allerdings zwei Dinge zusammen, und das Datenblatt sagt es selbst: Die schwerere Jacke ist auch zehn Zentimeter länger geschnitten (82,5 gegen 71,5 Zentimeter Rückenlänge in Größe M). Ein Teil des Mehrgewichts ist Stoff, nicht Füllung — wer die Zahlen nebeneinanderlegt, muss die Rückenlänge mitlesen.
Praktisch heißt das: Der Sprung von einer leichten auf eine warme Isolationsjacke kostet rund 150 Gramm. Das ist weniger, als die Füllzahl vermuten lässt, und ein starkes Argument dafür, die Jacke nach dem Einsatz zu wählen statt nach dem Gewicht. Die Grammzahl entscheidet hier nicht; die Frage, ob die Jacke beim Gehen anbleibt, entscheidet.
Dieselbe Zahl, verschiedene Flächen
Hier liegt die Falle, die der Vergleich zweier Etiketten nicht zeigt. Ein Flächengewicht sagt nichts darüber, auf welcher Fläche es liegt. Von den acht Datenblättern mit einer g/m²-Angabe nennen drei ausdrücklich eine Zonierung, und sie tun es unterschiedlich vollständig:
- Mountain Equipment nennt alle drei Zonen des Fitzroy: 120 g/m² im Rumpf, 80 in Ärmeln und Kapuze, 60 in der Schulterauflage. Daraus lässt sich die Jacke wirklich rekonstruieren.
- Rab nennt bei beiden Xenair-Modellen die Flächen, in denen der genannte Wert liegt — Front, Rücken, Ärmeloberseite, Kragen — und beschreibt die Füllung im Text als „dual weight", also zweistufig. Der zweite, niedrigere Wert steht nicht im Datenblatt. Von zwei Zahlen ist eine veröffentlicht.
- Die übrigen fünf nennen eine Zahl ohne Flächenangabe. Arc'teryx führt beim Atom SV in der Merkmalliste zusätzlich den Begriff „thermo-mapped", ohne ihn zu beziffern.
Zwei Jacken mit „60 g/m²" können deshalb unterschiedlich viel Füllung enthalten, und das lässt sich am Etikett nicht auflösen. Brauchbar bleibt der Vergleich nur innerhalb eines Herstellers — und, über Hersteller hinweg, erst zusammen mit dem Gesamtgewicht. Montanes Prism wiegt mit denselben 60 g/m² 415 Gramm, Rabs Xenair Alpine Light 310: 105 Gramm Unterschied bei gleicher Füllzahl.
130 Gramm sind nicht 130 Gramm je Quadratmeter
Mountain Equipment beschreibt die Particle Hooded Jacket mit „130 g (Größe L)" Polarloft-Füllung. Das ist eine Masse je Kleidungsstück, und sie hängt an der Größe — anders als ein Flächengewicht, das für jede Größe derselbe Wert ist. Wer die Angabe neben „133 g/m²" von Rab liest, hält zwei Zahlen für vergleichbar, die nicht einmal dieselbe Einheit haben: 130 Gramm Füllung, über die Fläche einer Jacke in Größe L verteilt, ergeben ein Flächengewicht von deutlich unter 100 g/m².
Dasselbe Datenblatt enthält außerdem einen Widerspruch zwischen Beschreibung und Merkmalfeld: Der Beschreibungstext nennt die Füllung „100 % recycled", das Merkmalfeld „80 % POLARLOFT Featherless". Wofür die 80 Prozent stehen, erklärt die Seite nicht. Wo Prosa und Spezifikationsfeld auseinanderfallen, zählt das Feld — und der Widerspruch gehört zur Angabe.
Vier Angaben, die auf keinem der neun Datenblätter stehen
Für diese Gattung waren sechs Kennwerte vorgesehen: Füllmenge in g/m², Faserart, Flächengewicht des Oberstoffs, Lagenzahl, Packmaß und Verhalten bei Nässe. Nachgesehen an den neun Datenblättern stehen zwei davon durchgehend da (Füllmenge und Faserart), einer bei vier von neun (das Flächengewicht des Oberstoffs), zwei bei keinem einzigen (Packmaß und Nässe) — und einer ist für diese Gattung gar keine Größe: Eine Lagenzahl beschreibt den Aufbau eines Laminats, nicht den einer Dämmbahn. Vaude führt bei beiden geprüften Jacken im Feld „Processing" den Wert „1-ply"; was dabei gezählt wird, erklärt das Datenblatt nicht. Die übrigen vier Hersteller nennen überhaupt keine Lagenzahl.
Dazu fehlen zwei Werte, die der Plan nicht genannt hat und die man am dringendsten bräuchte. Zusammen sind es die vier Lücken, die diese Seite nicht füllen kann:
- Ein clo-Wert für die fertige Jacke: 0 von 9. Der clo-Wert ist die geführte Einheit für Bekleidungsisolation, und für einzelne Dämmstoffe gibt es veröffentlichte Labormessungen — für ein konfektioniertes Kleidungsstück steht auf keinem der neun Datenblätter einer.
- Eine Temperaturangabe: 0 von 9. Beim Schlafsack erzwingt ISO 23537-1 eine genormte Temperaturangabe. Für Isolationsbekleidung gibt es keine entsprechende Norm, und entsprechend steht auf keiner der neun Seiten eine Gradzahl.
- Ein Packmaß: 0 von 9. Sieben der neun Seiten werben mit kleinem Packvolumen, vier nennen die Tasche, in die sich die Jacke stopfen lässt. Eine Zahl in Litern oder Zentimetern nennt keine. Warum das auch bei anderen Ausrüstungsklassen so ist, steht unter Packmaß: Es gibt kein festgelegtes Verfahren.
- Eine Messung im feuchten Zustand: 0 von 9. Vier der neun Datenblätter behaupten, die Füllung wärme auch im nassen oder feuchten Zustand. Keines beziffert es. Die einzige greifbare Messung dazu liegt auf der Materialseite zu PrimaLoft, und sie fällt nüchterner aus als der Werbesatz.
Eine fünfte Angabe fehlt ebenfalls, und zwar branchenweit: eine Scheuerfestigkeit nach ISO 12947 nennt keines der neun Datenblätter. Stattdessen steht dort der Denier-Wert des Oberstoffs, und der beschreibt die Feinheit des Garns, nicht seine Haltbarkeit — nachzulesen unter abriebfest.
Belastbar sind beim Oberstoff zwei Angaben, und es gibt sie nur bei vier der neun Jacken: Denier zusammen mit dem Flächengewicht. Arc'teryx nennt 45 g/m² beim leichten und 55 g/m² beim schweren Modell, Rab 47 g/m² bei beiden. Erst das Paar aus Denier und Flächengewicht sagt etwas, denn ein feiner Faden kann dicht verwoben schwerer wiegen als ein grober.
Eine letzte Zahl verdient eine Warnung. Rab setzt hinter das Flächengewicht des Oberstoffs „2 cfm" und hinter das des Futters „10 cfm", also Kubikfuß je Minute — eine Luftdurchlässigkeit. Ein Prüfverfahren nennt das Datenblatt dazu nicht, es handelt sich um eine Herstellerangabe ohne genannte Norm. Die vergleichbare Größe wäre die Luftdurchlässigkeit nach ISO 9237, gemessen bei 100 Pascal und angegeben in Litern je Quadratmeter und Sekunde; wie weit eine solche Durchlässigkeit die Dämmung verändert, steht unter Aktivisolation.
Das Steppbild: wo die Füllung auf null fällt
Nach der Füllzahl ist die Nahtführung das zweitwichtigste Konstruktionsmerkmal, und sie ist eines, das man ohne Datenblatt sehen kann. Mountain Equipment nennt beim Particle ausdrücklich „stitched through construction" — Außen- und Innenstoff sind direkt aufeinandergenäht. An jeder solchen Naht liegt genau null Millimeter Füllung; das ist eine Kältebrücke, und wie sie entsteht, steht unter durchgesteppt.

Durchgesteppt oder Kammer: wo die Wärme entweicht
Beide Bahnen tragen dieselbe Menge Daune. Der Unterschied liegt allein darin, wie Außen- und Innenstoff verbunden sind — und wo die beiden Stofflagen einander berühren, liegt zwischen Körper und Außenluft nichts als Stoff.
Durchgesteppt
Außen- und Innenstoff direkt aufeinandergenäht

An jeder Naht fehlt die Daune. Dort geht Wärme ungehindert nach außen.
- Typisch für
- Leichte Sommerjacken, Schlafsäcke für milde Nächte, günstige Decken
Mit Kammern
Trennwände halten die Stofflagen auf Abstand

Die Trennwände halten die Daune an ihrem Platz, ohne die Lagen zusammenzuziehen.
- Typisch für
- Winterschlafsäcke, Expeditionsjacken, alles für echte Kälte
Eine durchgesteppte Jacke ist deshalb nicht schlecht — sie ist leichter, billiger und für milde Bedingungen völlig ausreichend. Erst wenn es kalt wird, zählt, dass die Daune über die ganze Fläche gleich hoch aufbauschen kann.

Für eine Kunstfaserjacke ist das weniger dramatisch als für eine Daunenjacke, weil eine Vliesbahn nicht verrutscht und deshalb gar keine Kammern braucht. Genau deshalb sind fast alle Kunstfaser-Isolationsjacken durchgesteppt — und genau deshalb ist die Frage nicht, ob die Nähte durchgehen, sondern wo sie liegen und wie weit sie auseinanderstehen. Mountain Equipment löst das am Fitzroy sichtbar: Die Schulter trägt eine nahtfreie Auflage von 60 g/m², begründet im Datenblatt damit, dass Nähte dort Wasser durchlassen und die Füllung zusammendrücken. Das ist die Stelle, an der der Rucksackgurt liegt.
Welche Füllung für welche Tour
Aus den neun Datenblättern und ihren Einsatzangaben ergibt sich eine Ordnung, die sich an der Füllzahl festmachen lässt. Sie ist keine Norm, sondern die Lesart, mit der die Hersteller ihre eigenen Baureihen staffeln.
40 bis 60 g/m²: die Jacke, die anbleibt
Diese Klasse ist dafür gebaut, beim Gehen getragen zu werden. Vaude ordnet die 40-g/m²-Jacke „sportlichen Bergtouren" zu, Rab die 60er-Zonierung „schnellen Sommerwanderungen" und wechselnden Belastungen. Dazu passen die beiden anderen Merkmale dieser Klasse: dünnere Oberstoffe von 45 bis 47 g/m² und Gesamtgewichte von 310 bis 415 Gramm.
Wer in dieser Klasse sucht, sucht einen Midlayer und keine Außenjacke. Die Jacke kommt unter die Schale, wenn es regnet, und darüber gehört dann eine Hardshelljacke. Wird dabei viel geschwitzt, ist die durchlässigere Bauart die bessere Wahl — der Tausch, den sie eingeht, steht unter Aktivisolation.
100 bis 133 g/m²: die Pausenjacke
Ab 100 g/m² ändert sich der Zweck. Rab beschreibt die 133er-Jacke mit dem Zustand, in dem man steht — sie solle die Wärme halten, „when you’re static", und sei zum Überziehen am Standplatz gedacht. Die Gesamtgewichte dieser Klasse liegen bei 490 bis 610 Gramm, die Oberstoffe werden dichter: 30 Denier, beim Atom SV zusätzlich mit PU-Beschichtung.
Entscheidend bei dieser Klasse ist eine Größenfrage, die kein Datenblatt stellt: Eine Pausenjacke wird über alles andere gezogen, auch über die Schale. Wer sie in der Größe kauft, in der sie allein gut sitzt, kann sie am Rastplatz nicht mehr überziehen — und verliert damit genau den Zweck, für den sie dabei ist. Dass die Wärmeproduktion beim Stehenbleiben binnen Minuten abfällt, steht auf der Seite zur Funktionsjacke; was daraus für die Größe folgt, steht dort nicht.
Zoniert: die Jacke für den Winter am Berg
Die dritte Bauart verteilt die Füllung ungleich. Das Fitzroy legt 120 g/m² in den Rumpf, 80 in Ärmel und Kapuze und ist mit 610 Gramm die schwerste der neun Jacken; Mountain Equipment nennt als Einsatz Eis- und Mixedklettern sowie Bergsteigen. Der Gedanke dahinter ist derselbe wie bei Rabs zweistufiger Füllung, nur in die andere Richtung: Wärme dorthin, wo der Körper sie am wenigsten selbst erzeugt.
Für diese Klasse gilt der Vergleich über eine einzige Füllzahl am wenigsten. Wer hier auswählt, braucht die Zonenangaben — und bekommt sie, gemessen an den neun Datenblättern, bei einem von fünf Herstellern vollständig.
Wann eine Isolationsjacke die falsche Wahl ist
Drei Fälle sprechen gegen diese Gattung, und in allen drei ist die Alternative im Bestand beschrieben.
Trockene Kälte und knappes Gewicht. Wo es verlässlich kalt und trocken bleibt und jedes Gramm zählt, baut Daune mehr Volumen je Gramm auf und packt kleiner. Was das in Zahlen heißt und wo die Grenze liegt, steht unter Daunenjacke; die hydrophobe Ausrüstung, mit der ein Teil des Nässeproblems adressiert wird, unter hydrophobe Daune.
Dauerndes Scheuern unter schwerer Last. Die Oberstoffe dieser Gattung liegen zwischen 20 und 30 Denier und bei 45 bis 55 g/m². Das ist dünn. Unter einem schweren Rucksack über Wochen ist ein Fleece das haltbarere Kleidungsstück, weil es keine Hülle hat, durch die etwas austreten könnte.
Gleichmäßige Belastung bei mäßiger Kälte. Wer durchgehend im selben Tempo geht, braucht keine Jacke, die Wärme hält, sondern eine, die Feuchte abführt. Wie sich die Aufgaben im Schichtsystem verteilen, steht unter Zwiebelschalenprinzip.
Woran man eine gute erkennt, wenn das Datenblatt schweigt
Weil vier der sechs geplanten Kennwerte nicht veröffentlicht werden, verschiebt sich die Prüfung ins Geschäft. Fünf Merkmale sind dort ohne Messgerät zu beurteilen:
Der Oberstoff ist dabei die Angabe, die man am ehesten überschätzt. Sieben der neun Datenblätter nennen eine wasserabweisende DWR-Ausrüstung, fünf bezeichnen sie ausdrücklich als fluorcarbonfrei. Eine Wassersäule steht auf genau einem der neun: Mountain Equipment gibt für den Oberstoff des Fitzroy 1.500 Millimeter Wassersäule an — eine Herstellerangabe, ein Prüfverfahren nennt die Seite dazu nicht.
Was es kostet
Preise nennt diese Seite nicht in Euro, weil sie sich schneller ändern als die Konstruktion. Die drei Klassen lassen sich aber an Merkmalen festmachen, und das hilft beim Einordnen eines Angebots:
- € — eine Füllzahl ohne Flächenangabe, durchgesteppt, Oberstoff nur mit Denier beziffert, keine Markenisolation oder die Einstiegsklasse einer Marke.
- €€ — Füllzahl plus Flächengewicht des Oberstoffs, benannte Markenisolation der Mittelklasse, Kapuze verstellbar. Hier liegen die meisten der neun geprüften Jacken.
- €€€ — jede Zone beziffert, nahtfreie Auflagen an den Lastpunkten, obere Leistungsklasse der Isolationsmarke, helmtaugliche Kapuze.
Die vier häufigen Fehlkäufe
Erstens: die Pausenjacke in Körpergröße. Der häufigste und der folgenreichste. Eine Jacke ab 100 g/m², die nicht über die Schale geht, wird am Rastplatz nicht angezogen.
Zweitens: 133 g/m² für eine Tour, auf der man schwitzt. Die warme Jacke beim Aufstieg anzubehalten bringt die Feuchte in die Füllung. Dort verschlechtert sie die Dämmung und kühlt beim nächsten Halt aus; die 40er- oder 60er-Klasse ist dafür gebaut, die 133er nicht.
Drittens: zwei Etiketten mit derselben Zahl für gleich warm halten. Montanes Prism und Rabs Xenair Alpine Light tragen beide 60 g/m² und unterscheiden sich um 105 Gramm Gesamtgewicht. Ohne die Flächenangabe ist die Zahl allein kein Vergleich.
Viertens: „wärmt auch nass" wörtlich nehmen. Vier der neun Datenblätter behaupten es, keines beziffert es. Der belegbare Vorteil gegenüber Daune liegt weniger im nassen Zustand selbst als darin, dass Kunstfaser in Stunden statt in Tagen wieder trocken ist — die Messlage dazu steht auf der PrimaLoft-Seite.


